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Fujitsu-CTO über die Industrialisierung der IT, Standards und Zertifizierer Joseph Reger: Cloud stellt die eigene IT komplett in Frage

| Redakteur: Ulrike Ostler

Joseph Reger ist seit 2002 als Chief Technology Officer (CTO) bei Fujitsu Technology Solutions dafür zuständig, die IT-Trends der Zukunft herauszufiltern und diese in die Unternehmensstrategie zu integrieren. In seiner Funktion hat Reger etwa die Implementierung von Dynamic IT- und Mobility-Themen maßgeblich begleitet. Im Interview mit DataCenter-Insider geht er gegen Wischi-Waschi im Cloud-Computing vor.

Dr. Joseph Reger ist seit 2002 als Chief Technology Officer bei Fujitsu Technology Solutions: „Die Revolution in der IT ist ein Fakt.“
Dr. Joseph Reger ist seit 2002 als Chief Technology Officer bei Fujitsu Technology Solutions: „Die Revolution in der IT ist ein Fakt.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Wie bekommt ein Anwender sein Rechenzentrum Cloud-fähig?

Joseph Reger: Wer die Frage so stellt, hat eigentlich schon eine Entscheidung gefällt – für IT im Eigenbetrieb. Doch eigentlich bedeutet Cloud das Infragestellen der Existenz eigener Informationstechnik.

Lässt die Gesetzeslage Cloud Computing überhaupt zu? Ändern sich die Spielregeln gegenüber der bisherigen Auftragsdatenververabeitung gar nicht?

Joseph Reger: Outsourcing bedeutet, dass einmal ein Vertrag geschlossen wird, der über einen langen Zeitraum gilt. Dagegen setzt man beim Cloud-Computing das Skalpell an, um gezielt Schnitte vorzunehmen. Cloud bedeutet Wahlmöglichkeit und Revidierbarkeit, wenige Investitionen und eine Leichtigkeit – Cloud-Computing ist einfach einzukaufen.

Anbieter wie wir wiederum können IT-Dienste ganz anders kalkulieren und aggregieren als ein einzelnes Unternehmen seine eigene IT. Cloud-Computing führt aus dieser Perspektive zu einer Industrialisierung der Informationstechnik, IT-Services werden quasi zur Massenware, werden in hoher Stückzahl produziert.

Wer braucht dann noch eigne Informationstechnik beziehungsweise Rechenzentren?

Joseph Reger: Für die wirklich kleinen Unternehmen lohnt sich es sicher nicht mehr, IT selbst zu betreiben. Für sie ist Cloud sogar mit weniger Risiko verbunden, bietet mehr Sicherheit und Komfort.

Doch von den kleinen Kunden werden die Cloud-Anbieter nicht fett.

Joseph Reger: Solche Einwände lasse ich nicht gelten. Für einen Provider ist es in gewissem Sinn egal, ob er einen Service zehnmal aufsetzt oder 10.000 Mal. Es bedeutet kaum Mehraufwand. Denn der Kunde bestellt und konfiguriert einen mehr als minder standardisierten Cloud-Dienst über ein Selbstbedienungs-Portal. In zwei Minuten ist alles erledigt und der Service steht bereit. Auf diese Weise bedienen wir mit unseren Angeboten selbstverständlich auch den Mittelstand.

Natürlich gibt es auch recht interessante Überlegungen für große Kunden, wenngleich hier wesentlich stärker Sicherheits-, Compliance- und Datenschutzbedenken zum Tragen kommen.

weiter mit: Also geht es bei den Großunternehmen um die so genannte Private Cloud?

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