Hybride Clouds - Vorteile und Einschränkungen Hybrid Cloud im Unternehmen – ja oder nein?

Autor / Redakteur: Thorsten Eckert, Actifio / Florian Karlstetter

Vieles kann sich in rund einem Jahrzehnt ändern. Wenn Sie CIOs und IT-Verantwortlichen fragen, was die größte Veränderung in dieser Zeit für sie und ihre Unternehmen war und aktuell ist, wird für die überwiegende Mehrheit an erster Stelle die Cloud stehen.

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Die Hybrid Cloud als Herausforderung für Unternehmen - nicht nur Vorteile, auch Einschränkungen.
Die Hybrid Cloud als Herausforderung für Unternehmen - nicht nur Vorteile, auch Einschränkungen.
(Bild: Actifio)

Die Cloud ist von einem relativ unbekannten Konzept zu einem wichtigen Thema in den Führungsetagen von Unternehmen verschiedener Branchen und Größen avanciert. Grund dafür ist das Versprechen einer „Transformation“ für das Unternehmen, also eines grundlegenden Wandels.

Viele Unternehmen haben damit begonnen, private Cloud-Netzwerke einzurichten. Darin wollen sie wichtige Anwendungen vorhalten, um Mitarbeitern auf der ganzen Welt jederzeit von überall Zugriff auf geschäftskritische Daten zu ermöglichen. In vielen Fällen zahlt sich der Aufwand aus. Durch die Verlagerung in die Cloud kann tatsächlich eine verbesserte Produktivität und ein einfacherer Zugriff auf Anwendungen und Daten erzielt werden.

Ressourcen der Public Cloud nutzen

Es mangelt nicht an Unternehmen, die öffentliche Cloud-Dienste aufgebaut haben, um vollen Nutzen aus dieser Entwicklung zu ziehen: Branchengrößen wie Amazon, Google, Microsoft und Oracle, um nur einige zu nennen. Dann gibt es Tausende von kleineren Serviceprovidern, die eher Nischenlösungen anbieten. Diese Dienste können eine billigere Alternative zum Aufbau einer internen privaten Cloud-Infrastruktur sein. Ebenso bieten sie sich als notwendige Erweiterung der Grenzen der privaten Cloud an, für gelegentliche Spitzen beim Bedarf an Rechenleistung.

Viele Unternehmen haben damit begonnen, private und öffentliche Cloud-Angebote zu vermengen, um eine Hybrid-Cloud-Infrastruktur zu schaffen. Diese Hybrid Clouds kombinieren die Kontrolle und Sicherheit einer privaten Cloud mit der Flexibilität und den niedrigen Kosten der öffentlichen Cloud-Angebote. Zusammen bilden sie eine leistungsstarke Lösung, um die erhöhten Anforderungen des Unternehmens an die IT zu erfüllen.

Cloud Computing liefert eine schier endlose Liste von Gründen, warum Unternehmen es nutzen sollten: Kosteneinsparungen, sogar höhere Sicherheit, verbesserte Agilität, ein besserer Zugang zu Ressourcen, mehr Flexibilität und vieles mehr. Die Implementierung neuer Technologie ist aber auch von Risiken und Herausforderungen begleitet, die im Roll-out-Plan zu berücksichtigen sind. So gibt es eine Reihe von Vor-und Nachteilen – oder Herausforderungen – zu berücksichtigen.

Was für eine Hybrid Cloud spricht

Kosten: Einer der wichtigsten Vorteile eines Hybrid-Cloud-Ansatzes sind Kosteneinsparungen. Anstatt ausschließlich in eigene Infrastruktur zu investieren, können Unternehmen für bestimmte Anwendungsbereiche bedarfsgerecht auf öffentliche Cloud-Angebote zurückgreifen.

Sicherheit: Während sich in der traditionellen IT die Zweifel an der Sicherheit der Cloud hartnäckig halten, sind die Nutzer von Serviceprovider-Umgebungen tatsächlich von weniger Angriffen betroffen als On-Premise-Nutzer. Der Mythos, dass Cloud Computing weniger sicher ist als traditionelle Ansätze, scheint also eher der Wahrnehmung geschuldet zu sein, dass man kritische Daten nicht gern außer Haus gibt.

Agilität: Ein weiterer großer Vorteil der Hybrid Cloud sind geringere Ausfallzeiten bei intensiver Nutzung. So bietet die Cloud für die Entwicklung und Erprobung neuer Anwendungen eine attraktive Option. Dadurch können sich Unternehmen auch Zeit bis zur endgültigen Entscheidung, wo die Anwendungen dauerhaft vorgehalten werden sollen, erkaufen.

