Das intelligente, integrierte Unternehmen – einfach und kostengünstig realisierbar? Integration und Business Process Management auf Open Source-Basis

Autor / Redakteur: Tobias Hartwig * / Florian Karlstetter

Unternehmen sehen sich heute mit einer Vielfalt neuer Anforderungen konfrontiert. Trends und Themen wie Social Media, die Speicherung von Daten in der Cloud, die zunehmende Nutzung von Mobilgeräten oder Big Data sind eine permanente Herausforderung.

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Business Process Management am Beispiel der JBoss-Integrations-Plattform von Red Hat.
Business Process Management am Beispiel der JBoss-Integrations-Plattform von Red Hat.
(Bild: Red Hat)

Die Anzahl unterschiedlicher Datenquellen, die die Unternehmens-IT heute berücksichtigen muss, nimmt kontinuierlich zu. Neue Kommunikationskanäle und Customer-Touchpoints entstehen in einem noch nie da gewesenen Maße. In dieser unsicheren Welt ist Flexibilität deshalb die Kernkomponente jeder Business-IT-Strategie.

Heutige Kunden interagieren mit Unternehmen über verschiedenste Kanäle. Unternehmen kostet das Zeit und Geld, da Informationen quasi händisch von Applikation zu Applikation übermittelt werden müssen. Häufig ist das für Unternehmen mit keinem Nutzen verbunden und schlimmstenfalls sogar mit menschlichen Fehlern.

Den meisten Unternehmen fehlt es nicht an Daten, sondern an Informationen. Ein Beispiel kann das zeigen: Ein Bankkunde tritt mit seinem Institut per Telefon, Post, E-Mail, online oder in der Filiale vor Ort in Kontakt. Wenn jemand alle kundenbezogenen Daten, die über die verschiedenen Kanäle erhalten wurden, manuell überträgt, vergeudet die Bank enorme Ressourcen. Es wird dabei zudem bestimmt eine Verzögerung geben zwischen dem Zeitpunkt, zu dem Daten in einem Teil des Unternehmen erhalten wurden, und dem Zeitpunkt, zu dem diese Daten an einer anderen Stelle zur Verfügung stehen. Das Ergebnis ist ein Mangel an vernetztem Unternehmensdenken, der zu langsamen, uneinheitlichen Entscheidungsprozessen und zu steigender Kundenunzufriedenheit führt.

Im Unterschied hierzu hat das Unternehmen, das intelligent und integriert ist, unnötige Arbeiten eliminiert, Flaschenhälse beseitigt und qualitativ hochwertige Antworten für jedes Business-Event sichergestellt. Geschäftsregeln, die durchgängig im Unternehmen angewendet werden, verbessern und automatisieren Entscheidungsprozesse und reduzieren die Notwendigkeit manueller Tätigkeiten. Damit werden Ressourcen frei für das Handling von Ausnahmen und hochwertige Transaktionen.

Neue Möglichkeiten durch Open Source

In der Vergangenheit hat man vielfach auf proprietäre Lösungen gesetzt. Für die Entwicklung und Pflege einer IT-Architektur, die die Basis für ein intelligentes, integriertes Unternehmen ist, hat das bedeutet: hohe Komplexität und Kosten. Dadurch war die Realisierung eines solchen Unternehmens nur einigen wenigen vorbehalten, die über ausreichend IT-Budget und -Personal verfügten. Aber selbst diesen Unternehmen ist es oft nicht gelungen, eine durchgängige, ganzheitliche Lösung zu implementieren.

Heute können selbst mittelständische Firmen mit Open-Source-Lösungen ein intelligentes, integriertes Unternehmen realisieren. Dies kann bereits mit einigen wenigen unkomplizierten Open-Source-Lösungsbausteinen wie den folgenden erfolgen:

  • Mit einer Data Services Plattform können Daten aus unterschiedlichen Quellen integriert und als zuverlässige, exakte Informationen bereitgestellt werden. Außerdem können die vorhandenen Daten leicht in neuen Applikationen und Business-Prozessen genutzt werden. Das verkürzt Entwicklungszeiten, verringert die Abhängigkeiten zwischen bestehenden Daten-Silos und kann helfen, aus diesen Daten geschäftsrelevante Informationen zu gewinnen.
  • Mit einem Business Rules Management System können Unternehmen Geschäftsregeln entwickeln, überprüfen und verändern, so dass Anwendungen automatisierte Entscheidungslogik nutzen können. Damit können viele Entscheidungsabläufe, von einer einfachen Transaktion bis zu einem komplexen Business-Event effizient und konsistent automatisiert werden. Die Fachseite ist dabei in der Lage ist, die zugrundeliegenden Regeln schnell und unkompliziert anzupassen.
  • Mit Business Process Management können replizierbare Geschäftsprozesse identifiziert, standardisiert und automatisiert werden. Manuelle Prozesse können dadurch minimiert werden.

