Rechenzentrums- und Cloud-Strategie im Ländervergleich

Hybride IT setzt sich bei Unternehmen als Standard durch

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Die Vorteile hybrider IT-Umgebungen dürfen nicht durch teure und arbeitsintensive Migration und Verwaltung geschmälert werden.
Die Vorteile hybrider IT-Umgebungen dürfen nicht durch teure und arbeitsintensive Migration und Verwaltung geschmälert werden. (Bild: © maykal - Fotolia)

Laut dem Bericht „Success Factors for Managing Hybrid IT“ des IT-Dienstleisters Dimension Data hat sich hybride IT zum gängigen Standard für moderne Unternehmensmodelle entwickelt. Im Ländervergleich gibt es aber deutliche Unterschiede bei den Beweggründen für die Umstellung.

Für die Studie hat Dimension Data gemeinsam mit dem IT-Forschungsunternehmen 451 Research insgesamt 1.500 IT-Entscheider aus zahlreichen Branchen in den USA, Europa, dem Asien-Pazifik-Raum und Südafrika befragt. Dabei sollte der aktuelle Stand hybrider IT als Teil der Rechenzentrums- und Cloud-Strategien von Unternehmen beleuchtet werden. Gleichzeitig wollte man die wichtigsten Anforderungen und Geschäftsfaktoren ermitteln, die Entscheidungen bezüglich der Arbeitslastverteilung im Unternehmen beeinflussen.

Fakt ist: Hybride IT als Unternehmensmodell breitet sich immer weiter aus. Dennoch gibt es keinerlei Anleitung für eine erfolgreiche Umsetzung. Die Entscheidungsfaktoren und Herangehensweisen sind von Land zu Land sehr verschieden. So stellte sich heraus, dass Unternehmen aus Hongkong, dem Vereinigten Königreich und den USA vorwiegend die Nachfrage von Endanwendern hervorhoben. Währenddessen spielte für Befragte in Frankreich, Singapur und Südafrika der Kostenfaktor eine vorrangige Rolle. Malaysische Unternehmen führten Schwierigkeiten bei der Einstellung geeigneter Arbeitskräfte an und deutsche Unternehmen erwähnten die begrenzte Kapazität von Rechenzentren als häufigsten Entscheidungsfaktor.

Besonders auffällig ist, dass 41 Prozent der befragten Anwender bei der Bereitstellung das Management hybrider IT-Umgebungen als besonders schwierig erachten. Da Daten und Prozesse zunehmend in mehrere cloud-basierte und nicht cloud-basierte Umgebungen verlagert werden, brauchen IT-Manager neue Möglichkeiten, die vielen heterogenen IT-Umgebungen zu verwalten und zu schützen. Automatisierung könnte so ein Ansatz sein, erklärt Jörg Jakobi, Head of Business Unit Datacenter bei Dimension Data in Deutschland: „Hierdurch können Betriebskosten und der Arbeitsaufwand reduziert werden, der durch die immer komplexeren Geschäftsprozesse und Verwaltungsaufgaben entsteht.“ Die manuelle Ausführung dieser Aufgaben sei aber weder angemessen, noch kosteneffektiv.

Migration als Herausforderung

Eine weitere große Herausforderung stellt die Migration von Daten dar. Die meisten Unternehmen empfinden die aktuelle Praxis der Anwendungs- und Datenmigration als überaus komplex und kostenintensiv. 44 Prozent der Befragten halten es für schwierig, die beste Option für eine bestimmte Arbeitslast zu bestimmen sowie Workloads auf neue Standorte zu verteilen. Von den befragten Unternehmen erklärten 38 Prozent, dass sie ihre Anwendungsmigration durch Automatisierung beschleunigen, während 48 Prozent aussagten, dass die Migration bei ihnen manuell erfolge und daher sehr arbeitsintensiv sei.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Managed Services zur zentralen Komponente bei der Servicebereitstellung für zahlreiche Infrastruktur- und Anwendungsprodukte geworden sind. Daher sind laut Kelly Morgan, Research Vice President für den Bereich Services bei 451 Research, Serviceanbieter, „die ein umfassendes Portfolio an Managed Services über ein breites Spektrum an Infrastrukturoptionen hinweg anbieten können, gut positioniert, die gesamten Cloud-Anforderungen von Unternehmen zu erfüllen.“

Hilfe von Drittanbietern

Aus dem von Dimension Data veröffentlichten Bericht „Success Factors for Managing Hybrid IT“ (Erfolgsfaktoren für die Verwaltung hybrider IT) lassen sich noch weitere Erkenntnisse ziehen. So sind viele Unternehmen, trotz Bedenken bezüglich Sicherheit, der Einhaltung von Bestimmungen und Integrationsproblemen, bereit, moderne Netzwerktechnologien wie SDN (Software-defined Networking) und die Virtualisierung von Netzwerkfunktionen zu übernehmen. Außerdem setzen Unternehmen innovative bzw. neu entwickelte Technologien wie Container-Technologien, Big-Data-Lösungen und SDN in Produktionsszenarien ein.

Ein bedeutender Anteil des IT-Budgets wird für von Drittanbietern angebotene Managed Services und professionelle Dienstleistungen ausgegeben, und zwar aus unterschiedlichen Gründen: um die Kosten zu senken, um IT-Mitarbeiter schwerpunktmäßig bei anderen Projekten einzusetzen, um die Sicherheit zu erhöhen oder um sich auf einen bestimmten technischen Fachbereich zu spezialisieren. Gemäß der Untersuchung arbeiten 41 Prozent der Unternehmen mit unterschiedlichen Anbietern zusammen und verwalten diese selbst, während weitere 37 Prozent mit einem einzigen Anbieter arbeiten, der ein breites, von ihm selbst zusammengestelltes und verwaltetes Spektrum an Produkten und Dienstleistungen bietet.

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