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Swisscom setzt auf HP FlexNetwork Utility Advantage Program HP vermietet LAN-Ports über Provider

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Gemeinsam mit dem Telekommunikationsdienstleister Swisscom hat Hewlett-Packard das HP FlexNetwork Utility Advantage Program vorgestellt. Über das können Unternehmen LAN-Hardware für knapp fünf Euro pro GbE-Port mieten.

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Oliver Spring verkündet den monatlichen Preis von sechs Schweizer Franken pro GbE-Port – und nennt auf Nachfrage weitere Service- und Migrationskosten.
Oliver Spring verkündet den monatlichen Preis von sechs Schweizer Franken pro GbE-Port – und nennt auf Nachfrage weitere Service- und Migrationskosten.
(Bild: HP/Swisscom, Srocke)

Ein auf den tatsächlichen Bedarf zugeschnittenes und flexibel anpassbares LAN ohne hohe Anschaffungskosten verspricht Hewlett-Packard (HP) Organisationen mit dem jetzt gestarteten HP FlexNetwork Utility Advantage Program. Dabei orientiert sich der Anbieter an Cloud-getriebenen Geschäftsmodellen: Gemeinsam mit Communication Service Providern (CSP) vermietet der Hersteller seine Hardware. Abgerechnet wird monatlich und pro Port. Im Fall des jetzt vom Pilot-Partner Swisscom vorgestellten Angebots LAN Management Flex werden beispielsweise sechs Schweizer Franken fällig – das entspricht derzeit etwa fünf Euro.

HP will das HP FlexNetwork Utility Advantage Program ausschließlich über Service Provider verfügbar machen. Die Dienstleister könnten Kunden damit auch eine passende Hardware für aufsetzende Services liefern und Verwaltungsaufgaben übernehmen. Oliver Spring, Head of Product Line Management bei Swisscom, erläutert: "Unsere Kunden wollen sich auf ihr Geschäft konzentrieren, statt sich um die Bereitstellung Voice- und Videokonferenz-Anwendungen für ihre Mitarbeiter zu kümmern.

Kunden stehe über das FlexNetwork Utility Advantage Program aktuelle Hardware zur Verfügung. Die wird binnen zwei bis fünf Tagen geliefert und biete bei Bedarf auch Funktionen, wie Power over Ethernet (PoE). Zudem taugen die Systeme auch für Anwendungen im Bereich des Software-Defined Networking.

Die Swisscom soll nicht HPs einziger Partner bleiben. Derzeit führt der Hersteller nach eigenen Angaben allein in Europa Gespräche mit vier weiteren Telekommunikationsdienstleistern; zwei der Verhandlungen sind dem Vernehmen nach schon recht weit fortgeschritten.

Pokern um Marktanteile

Nach eigenem Bekunden setzt HP mit der Strategie bewusst auf Risiko, da vermietete Systeme keine schnellen Umsätze versprechen. Geld fließt erst, wenn Endanwender die Netzwerkhardware in Betrieb nehmen und nutzen. Das Kalkül dahinter: Als großer und breit aufgestellter Hersteller könne man die kurzfristigen Einbußen verkraften – im Gegensatz zum Mitbewerb, dem man mit einer attraktiven Strategie Marktanteile streitig machen will.

Komplett neu ist die Strategie freilich nicht. So kündigte Brocade im Vorjahr bereits ein ähnliches Vertriebsmodell für die eigenen IP/Ethernet-Netzwerklösungen an. Das können Kunden allerdings auch direkt vom Hersteller und ohne Umweg über einen Service Provider buchen. HP selbst dürfte ebenfalls schon einige Erfahrung mit vermieteter Hardware gesammelt haben: Anfang 2012 präsentierte der Hersteller seine auf Rechenzentrumssysteme ausgerichtete cCell-Strategie. Bei der können Kunden gekapselte Server- und Storage-Systeme im eigenen Rechenzentrum installieren und dann für einen monatlichen Obolus nutzen.

Preise und Verfügbarkeit

Das HP FlexNetwork Utility Advantage Program ist weltweit verfügbar. Abhängig vom jeweiligen CSP-Partner sollten sich Endkunden allerdings auf zusätzliche Ausgaben einstellen. So verlangt etwa die Swisscom noch Einrichtungs- und Migrationsgebühren. Die Installation an einem Standort koste laut Oliver Spring einen Gegenwert von circa 660 Euro.

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