Studie von Hoppenstedt über Frauen im IT-Management IT-Trends werden ohne Frauen gemacht

Redakteur: Katrin Hofmann

Trends entstehen und werden mittels passender Features, gutem Design und einem möglichst perfekten Marketing gemacht. Als Macher von IT-Trends ist die Damenwelt allerdings meist außen vor: Denn in den Chefetagen der Branche herrscht Frauenmangel.

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Gisela Strnad, Senior Director Marketing, Communication and Public Affairs Germany bei Fujitsu, fordert mehr Mut.
Gisela Strnad, Senior Director Marketing, Communication and Public Affairs Germany bei Fujitsu, fordert mehr Mut.

Ein großformatiges, schwarzes, schweres Smartphone, das tendenziell in Männerpranken einen passenden Platz findet, oder doch lieber ein pastellfarbenes, superschlankes Gerät? Was letztlich den Weg zu den Verbrauchern findet beziehungsweise welchen grundsätzlichen Weg in Deutschland ansässige IT-Firmen gehen, entscheiden in der Regel Männer.

Laut Wirtschaftsinformationsanbieter Hoppenstedt „scheint die IT-Elite in der Bundesrepubllik in Geschlechter-Stereotypen zu verharren“. Etwas anders sieht es offenbar in den Arabischen Emiraten aus, denn dort seien Frauen im IT-Sektor auf dem Vormarsch, so Hoppenstedt, studierten häufiger als Männer Informatik oder andere IT-bezogene Fächer. „In Deutschland jedoch ist ein solcher Trend nicht erkennbar“, so die Analysten.

Die Fakten den offensichtlichen offenbar Nachholbedarf in der Bundesrepepublik: Der Frauenanteil im IT-Top-Management beträgt nur sieben Prozent. In der mittleren Management-Ebene arbeiten 30,2 Prozent Frauen. Damit stagniert der Frauenanteil in diesen zwei Managementebenen seit 2010. 2009 hatte er noch bei nur 17,5 Prozent gelegen. In den vergangenen sechs Jahren belief sich der Zuwachs des Frauenanteils auf Managementebene auf magere 5,3 Prozent.

Doch wer ist schuld? Gisela Strnad, Senior Director Marketing, Communication and Public Affairs Germany bei Fusjitsu, nimmt sowohl die Frauen selbst und die Arbeitgeber in die Pflicht. Laut Strnad sollten Frauen deutlich risikobereiter und mutiger sein, sich auch anspruchsvolle Aufgaben zutrauen und diese selbstbewusst in Angriff nehmen. So wie es ihre männlichen Kollegen seit Jahrzehnten tun. Um „den Frauen das Gefühl der Zerrissenheit zwischen Job und Familie“ zu nehmen, müssten aber auch die Arbeitgeber Unterstützung bieten. Dann könnten Frauen auch die aktuellen Entwicklungen wie Social Network, Smartphones oder Mobile Business – die nicht nur Strnad zufolge schon lange keine „Männerthemen“ sind – mitprägen. □

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