Bericht des TÜV Rheinland Große Unwissenheit über Cloud-Welt

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Es kommt uns so selbstverständlich vor: Zoom, WeTransfer, Office 365 – ohne Cloud-Anwendungen ist die Computernutzung für viele kaum noch vorstellbar. Doch wie viele und welche Cloud-Dienste sie täglich anwenden, ist den Nutzerinnen und Nutzern oft nicht klar.

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Laut dem TÜV Rheinland verwendet jeder Internet-Nutzer in Deutschland täglich durchschnittlich 20 Cloud-Dienste auf dem PC, Notebook, Smartphone oder Tablet.
Laut dem TÜV Rheinland verwendet jeder Internet-Nutzer in Deutschland täglich durchschnittlich 20 Cloud-Dienste auf dem PC, Notebook, Smartphone oder Tablet.
(Bild: gemeinfrei, Sammy-Williams / Pixabay)

Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von TÜV Rheinland. 29 Prozent der Befragten gaben darin an, beruflich oder privat überhaupt keine Cloud-Anwendungen zu nutzen. Mehr als 41 Prozent schätzen, täglich nur bis zu fünf Cloud-Anwendungen zu nutzen. Nach Einschätzung von TÜV Rheinland verhält es sich jedoch anders: Laut dem Cloud-Experten-Team verwendet jeder Internet-Nutzer in Deutschland täglich durchschnittlich 20 Cloud-Dienste auf dem PC, Notebook, Smartphone oder Tablet.

„Die Umfrageergebnisse belegen vor allem eines: Eine große Unwissenheit vieler Menschen über Anzahl und Art von Cloud-Diensten“, so Artjom Schmidt, Experte für die Sicherheit von Cloud-Lösungen von TÜV Rheinland. Tatsächlich gibt es nach seiner Einschätzung aktuell mehr als 30.000 Cloud-Anwendungen weltweit, Tendenz stark steigend. „Unternehmen müssen Cloud-Anwendungen verstärkt in ihre Sicherheitsbetrachtungen einbeziehen. Ein Beispiel ist die so genannte ‚Schatten-IT‘. Gemeint sind Software-Anwendungen, die von Mitarbeitenden genutzt, jedoch nicht von der Unternehmens-IT offiziell zur Verfügung gestellt werden.“

Das ist nur folgerichtig: Wenn unternehmensinterne Anwendungen kaum leistungsfähig sind oder schlicht praktische Funktionalitäten fehlen, weichen Mitarbeitende auf Cloud-Lösungen aus. Das birgt bekanntlich Probleme: Tools aus der Schatten-IT sind nicht in die Sicherheitsarchitektur von Unternehmen eingebunden, die üblichen Sicherheitsmechanismen greifen nicht.

Um eine sichere Nutzung von Cloud-Anwendungen zu ermöglichen, sollten Unternehmen laut Schmidt dringend Maßnahmen ergreifen. „Pauschal alle Cloud-Anwendungen zu blockieren, ist in der Regel keine Lösung und kann sogar das eigene Geschäft behindern“, so Schmidt. Sinnvoll sei es hingegen, die Cloud-Anwendungen in unterschiedliche Risikokategorien einzuteilen und zunächst als besonders riskant eingestufte Dienste zu stoppen. Insgesamt fehle es vielen Unternehmen jedoch an einer eigenen Sicherheitsstrategie für Cloud-Anwendungen.

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