Zugänglichkeit: Da die Mitarbeiter zunehmend mobiler werden, ist eine bessere Zugänglichkeit zu unternehmenskritischen Anwendungen eine Notwendigkeit für jedes Unternehmen des 21. Jahrhunderts. Vorbei sind die Zeiten, als die Mitarbeiter nur auf ihre E-Mails zugreifen mussten, wenn sie an ihren Schreibtischen waren und nur während der Geschäftszeiten eine Tabelle aktualisieren oder auf eine Anwendung zugreifen konnten. Heute spielt sich der Geschäftsalltag rund um die Uhr ab. Damit sich Unternehmen effektiv im Wettbewerb behaupten können, bietet die Cloud den Vorteil, überall und jederzeit auf Anwendungen und Daten zugreifen zu können.

Was gegen eine Hybrid Cloud spricht – oder wo die Herausforderungen liegen

Tools und Fähigkeiten: Es braucht Tools, aber auch spezielle Fähigkeiten, um eine Hybrid-Cloud-Lösung effizient zu betreiben. Was an Know-how im Unternehmen nicht vorhanden ist, muss eingekauft werden. Für das bestehende IT-Team sind Schulungsmaßnahmen angesagt, wenn die Entscheidung für die Verlagerung in die Cloud gefallen ist. All dies kostet Geld, siehe nächster Punkt.

Kosten: Kosten spielen eine wichtige Rolle bei der Planung und Umsetzung einer Hybrid-Cloud-Strategie. Während die öffentliche Cloud viel Flexibilität zu relativ niedrigen Kosten bietet, erfordert der Aufbau einer privaten Cloud erheblichen Aufwand. Die nötige physische Hardware kann teuer werden. Zur gleichen Zeit kann die starke Nutzung von Public-Cloud-Ressourcen unerwartet hohe Rechnungen verursachen. Im Budget für ein Hybrid-Cloud-Projekt sollten alle diese Kosten berücksichtigt werden.

Sicherheit: Sicherheit steht ganz oben, wenn es um die Cloud geht. Wie bereits beschrieben, muss Cloud-Computing nicht zwangsläufig unsicherer sein als herkömmliche IT-Umgebungen – und ist in der Praxis sogar von weniger Angriffen betroffen. Dennoch müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um sicherzustellen, dass die Daten ausreichend geschützt sind und die richtigen Leute die Kontrolle darüber haben. Zusätzlich kann es branchenspezifische regulatorische Anforderungen geben, die es zu berücksichtigen gilt.

Daten- und Anwendungsintegration: Die Daten- und Anwendungsintegration ist eine weitere große Herausforderung beim Aufbau einer Hybrid-Cloud. Anwendungen und Daten existieren in einer symbiotischen Beziehung, wobei jede Komponente ohne die andere nutzlos ist. Oft sind sie aneinander gekettet. Wenn eine Anwendung in einer privaten Cloud betrieben wird und die Daten im eigenen Rechenzentrum vorgehalten werden, muss die Anwendung Remote-Zugriff auf die Daten ermöglichen. Technologien wie Copy-Data-Virtualisierung können die Daten von der Infrastruktur entkoppeln, wodurch das Problem des Datenzugriffs auf einfache Weise gelöst wird.

Kompatibilität: Kompatibilität zwischen Infrastrukturen kann ein großes Problem sein, wenn eine Hybrid-Cloud eingerichtet wird. Bei zwei Ebenen der Infrastruktur, also einer privaten und einer öffentlichen Cloud, stellt sich die Frage, ob diese zwei IT-Stacks mit den gleichen Werkzeugen verwaltet werden können – oder das Team ein neues Tool-Set erlernen muss, um sie effektiv zu überwachen.

Vernetzung: Vernetzung ist ein weiterer Faktor, der bei der Hybrid-Integration zu berücksichtigen ist. Werden sehr aktive Anwendungen in der Cloud betrieben? Dann kann es notwendig sein, die Bandbreitennutzung im Netzwerk zu berücksichtigen, um nicht andere Anwendungen auszubremsen.

Thorsten Eckert, Sales Director DACH bei Actifio
Thorsten Eckert, Sales Director DACH bei Actifio
( Actifio / www.mallorcafotograf.com)

Hybrid Cloud: Vorteil, aber auch Herausforderungen

Wie jedes IT-Projekt, bringt der Aufbau einer Enterprise-Hybrid-Cloud viele Vorteile, aber auch Herausforderungen mit sich. Werden diese während der Planung berücksichtigt, lassen sich Schwierigkeiten minimieren und die Vorteile für das Unternehmen maximieren.

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