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Interview mit Jörg Mecke, Area Chief Technology Officer Germany Comparex AG “Ich schließe mich bei „sofortness“ an.“

| Redakteur: Ulrich Roderer

Cloud Computing gewinnt sowohl in Unternehmen als auch bei Anwendern immer mehr Gewicht. DataCenter-Insider sprach mit Jörg Mecke, Area Chief Technology Officer Germany Comparex AG über die Perspektiven.

Wie verändert die Cloud die IT und das Nutzerverhalten?
Wie verändert die Cloud die IT und das Nutzerverhalten?

Cloud Computing ist seit Jahren der Hype auf dem IT-Sektor. In diesem Fahrwasser wird vieles einfach nur umgelabelt, dennoch entwickeln sich auch wirklich neue Infrastrukturen und neue Weisen der Verfügbarkeit von IT-Kapazitäten.

Herr Mecke, vielen Unternehmen dieses Landes ist noch nicht ganz klar, welchen neuen Nutzen Cloud Computing für das Geschäftsumfeld bringt. Wenn Sie jetzt für uns in eine Glaskugel schauen, wie sehen Sie die Entwicklungen in den nächsten fünf Jahren?

Jörg Mecke: Ich glaube, in fünf Jahren wird eine Cloud selbstverständlich sein. Die Menschen werden es gewohnt sein, sich einfach zu bedienen, IT einfach aus der großen Wolke zu beziehen. Ob das nun im Unternehmen ist oder außerhalb des Unternehmens, ist dabei relativ egal. Hauptsache ist, dass sie ihren Job gut machen können.

Wenn man die Vorteile von Cloud Computing beschreibt, schwirren ja wirklich ziemlich viele Begriffe umher. Ich denke da zum Beispiel an „Bring your own device“, „Consumerization der IT“ oder schön ist ja auch der Anglizismus „sofortness“ – welches Unwort gefällt Ihnen da am besten?

Jörg Mecke: Ich schließe mich bei „sofortness“ an. Geprägt durch den Internet-Blogger Lobo prägt „sofortness“ einen Zeitgeist, den wir gerade haben: jeder will alles sofort haben und das ist eigentlich auch genau das, was die Cloud bedient. Ich warte nicht mehr ein oder zwei Tage, Wochen oder Monate, sondern ein bis zwei Minuten und habe sofort, was ich brauche.

Jetzt mal auf den Punkt gebracht: für wen macht eine Private Cloud Sinn und wer nutzt lieber eine Public Cloud?

Jörg Mecke: Eine Private Cloud lohnt sich vor allen Dingen für größere Umgebungen, ab 5000 Benutzer aufwärts. Ob das nun ein Unternehmen ist oder eine öffentliche Einrichtung, ist dabei egal. Für den Mittelstand oder Kleinstunternehmen ist die Public Cloud dabei sinnvoller. Für große Unternehmen gibt es auch noch die Mischform, die so genannte Hybrid Cloud.

Viele Kunden haben ja ihren Server und auch schon die Anwendungen virtualisiert – welche letzten Schritte fehlen jetzt noch zu einer Private Cloud-Infrastruktur?

Jörg Mecke: In häufigen Fällen fehlt das Provisioning oder auch die Automatisierung, das ist ein ganz wichtiger Bestandteil einer Cloud. Das ergänzt man dann um Self-Service-Portale, das heißt der Benutzer kann sich selber bedienen. Zum Schluss erfolgt die Abrechnung; man bezahlt für das, was man bekommen hat.

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