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Licht ins Dunkel der Black Box Hürden bei der Modernisierung von altgedienten Enterprise Applikationen

Autor / Redakteur: Rainer Downar / Florian Karlstetter

In vielen Unternehmen steht in nächster Zeit eine Modernisierung ihrer altgedienten Enterprise-Applikationen an. Worauf es hierbei im Wesentlichen ankommt beschreibt Rainer Downar, Country Manager bei Micro Focus in einem Gastkommentar.

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Rainer Downar, Country Manager von Micro Focus Central Europe.
Rainer Downar, Country Manager von Micro Focus Central Europe.
( Archiv: Vogel Business Media )

Zahlreiche Unternehmen müssen in den nächsten Jahren ihre Enterprise-Applikationen modernisieren. Mittlerweile sind diese Anwendungen, die die zentralen Geschäftsprozesse abbilden, in die Jahre gekommen. Nicht, weil sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen würden, sondern zum einen, weil sie in der Regel auf teuren Plattformen betrieben werden, zum anderen, weil sie nicht flexibel genug sind, um neue Anforderungen abdecken zu können. Modernisierung heißt also: Verlagerung auf kostengünstigere Plattformen und/oder Integration in aktuelle Technologien.

Erweiterungen, Veränderungen und Anpassungen

Enterprise-Applikationen wurden über Jahre, wenn nicht über Jahrzehnte verändert, erweitert, ergänzt, ausgebaut und angepasst. So notwendig die Pflege und Weiterentwicklung immer war, so führte dies dazu, dass diese Anwendungen nur noch mit hohem Kostenaufwand zu warten sind. Man weiß zwar, was man hineinstecken muss, und man weiß auch, was man herausbekommt – schließlich funktionieren die Systeme ja. Detailkenntnisse über die gesamte Anwendung, also über das Innere dieser Black Box, sind nur noch begrenzt vorhanden.

So kennen viele Unternehmen ihre Enterprise-Applikationen erstaunlich wenig – ausgerechnet über die Systeme, von denen ihr Gedeihen doch ganz entscheidend abhängt. Die internen Zusammenhänge der Anwendung, der strukturelle Aufbau, die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Elementen und auch die Schnittstellen zu Sub-Systemen stellen ein kaum lösbares Rätsel dar.

Undokumentierter Source Code

Vielfach ist nicht einmal mehr bekannt, ob noch alle Programm-Sourcen vorhanden sind. Kein Wunder, dass Experten, davon ausgehen, dass die Anwendungen einen Ballast von 10 bis 20 Prozent toten Programmcodes mit sich herumschleppen – Code, der nie und nirgends aufgerufen wird. In Ausnahmenfällen gibt es noch eine Programm-Dokumentation, solle sie sogar lückenlos sein, so braucht es dennoch jemanden, der sie versteht.

Dass die ursprünglichen Know-how-Träger, also diejenigen, die diese Anwendungen über die Jahre hinweg betreut und gepflegt haben, heute meist nicht mehr im Unternehmen sind, erleichtert die Sache nicht. Die IT hat sich in solchen Fällen damit abgefunden, möglichst wenig an den in den Tiefen der Applikationen verborgenen Geheimnisse zu rühren. Solange die Anwendung ihren Dienst tut, kann man damit vielleicht zufrieden sein, aber eine Modernisierung, die nun mal einen mehr oder weniger tiefen strukturellen Eingriff bedeutet, lässt sich so nicht umsetzen.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, wie eine professionelle Code-Analyse dazu beiträgt, funktionale Zusammenhänge zu erfassen, um so die Spreu vom Weizen trennen zu können.

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