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Unzureichende IT-Organisation mindert die Produktivität IT-Bereiche müssen organisatorisch agiler werden

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die ITSM Consulting AG hat beobachtet, dass Programme zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit in der IT häufig nur die Technologien und Services ins Visier nehmen und dabei die Möglichkeiten der organisatorischen Optimierung vernachlässigen.

ITSM-Consulting-Vorstand Frank Zielke empfiehlt, trotz des Leistungs- und Kostendrucks in der IT den organisatorischen Status kritisch zu überprüfen.
ITSM-Consulting-Vorstand Frank Zielke empfiehlt, trotz des Leistungs- und Kostendrucks in der IT den organisatorischen Status kritisch zu überprüfen.
(Bild: ITSM Consulting)

Der Trend hin zu mobilen Arbeitsprozessen, die Nutzung von Cloud-Diensten oder durchgreifende Architekturmodifikationen durch den Einsatz von Virtualisierungstechnologien: Diese und andere Themen stellen die IT nicht nur technologisch vor große Herausforderungen, sondern sie unterliegen auch organisatorisch einer hohen Veränderungsdynamik.

Nach den Beobachtungen des IT-Beratungshauses ITSM Consulting AG stellen sich die IT-Organisationen jedoch häufig nicht oder nur sehr verzögert die Frage, ob diese Veränderungen auch ausreichend in den Services, den Prozessen und der organisatorischen Struktur abgebildet werden.

Organisatorischen Status überprüfen

„Je vielfältiger technologische Entwicklungen und Anforderungen der Fachbereiche an die IT herangetragen werden, desto umfassendere Auswirkungen entstehen für die Aufbau- und Ablauforganisation der IT“, problematisiert Frank Zielke, Vorstand der ITSM Consulting AG. „Was vor drei oder vier Jahren organisatorisch noch richtig und bedarfsgerecht war, kann sich inzwischen als relativ ineffizient und unwirtschaftlich darstellen.“ Allein die Personalstruktur stelle vielfach schon eine große Schwachstelle dar, weil beispielsweise die fachlichen Skills nicht parallel zu den gestiegenen Anforderungen mitgewachsen sind und stattdessen ein Overhead an nicht mehr benötigten Spezialkompetenzen besteht.

„Durch den gestiegenen Leistungs- und Kostendruck in der IT geht der Blick für die Notwendigkeit verloren, den organisatorischen Status einmal kritisch zu überprüfen“, beschreibt Zielke eine typische Ursache. Dabei sei es gerade wegen der knapper gewordenen Ressourcen und höherer Zwänge zur Wirtschaftlichkeit hilfreich, die organisatorischen Bedingungen entsprechend den veränderten Anforderungen immer wieder neu auszubalancieren.

„Nach unseren Erfahrungen liegen immer zweistellige Produktivitätspotenziale brach, teilweise sind sogar Produktivitätssteigerungen von 50 Prozent und mehr erreichbar.“

Symptome erkennen

Wie wichtig im individuellen Fall eine solche Analyse der organisatorischen Bedingungen ist, lässt sich nach Aussage des Consultants häufig schon aus relativ leicht erkennbaren Symptomen ableiten. Ein diesbezüglich deutlicher Hinweis würde beispielsweise bestehen, wenn Arbeitsabläufe wiederholt in fachlicher oder zeitlicher Hinsicht unkoordiniert erscheinen. Ebenso seien mehrfaches Kompetenzgerangel zwischen Mitarbeitern und Ungleichgewichte in der Kapazitätsausstattung verschiedener Organisationsbereiche der IT deutliche Zeichen für einen Handlungsbedarf.

Auch wenn die Aufbau- und Ablauforganisation seit mehreren Jahren nicht mehr genauer unter die Lupe genommen worden sei, stelle dies für ihn ein wichtiges Indiz dafür dar, dass die Organisationsbedingungen angesichts der zwischenzeitlichen Veränderungen vermutlich keine optimale Produktivität mehr bieten.

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