Mit diesen und weiteren heute verfügbaren Open-Source-Lösungen kann ein intelligentes, integriertes Unternehmen realisiert werden, und zwar kostengünstig mit Open-Source-Lizenzen und auf Basis eines Subskriptionsmodells, wie es zum Beispiel Red Hat anbietet. Anwender zahlen dabei anstatt teurer Lizenzgebühren lediglich eine geringe jährliche Subskription für eine zertifizierte Plattform mit umfangreichen Support- und Serviceleistungen wie einem 24x7-Kundensupport. Im Subskriptionspreis ist bereits die Zertifizierung von Komponenten wie der Java Virtual Machine oder die Unterstützung bei Plattform- und Datenbankkonfigurationen enthalten. Damit werden auf Kundenseite Risiken reduziert und Kosten sowie Zeit eingespart.

Sind die Anwender mit der Lösung oder dem Support nicht zufrieden, können sie auch ohne hohe Ausstiegskosten das Vertragsverhältnis beenden. Damit wird die Kunde-Hersteller-Beziehung gravierend verändert. Anbieter proprietärer Software können Lizenzgebühren hingegen gewissermaßen als „Lizenz zum Gelddrucken“ ansehen. Die Anwender selbst befinden sich hier oft in einer extremen Herstellerabhängigkeit und ausweglosen Lock-in-Situation.

Flexibilität und Innovation durch Open Source

Viele Unternehmen sehen sich mit dramatisch wandelnden Marktgegebenheiten konfrontiert, so dass sie gezwungen sind, auf geänderte Anforderungen schnell reagieren zu können. Auch neue Technologietrends sind eine permanente Herausforderung: zum Beispiel Social Media als wichtige Quellen für Kundendaten, die Speicherung von Daten in der Cloud oder die zunehmende Verbreitung von mobilen Plattformen und Anwendungen.

Auch in diesen Bereichen bietet Open-Source-Software entscheidende Vorteile gegenüber proprietären Lösungen. Ein intelligentes, integriertes Unternehmen, das auf Open-Source-Technologien setzt, hat die Flexibilität, evolutionäre Ansätze zu verfolgen. Open Source bietet eine adaptierbare Plattform im Hinblick auf Datenerfassung, -speicherung und -zugriffe. Außerdem ermöglicht Open Source Unternehmen die Integration neuer Technologien, um steigende Anforderungen zu erfüllen oder zusätzliche Applikationen zu integrieren, wobei gleichzeitig bisherige Infrastruktur-Investitionen geschützt bleiben.

Sicherheit ist integraler Bestandteil

„Offenheit“ ist nicht gleichbedeutend mit einer Verringerung der Sicherheit. Natürlich können auch in einer Open-Source-Umgebung Datenzugriffsrechte erteilt werden, und auch eine permanente Überwachung des Datenzugriffs ist möglich. Insgesamt sind bei der Sicherheit keinerlei Abstriche zu machen. Das zeigt sich zum Beispiel schon daran, dass Red-Hat- und JBoss-Middleware-Lösungen weltweit in extrem sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt werden.

Vorteile durch Zusammenarbeit

Im Fall von Red Hat heißt Zusammenarbeit, dass alle Software-Lösungen bereits den Entwicklungsprozess der weltweiten Open Source Community durchlaufen haben. Etwaige Schwächen oder Fehler werden so frühzeitig identifiziert und beseitigt. Außerdem ist die Software für den Praxiseinsatz bewährt – sichergestellt durch intensive, strenge Testverfahren und Zertifizierungsprozesse. Auch das ist ein gravierender Unterschied zwischen dem Open-Source-Ansatz einer weltweiten Zusammenarbeit und der Entwicklung proprietärer Software in normalerweise kleinen Teams.

Das „Beste aus zwei Welten“

Für Unternehmen, die bereits Open-Source-Lösungen eingeführt haben, bedeutet die Nutzung von Red Hat Software das „Beste aus zwei Welten“: Software, die von einer engagierten Open Source Community entwickelt wird und die von Red Hat getestet, zertifiziert und dokumentiert wird. Nicht zu vergessen sind dabei die umfassenden Services, die Red Hat in den Bereichen Training und Support bietet.

Der Autor

Tobias Hartwig ist Business Unit Manager EMEA für JBoss Enterprise Middleware bei Red Hat.
Tobias Hartwig ist Business Unit Manager EMEA für JBoss Enterprise Middleware bei Red Hat.
(Bild: Red Hat)

Tobias Hartwig ist Business Unit Manager EMEA für JBoss Enterprise Middleware bei Red Hat.

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