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CeBIT 2011: Kaum mehr Geld für Spezialisten IG Metall widerspricht drastischem ITK-Fachkräftemangel

| Redakteur: Katrin Hofmann

Der von IT-Branchenvertretern vorhergesagte „dramatische Fachkräftemangel“ bestätige sich in Anbetracht der aktuellen Gehaltsentwicklung nicht, verkündet die IG Metall. Denn die Nachfrage bestimmt den Preis.

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Helga Schwitzer ermahnt IT-Unternehmer zu mehr Frauen-Freundlichkeit.
Helga Schwitzer ermahnt IT-Unternehmer zu mehr Frauen-Freundlichkeit.
( Archiv: Vogel Business Media )

„Trotz Aufschwung in der IT- und Telekommunikationsbranche sind die Gehälter bei IT-Experten nur moderat gestiegen“, sagte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Damit „bestätigt sich der dramatische Fachkräftemangel nicht, den Branchenvertreter vorhergesagt haben“. Wäre dieser Fachkräftemangel bereits eingetreten, hätte sich dies in deutlich höheren Entgeltzuwächsen niedergeschlagen, ist die Gewerkschaft überzeugt.

Im Durchschnitt sind die Gehälter für IT-Experten um 1,5 Prozent im Jahresvergleich gewachsen. Dabei sind die Einkommen in administrativen Bereichen wie Sachbearbeiter, Controller und Vertriebsexperten stärker gestiegen als die Gehälter in den Service-, Hardware- und Software-Entwicklungsbereichen, für die ein Fachkräftemangel vorhergesagt worden war.

Erhöhungen waren im Vertrieb (plus 9,9 Prozent), im kaufmännischen Bereich (plus 5,9 Prozent) und in Callcentern (plus 3,2 Prozent) zu verzeichnen. Nur leichte Entgeltzuwächse gab es in den Bereichen Marketing und Technikservice (jeweils plus 2,0 Prozent), in der Beratung (plus 1,6 Prozent) und in der Verwaltung (plus 1,5 Prozent). Nahezu unverändert sind die Gehälter im Bereich Service-Management (plus 0,5 Prozent) und im Bereich Software Engineering (plus 0,1 Prozent). Leichte Verluste gab es im Bereich Rechenzentrum (minus 0,3 Prozent) und in der Hardware-Entwicklung (minus 0,5 Prozent).

Die IG Metall kritisiert darüber hinaus die zu geringe Frauenquote in der IT-Branche. Sie lag demnach 2010 auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Mit Verweis auf das Bundesinstitut für berufliche Bildung erreichte die Frauenquote laut IG Metall einen Anteil von acht Prozent bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. „Die Arbeitgeber sollten jetzt dringend mit den Betriebsräten Maßnahmen entwickeln, mit denen sie die ITK-Branche für Frauen attraktiver machen können. Im Vordergrund müssen Maßnahmen stehen, die es Frauen erleichtern, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren“, forderte Helga Schwitzer. Gute Nachrichten gebe es hingegen bei der Gehaltsentwicklung von Frauen. Ihre Gehälter gleichten sich immer mehr denen der Männer an.

Die Gehaltsanalyse der IG Metall basiert auf den gezahlten Jahresbruttoentgelten von Unternehmen. Hierzu wurden verschiedene ITK-typische Tätigkeiten insgesamt 74 verschiedenen Jobs in 16 Jobfamilien zugeordnet und knapp 27.000 Daten aus 118 Betrieben ausgewertet.

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