Die Rand-Notiz zum Wochenende Inhalte im Netz: Kann man als Content Creator Geld verdienen?

Von Sabine Meuter, dpa

Die eigene Leidenschaft mit anderen im Netz teilen und damit Geld verdienen – und „Content Creation“ klingt dazu noch gut. Die Konkurrenz ist allerdings groß. Kann das Vorhaben trotzdem gelingen?

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Kurioses, Tierisches, Nachdenkliches oder einfach nur unnützes Wissen – die Rand-Notiz zum Wochenende.
Kurioses, Tierisches, Nachdenkliches oder einfach nur unnützes Wissen – die Rand-Notiz zum Wochenende.
(Bild: © koldunova - stock.adobe.com)

Andere am eigenen Wissen, an Erfahrungen oder etwa an fantasievollen Koch- oder Backrezepten teilhaben lassen: Das geht am besten im Internet. Mit einem eigenen Blog oder einem Profil bei Instagram und Tiktok kann sich jeder und jede als „Content Creator“ betätigen, sprich: Inhalte produzieren. Und zwar in Form von Texten, Bildern und oft auch Videos. Haben Content Creator eine besonders große Reichweite, ist oft auch von Influencern oder Influencerinnen die Rede.

Große Konkurrenz: Nur die Nische verspricht Erfolg

„Content Creator sind in allen möglichen Bereichen aktiv“, sagt Philippe Riechel vom Digitalverband Bitkom in Berlin und zählt Bereiche wie etwa Gaming, Mode, Fitness oder Ernährung auf. Das Problem: Die Konkurrenz im Netz ist mittlerweile groß. Wer mit einem eigenen Blog neu startet, muss sich mit seinem oder ihrem Content im Idealfall von anderen abheben, also eine Nische finden. „Nur so lassen sich Aufmerksamkeit, Follower und vielleicht sogar eines Tages Werbeeinnahmen erzielen“, sagt Mario Kaminski. Er ist Online-Marketing-Berater in Bad Herrenalb (Baden-Württemberg).

Bei der Suche nach einem passenden Nischenthema geht es darum, Trends im Netz zu identifizieren und diese Themen mit dem eigenen Wunsch, Inhalte im Netz zu produzieren, zu vereinen.

Corona-Trend: Schnelle Rezepte fürs Wohnmobil

Wer eine Leidenschaft fürs Kochen und Backen hat, hat vielleicht auch Spaß daran, Rezepte zu entwickeln und zu teilen, die ohne großen Aufwand in einem Wohnmobil zuzubereiten sind. „Schließlich ist es derzeit nicht zuletzt wegen Corona angesagt, per Wohnmobil zu verreisen“, so Kaminski. Eine andere Idee: „Jemand, der oder die dabei ist, sich beruflich selbstständig zu machen, berichtet darüber in einem Blog und teilt darin die gemachten Erfahrungen, aber auch Erfolge und Misserfolge mit anderen“, sagt Kaminski, der auch als Trainer beim Institut für Managementberatung (IFM) tätig ist.

Im Prinzip geht es darum, Lücken zu besetzen. Wer sich in Sachen Kosmetik gut auskennt, könne etwa Schmink-Tutorials für Frauen ab 50 anbieten, so Kaminski. Solche Angebote seien im Netz noch nicht so stark verbreitet.

Art der Umsetzung ist entscheidend für Erfolg

Um erfolgreich zu sein, kommt es aber vor allem auch auf das „Wie“ an. „Wer Kreativität und Leidenschaft mitbringt und bereit ist, sich intensiv mit dem Thema zu befassen, bringt gute Grundvoraussetzungen mit“, sagt Riechel. Vor allem müsse man viel Zeit investieren. Schließlich gilt es, die eigene Marke aufzubauen. „Da muss man schon täglich ran und Content produzieren“, bestätigt Kaminski.

Um damit Aufmerksamkeit zu erregen und Follower zu gewinnen, gibt es verschiedene Wege. Am Anfang kann man etwa Beiträge in anderen Blogs kommentieren und in dem jeweiligen Kommentar auf den eigenen Content verweisen und verlinken.

Mehrere Kanäle wollen mit Inhalten bespielt werden

„Das ist aber auf Dauer unglaublich mühselig“, so der Online-Marketing-Berater. Effektiver sei es, Plattformen wie Youtube, Tiktok oder Instagram zu nutzen und darauf selbst produzierte Videos beziehungsweise Fotos hochzuladen. „Welcher Kanal am besten geeignet ist, hängt oft vom Content ab“, so Riechel.

Aus seiner Sicht ist es generell ratsam, mehrere Kanäle gleichzeitig zu bespielen und die Inhalte an die jeweilige Plattform entsprechend anzupassen: „So erreicht man eine größere Zielgruppe und kann die eigene Reichweite noch weiter steigern.“ Kaminski hingegen rät dazu, sich gerade zu Beginn nur auf einen Kanal zu konzentrieren - „sonst verzettelt man sich womöglich.“

Geld gibts am Anfang selten

Und wie klappt es nun mit dem Geldverdienen? „Am Anfang zumeist gar nicht, denn es dauert, bis man Follower und eine Reichweite mit dem Content hat“, so Kaminski. Erst ab mehreren Tausend Followern kann ein Blog für einen kommerziellen Anbieter derart attraktiv sein, dass er darin zum Beispiel eine Werbeanzeige mit Produkten platziert und dafür dem Blogger oder der Bloggerin Geld zahlt. „Pro 100.000 Follower kann es für Creator etwa 5.000 Euro für einen Werbeauftrag geben“, sagt Kaminski.

Nach oben gebe es beim Verdienst im Prinzip keine Grenzen, das sei zumeist Verhandlungssache. Neben Produktplatzierungen sind im Blog auch Partner-Links, Bannerwerbung oder auch Kooperationen mit Marken bis hin zu Kanalsponsorings möglich.

Content Creator können selten von Einnahmen leben

Philippe Riechel nennt auch die direkte Unterstützung durch die Follower in Form von Spenden oder über Bezahlfunktionen auf den Plattformen. Aber: „Die meisten Content Creator verdienen kein Geld mit ihren Inhalten und nur die wenigsten generieren eine ausreichend hohe Reichweite, um davon leben zu können.“ Für viele ist die Arbeit als Content Creator, wenn überhaupt, dann nur ein Nebenverdienst. Laut Kaminski kann es im Schnitt 200 bis 300 Euro pro Monat geben.

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Entscheidend ist oft ohnehin ein anderer Faktor: „Viele erfolgreiche Creator betonen, dass das Finanzielle nicht der Hauptmotivationstreiber beim Aufbau der Kanäle sein sollte“, so Riechel. Es komme eher darauf an, Spaß an der Arbeit zu haben und authentisch zu bleiben.

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