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Big-Data-Auswertungen gegen Betrüger und Risikoanalyse für Finanzdienstleister IBM übernimmt Analysedienstleister i2 und Algorithmics

| Redakteur: M.A. Dirk Srocke

Mit zwei Akquisitionen will IBM das eigene Analytikangebot stärken. Der britische Big-Data-Experte i2 bringt Lösungen zur Betrugsbekämpfung bei Unternehmen und Behörden ein. Der bislang zur Fitch Group gehörige Anbieter Algorithmics liefert Banken, Investmentfirmen und Versicherungen Software und Services zur Risikoanalyse.

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IBM erweitert Software-Group und Business-Analytik-Portfolio.
IBM erweitert Software-Group und Business-Analytik-Portfolio.
( Archiv: Vogel Business Media )

IBM übernimmt die Anbieter i2 sowie Algorithmics und erweitert damit das eigene Angebot für Big-Data-Analysen im Sicherheitsbereich sowie Risikoanalysen bei Finanzdienstleistern. Laut einer Übernahmevereinbarung wird Big Blue für Algorithmics 387 Millionen US-Dollar zahlen – abhängig vom Börsenschlusswert; über den Kaufpreis des bereits übernommenen Anbieters i2 ist nichts bekannt.

Der nicht-börsennotierte, britische Anbieter i2 hat sich auf die Betrugsbekämpfung bei Unternehmen und Behörden spezialisiert. Dabei baut das Unternehmen auf die Untersuchung großer Datenbestände, auch: Big Data. Nach eigenen Angaben bedient i2 über 4.500 Kunden aus 150 Ländern. I2 wird in die IBM Software-Group integriert.

IBM betrachtet Betrugsbekämpfung und Sicherheitsmaßnahmen gegen Bedrohungen als Schlüsselthemen für intelligent geführte Städte, Unternehmen oder Staaten. Mit kombinierten IBM- und i2-Lösungen sollen Organisationen künftig große Datenmengen in Echtzeit analysieren und so auf Bedrohungen reagieren.

Das kanadische Unternehmen Algorithmics vertreibt Risikoanalyse-Software und -Services für Banken, Investmentfirmen sowie Versicherungen. Die sollen Risiken damit besser einschätzen, regulatorische Anforderungen erfüllen und Geschäftsentscheidungen auf Basis fundierter Informationen treffen. IBM will die Lösungen in das Business-Analytik-Portfolio für Financial Services einbinden.

Zu den 350 Kunden von Algorithmics gehören laut IBM auch 25 der Top-30-Banken und über zwei Drittel der im CRO-Forum organisierten Versicherer. Als Referenzen nennt das Unternehmen beispielsweise HSBC oder die Allianz-Gruppe. Bis dato gehörte Algorithmics zur Fitch Group, die mehrheitlich von der französischen Holding Fimalac gehalten wird.

Jubiläums-Edition von IBM SPSS Statistics

Parallel zu den angekündigten Akquisen hat IBM mit SPSS Statistics 20 auch eine Jubiläumsversion der Business-Analytics-Software angekündigt. Neben schärferen und tieferen Analysen und einer insgesamt verbesserten Produktivität gibt es im neuen Release auch neue Möglichkeiten, geografische Daten in die Analysen aufzunehmen. So können Organisationen damit Analyseergebnisse nach bestimmten örtlichen Kriterien filtern, um so beispielsweise geografische Entwicklungen in einer bestimmten Region schneller und leichter zu erkennen.

Weiter optimiert wurden auch die Analyse-Funktionen an sich. So können Unternehmen ab sofort ihre linearen Analysemodelle erweitern und generalisiert-lineare mit linear-mixed Modellen kombinieren - dies soll zu insgesamt noch tieferen und schärferen Analysen führen.

So gibt die Software beispielsweise interaktive und vollständig editierbare Tabellen fünf Mal schneller aus, als in der Vorversion – der Nutzer muss also nicht mehr abwarten, bis die Tabellen vollständig gerendert sind. Auch andere Aktionen, wie die Aktivierung, Pivotisierung, das Drucken oder Exportieren laufen in bis zu 30-facher Geschwindigkeit. Zudem umfasst die Software verbesserte Datensicherheits- und Sortierfunktionen sowie die Fähigkeit, Server-Jobs bei unterbrochener Client-Server-Verbindung bearbeiten zu lassen.

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