41. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik startet an Technischer Universität Berlin Informatiker diskutieren Datenschutz und würdigen Algorithmen

Redakteur: M.A. Dirk Srocke

Unter dem Motto „Informatik schafft Communities“ startet heute in Berlin die 41. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik. Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren Techniktrends und gesellschaftspolitische Aspekte. Zeitgleich finden die Konferenzen KI 2011 und MATES 2011 sowie der Modeling and Visualization Workshop 2011 statt.

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Die Gesellschaft für Informatik diskutiert mit Innenministerium, Chaos Computer Club und Google.
Die Gesellschaft für Informatik diskutiert mit Innenministerium, Chaos Computer Club und Google.
( Archiv: Vogel Business Media )

Heute beginnt an der TU Berlin die 41. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik. Bis zum 7. Oktober diskutieren unter dem Motto „Informatik schafft Communities“ internationale Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft über aktuelle Trends der Informatik. Dabei sollen gleichermaßen gesellschaftliche und technische Aspekte betrachtet werden, beispielsweise: Die Gefahren sozialer Netzwerke oder die Simulation, Steuerung und Selbstorganisation von Systemen. Zum Tagungsprogramm gehören Workshops, Tutorien, Vorträge, Podiumsdiskussionen und Preisverleihungen. Parallel finden in Berlin statt: Vision, Modeling and Visualization Workshop 2011, 34th Annual German Conference on Artificial Intelligence und MATES 2011 – The Ninth German Conference on Multi-Agent System Technologies.

Als Höhepunkt ihrer 41. Jahrestagung kündigt die Gesellschaft für Informatik e.V. für den morgigen Mittwoch Gastvorträge sowie eine Podiumsdiskussion mit Vertretern des Innenministeriums, des Chaos Computer Clubs und von Google an. Das Thema lautet: „Privatsphäre, Datenschutz und die Zukunft des Internet“.

Zudem sollen im Rahmen der Veranstaltung verschiedene Auszeichnungen verliehen werden. So geht die Konrad-Zuse-Medaille für Informatik an Prof. Fritz-Rudolf Güntsch und Prof. Volker Strassen. Güntsch werde für herausragende Verdienste bei der Förderung der Informatik in Wissenschaft und Industrie ausgezeichnet, weil er „[a]ls Ministerialdirektor im Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) Initiativen zur Förderung der Datenverarbeitung, der Technischen Kommunikation und Elektronik vorangetrieben und zur Gründung der Informatik-Fakultäten an deutschen Universitäten beigetragen“ habe. Strassen wird für sein Wirken als Wegbereiter der Algorithmik gewürdigt; konkret bezieht sich die Jury dabei auf die 1969 veröffentlichte Arbeit „Gaussian Elimination is not optimal“, den 1972 mit Arnold Schönhage entwickelten „Schönhage-Strassen-Algorithmus“ sowie den 1977 mit Robert Solovay veröffentlichten probabilistischen Primalitätstest (Solovay-Strassen-Test).

Christian Kästner erhält den gemeinsam von GI, Schweizer Informatik Gesellschaft, der Österreichischen Computer Gesellschaft und dem German Chapter of the ACM vergebenen Preis für die beste Informatikdissertation im deutschsprachigen Raum – mit der an der Universität Magdeburg eingereichten Arbeit: „Virtual Separation of Concerns: Toward Preprocessors 2.0“.

Der Innovations- und Entrepreneurpreis geht in diesem Jahr an „UPcload“, ein System zur automatisierten Erfassung der Körpermaße einer Person per Standard-Webcam, sowie „Beschaffernetzwerk“, ein von der ondux GmbH erstelltes, soziales Netzwerk für die öffentliche Auftragsvergabe.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist laut eigenen Angaben die größte Vereinigung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum. Sie versteht sich als Plattform für Informatikfachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft, Lehre und öffentlicher Verwaltung. Ihren Fokus legt die GI auf Nachwuchsförderung, Wissenstransfer von der Forschung in die Anwendung, Fragen des Datenschutzes und die Sicherheit von Informatiksystemen. Zu den Mitgliedern der GI gehören rund 24.000 persönliche Mitglieder sowie knapp 300 Unternehmen und Institutionen.

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