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Hybridantrieb in die Wolke: Alles okay? Hybrid Cloud, Multi Cloud - Die Kombi-Möglichkeiten gehen in die Millionen

| Autor / Redakteur: Onur Aksoy* / Ulrike Ostler

Sei es im kleinen Rahmen, wie „Google Docs“ oder „Microsoft Office 365“, bei einzelnen Kundenanwendungen oder mit kompletten IT-Infrastrukturen – selbst eher risikoscheue Branchen setzen inzwischen auf Cloud. Meist werden sogar verschiedene Cloud-Anbieter genutzt, hier gilt es, den Überblick zu behalten.

Viele Unternehmen fürchten zurecht ein Vendor-Lock-in, wenn sie nur einer Cloud vertrauen. Sie behalten kritische Applikationen und nehmen die Angebote weitere Cloud-Anbieter an. So muss ein Cloud-Monitoring heute bereits über 300 unterschiedliche Integrationen abdecken.
Viele Unternehmen fürchten zurecht ein Vendor-Lock-in, wenn sie nur einer Cloud vertrauen. Sie behalten kritische Applikationen und nehmen die Angebote weitere Cloud-Anbieter an. So muss ein Cloud-Monitoring heute bereits über 300 unterschiedliche Integrationen abdecken.
(Bild: gemeinfrei - Free-Photos / CC0 )

War vor wenigen Jahren noch die Rede davon, Workloads in eine einzige öffentliche oder private Cloud auszulagern, haben sich Hybrid-Cloud-Architekturen, also die Mischform aus beidem, heute als attraktiveres Modell etabliert. Und mit der Vielfalt an alternativen Infrastrukturanbietern – von Amazon über Google und Microsoft bis hin zu Oracle oder IBM – verstärkt sich dieser Trend. So genannte Multi-Cloud-Infrastrukturen sind immer häufiger die bevorzugte Wahl.

Es gibt für Unternehmen gute Gründe, auf Multi Cloud- oder hybride Cloud-Architekturen zu setzen. Manche wollen sich nicht von einem Anbieter abhängig machen. Bei anderen schreiben Compliance- und Datenschutzregeln redundante Systeme vor. Wieder andere Firmen befinden sich in einer Migrationsphase und behalten währenddessen bestimmte Services noch auf eigenen Servern. Dann gibt es natürlich auch Unternehmen, die frei nach dem Best-of-Breed-Prinzip für ihren jeweiligen Anwendungsfall den jeweils besten Anbieter auswählen.

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Die Cloud-Familie

Cloud-Dienste werden nach der unterschiedlichen Bereitstellungs-, beziehungsweise Nutzungsart unterteilt. Je nachdem, von wem der Service angeboten wird, an wen er sich richtet oder wie er eingesetzt wird, spricht man von:

Public Cloud: Die öffentliche Cloud ist ein frei zugängliches Angebot für jeden. In diese Kategorie fallen kostenlose Webmailer-Dienste genauso wie kostenpflichtige CRM- oder ERP-Cloud-Lösungen.

Private Cloud: Die private Cloud ist – Sie ahnen es – privat. Hierbei handelt es sich um ein On-Premises Data Center, welches auf Cloud-Technologie aufbaut. IT-Dienste werden weiterhin selber betrieben und ausschließlich eigenen Mitarbeitern über einen Webbrowser zugänglich gemacht.

Hybrid Cloud: Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus den beiden erstgenannten. Bestimmte Services laufen bei öffentlichen Anbietern, andere – oft datenschutzrelevante – Services verbleiben in der Hoheit des Unternehmens.

Community Cloud: Eher ein Sonderfall, in dem Cloud-Infrastrukturen von einem dedizierten Nutzerkreis, etwa mehreren Unternehmen, genutzt werden. Anwendungsfälle liegen hier oftmals in Projekten.

Multi Cloud: Hier werden mehrere Cloud-Dienste und Cloud-Plattformen unterschiedlicher Anbieter – und bei Bedarf auch Private Clouds – zu einer aus Anwendersicht einzigen großen Cloud vereint.

In jedem dieser Fälle geht es um Flexibilität; eine neue Flexibilität, die sich uns erst durch Cloud-Infrastrukturen bietet und bei der On-Premise-Systeme oft nicht mithalten können. So können zusätzliche Dienste oder Kapazitäten problemlos hinzugeschaltet, neue Tools ausprobiert oder alte Services restlos, oder auch nur zeitweise, heruntergefahren werden. Mehr Agilität und Flexibilität, die Kernversprechen der Cloud, bedeuten jedoch nicht selten auch mehr Unübersichtlichkeit.

Aus eins mach viele

In den Anfangstagen schien manches einfacher. Viele unserer langjährigen Kunden bei Datadog nutzten zunächst fast ausschließlich die Cloud-Lösung eines großen Players und setzten damit auf das geringste Risiko. Was folgte, waren erste, zögerliche Deployments in hybriden Umgebungen.

Hatte man aber erst einmal den Schritt in die Cloud gemacht, fiel es auch zunehmend leichter, Workloads auf verschiedene Clouds zu verteilen. Denn der Compliance- oder Datenschutzcheck war bereits erfolgt, Prozesse wurden bereits auf die neuen, flexiblen Bedingungen abgestimmt. Eben dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken, egal ob der Weg in die Cloud über „Amazon Web Services“, „Microsofts Azure“ oder die „Google Cloud“ führt.

Mit einer wachsenden Zahl von Dienstleistern und privaten Clouds schaffen sich Unternehmen schrittweise ihr individuelles, heterogenes Cloud-Ökosystem. Die Komplexität steigt und mit ihr der Aufwand, das System effektiv zu verwalten. Und obwohl viele Unternehmen ihre Multi Cloud theoretisch mit Hilfe von nativen Tools und Services aus jeder einzelnen Cloud und von jedem einzelnen Dienstleister verwalten können, lohnt sich der Einsatz übergreifender Systeme wie Cloud Monitoring Plattformen, Cloud Management Plattformen oder Cloud Service Brokern.

