Microsoft kontert OB Ude und die LiMux-Ersparnis HP-Studie für Microsoft: München hat 60 Millionen Euro in Linux gesteckt

Redakteur: Gerald Viola

München hat mit dem Pinguin schon über zehn Millionen Euro gespart, verlautete aus der bayerischen Landeshauptstadt im November. Die Stadt hat 60,7 Millionen Euro für dem Umzug von Windows auf Linux ausgegeben, rechnet jetzt dagegen HP in einer Studie vor. Wäre die Stadt bei Windows geblieben, hätte sie nur 17 Millionen Euro ausgeben müssen.

Rathaus München: Sparen mit dem Pinguin?
Rathaus München: Sparen mit dem Pinguin?
(Foto: Stadt München / Nagy)

LiMux: Der Pinguin regiert in München
LiMux: Der Pinguin regiert in München
(Archiv: Vogel Business Media)
Der Stachel muss tief sitzen. Bisher vermied Microsoft jeden Kommentar zum Umstieg der Landeshauptstadt München auf das Betriebssystem Linux und die Schaffung einer weitgehend Microsoft-befreiten Zone in der Verwaltung.

Am 20. Januar 2013 zitiert Focus Online Jan-Jürgen Eden, den Verantwortlichen einer HP-Studie zur Linux-Migration in München: „Zahlreiche Faktoren wurden bei einer Veröffentlichung der angeblichen Linuxkosten von der Stadt München überhaupt nicht berücksichtigt.“

Die Studie hat Microsoft in Auftrag gegeben. Offenbar haben die Münchner Erfolgsmeldungen das Unternehmen nicht begeistert, obwohl in der Vergangenheit offiziell jeder Kommentar zur Entscheidung von OB Christian Ude vermieden wurde.

HP rechnet nun vor – so der Informationsdienst Golem – dass die Stadtverwaltung in zehn Jahren Betriebskosten von 17 Millionen Euro veranschlagen hätte müssen, wäre sie bei Windows geblieben.

Die Studie vergleiche Windows XP samt Office 2003 mit Ubuntu 10.04 und Openoffice.org, klammere dabei aber Lizenzkosten für Microsoft-Produkte aus.

Laut HP-Studie sollen auch die Migrationskosten falsch berechnet worden sein. Seit dem Start des Limux-Projekts seien drei verschiedene Linux-Distributionen eingesetzt worden. Das sei nicht berechnet worden.

Tatsächlich wurde zunächst eine eigene angepasste Debian-Version verwendet. Inzwischen wird Ubuntu 10.04 verwendet. Wäre die Stadtverwaltung bei Windows geblieben, wären gar keine Kosten entstanden, so die Studie.

„Jeder vierte Rechner läuft noch auf Windows“

Außerdem würde noch etwa jeder vierte Rechner der Stadtverwaltung auf Windows laufen. Auch das sei in der Kostenaufstellung des IT-Ausschusses der Stadt München nicht berechnet worden.

Der für die Studie verantwortliche HP-Mitarbeiter Jan-Jürgen Eden sagte zu Focus-Online: „Zahlreiche Faktoren wurden bei einer Veröffentlichung der angeblichen Linux-Kosten von der Stadt München überhaupt nicht berücksichtigt.“

Und präzisierte diese Aussage laut Focus Online:

  • In der Kostenaufstellung einer zurückliegenden Sitzungsvorlage der Stadt München hätte man „Äpfel mit Birnen verglichen“: eine aktuellere Windows-Version (wohl Windows 7) mit einer zehn Jahre alten Linux-Version.
  • Linux hat seit der Einführung im Jahr 2003 für die Stadt München demnach drei Betriebs-Versionen eingesetzt, diese Kosten aber nicht aufgeführt. Bei Windows wäre aber Edens Schätzungen zufolge überhaupt keine neue Software-Version erforderlich gewesen.
  • Etwa jeder vierte Rechner der Münchner Stadtverwaltung laufe zudem noch auf Microsoft-Basis, da „alle Fachverfahren nicht auf Linux migrierbar“ seien.

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