Denn sie reduzieren nach und nach die Komplexität, damit am Ende tatsächlich mehrere Clouds wie eine einzige Cloud verwaltet werden können. Bliebe alles beim Alten, wäre die neue Flexibilität und Freiheit der Cloud schneller verpufft, als man denkt.

Wenn es nur die Cloud selber wäre...

Unternehmen nutzen heute also aus unterschiedlichsten Gründen mehrere Clouds. Spezielle Plattformen helfen ihnen, diese wieder zusammenzuführen. Soweit, so gut. Doch es kommen noch weitere Ebenen hinzu, welche die Komplexität zusätzlich erhöhen: Services, Applikationen und Entwickler-Tools erstrecken sich heute oft über mehrere Clouds.

Verkompliziert wird das zudem durch Spezial-Cloud-Dienste für Backup, Internet of Things- und KI-Umgebungen, Container, Endgeräte und mehr - und das dann vielleicht noch parallel in unterschiedlichen Regionen, wie den USA und Europa.

Datadog ist ein Monitoring-Dienst für hybride Cloud-Anwendungen.
Datadog ist ein Monitoring-Dienst für hybride Cloud-Anwendungen.
(Bild: Datadog)

Moderne Cloud-Monitoring-Lösungen müssen heute bereits über 300 unterschiedliche Integrationen abdecken können, nur um ein annähernd vollständiges Bild liefern zu können. Die Kombinationsmöglichkeiten gehen in die Millionen.

Und dann muss das Gesamtbild ja auch noch einen Sinn ergeben. Das heißt, wenn schon alles in einem System zusammenläuft, dann muss es auch im richtigen Kontext zueinander dargestellt werden, damit überhaupt Rückschlüsse gezogen werden können. Der Systemforscher Frederic Vester sagte einmal, dass „in einem komplexen System die Beziehungen der Elemente zueinander wichtiger ist, als die Elemente selbst“.

Wie recht er damit in Bezug auf die immer dynamischer und heterogener werdenden Cloud-Umgebungen hatte, konnte er seinerzeit nicht wissen. Aber klar ist, dass das Zusammenspiel der einzelnen Elemente und Infrastrukturen im Cloud-Gefüge ebenso von Bedeutung ist, wie jede Anwendung, jedes Log, jeder Container oder jede Cloud für sich.

In Klassifizierungen gedacht

Jedes Unternehmen mit Cloud-Ambitionen muss aus den geschilderten Gründen von vornherein einplanen, wie es die Übersicht über seine Cloud-Infrastruktur und die darin laufenden Applikationen, Backups oder Tools behalten kann. Ganz gleich, ob es zunächst nur ein Cloud-Dienstleister ist, eine hybride Umgebung oder direkt die Multi-Cloud – mit dem Wechsel in die Cloud wandeln sich auch die Anforderungen an das Monitoring und das Management der Infrastruktur.

Nicht selten steht die IT-Abteilung dann plötzlich vor der Aufgabe, zunächst alle Applikationen in eine einheitliche Architektur bringen zu müssen. Denn es bedarf einer sauberen und konsequenten Klassifizierung der im Unternehmen vorhandenen und verarbeiteten Daten als Grundvoraussetzung für einen zentralen Überblick. Denn nicht immer können bereits vorhandene Anwendungen – ob nun lokal gehostet oder aus der Cloud – auch ohne Weiteres in ein Cloud-fähiges Monitoring eingebunden werden.

Der Autor des Artikel ist Onur Aksoy, Regional Vice President DACH bei Datadog.
Der Autor des Artikel ist Onur Aksoy, Regional Vice President DACH bei Datadog.
(Bild: Datadog)

Es klingt nicht nur so, als verlöre die Cloud durch diesen scheinbaren Overhead viele ihrer Flexibilitätsversprechen. Das ist auch praktisch so. Und viele Unternehmen stoßen deshalb beim eigenen Cloud-Wachstum an eine gefühlte Grenze, da jede weitere Ausdehnung zu mehr Komplexität führt.

Die Einheitlichkeit kann jedoch auch anders erreicht werden, indem Tools und Lösungen eingesetzt werden, die quellenagnostisch ein breites Spektrum an Clouds, Dienstleistern, Anwendungs-Tools oder lokalen Datensätzen integrieren. Dann ist es gleich, ob das Unternehmen auf eine Cloud, Hybrid-, Multi- oder gar Community-Clouds setzt. Im täglichen Betrieb erfolgt die Handhabung wie bei einer einzigen Cloud. Und damit können wir uns wieder auf die Vorzüge des Cloud Computings fokussieren, ohne uns im Cloud-Chaos zu verlieren.

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Über Datadog

Datadog ist ein Monitoring-Dienst für hybride Cloud Anwendungen, der seinen Kunden dabei hilft, die Agilität und Effizienz zu verbessern und End-to-End-Sichtbarkeit für alle Anwendungen und die gesamte Organisation zu erreichen. Die SaaS-basierte Datenanalyseplattform hilft DevOps und anderen IT-Teams, ihre Anwendungen schneller auf den Markt zu bringen, sie jederzeit verfügbar zu halten und digitale Transformationsprojekte erfolgreich umzusetzen.

Seit der Gründung 2010 haben über 5.000 Unternehmen den Service von Datadog für sich entdeckt, darunter Asana, Ebay, Pagerduty, Stripe, Samsung, Target, The Washington Post und Zendesk.

* Onur Aksoy ist Regional Vice President DACH bei Datadog (siehe Kasten).

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