Secure Data Distribution

Große Datenmengen und die Cloud - immer großes Kino?

| Autor / Redakteur: Dr. Ulrich Müller / Florian Karlstetter

Secure Data Distribution: Große Datenmengen sicher und kontinuierlich global und kostenoptimiert verteilen.
Secure Data Distribution: Große Datenmengen sicher und kontinuierlich global und kostenoptimiert verteilen. (Bild: © Africa Studio/stock.adobe.com)

Vor einigen Jahren noch Trend ist die Cloud längst Standard. Sie ermöglicht die Speicherung und Verarbeitung großer Datenbestände und schafft eine flexible und kostengünstige Infrastruktur. Doch welche Herausforderungen stellen sich, wenn Unternehmen wirklich immense Datenmengen dezentral an verschiedenen Niederlassungen vorhalten müssen?

Die Cloud ist als Standard-Technologie etabliert, doch sie stößt auch an ihre Grenzen. Gerade bei Unternehmen mit dezentralen Strukturen, die ihre zum Teil äußerst sicherheitskritischen Daten an verschiedenen Standorten national (und international) aktuell verfügbar halten und verteilen müssen, können Probleme auftreten. Zum Beispiel bei Filmpremieren, wenn alle Kinos die neuesten Daten zum gleichen Zeitpunkt benötigen. Oder in einer Werkstattkette, wenn alle Niederlassung gleichzeitig ein Update durchführen und die Daten downloaden möchten.

Unterschiedliche Bandbreiten und instabile Internetverbindungen erschweren die reibungslose Verteilung und rechtzeitige Verfügbarkeit. Wo liegen die Grenzen der Cloud und inwieweit können hybride Infrastrukturen – bestehend aus der Wolke und einer lokalen Datenablage vor Ort – helfen?

Wenn beispielsweise ein Automobilhersteller die Navigationsgeräte in allen Fahrzeugen einem Update unterziehen möchte, ist dieses pro Wagen mehrere Gigabyte groß. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass die Aktualisierung nicht an einer zentralen Stelle stattfindet, sondern in jedem Autohaus möglich sein sollte – weltweit zur gleichen Zeit. Im Einzelhandel gilt das gleiche für die Preisinformationen der Kassensysteme: Alle Filialen müssen die aktuellsten Daten parallel erhalten, ohne dass der Ablauf gestört wird.

Die Grenzen der Cloud und wie sie überwunden werden können

Szenarien wie diese lassen sich mit der Cloud-only-Technologie nur sehr schwer umsetzen. Die Stärken der Wolke liegen in der schnellen Vernetzung unterschiedlicher Geräte für Echtzeitabfragen von Informationen und Kommunikation zwischen Anwendungen und Devices. Der Haken dabei ist jedoch, dass die Daten stets „im Internet“ liegen und nicht an dem Ort, an dem sie aktuell gebraucht werden.

Bis zu einer bestimmten Größe ist das kein Problem, denn ein kleiner Download fällt heute kaum noch auf. Schwierig wird es erst bei immensen Datenvolumina mit höchsten Sicherheits- und Verfügbarkeitsanforderungen – wenn bspw. Bandbreite fehlt oder das Internet nicht funktioniert. Selbst wenn die eigene Leitung gut ist: Die Nutzung des Internets nimmt überproportional zur Bandbreitenverfügbarkeit zu, die Verbindung wird also – insbesondere während der Geschäftszeiten – auch künftig nicht schneller.

Management kritischer Unternehmensdaten mittels Secure Data Distribution

Die Lösung liegt in hybriden Infrastrukturen, also in der Kombination von zentralen Cloud-Technologien mit der Ablage der relevanten Daten auf Hardware an den jeweiligen Standorten.

Eine entsprechende Infrastruktur hat ihren Ausgangspunkt beim Server des Unternehmens, der die Daten vorhält. Dieser Server wird vom Provider bereitgestellt und gemanagt, die internen IT-Experten müssen sich also nicht um seine Wartung oder Sicherung kümmern. Die bereitzustellenden Daten werden – mittels Cloud-Technologie – vom Anbieter zunächst in ein (deutsches) Rechenzentrum gezogen, um sie von dort aus weiter zu verteilen.

Die Distribution erfolgt entweder über eine sichere Online-Plattform oder wahlweise über bereits bestehende lokale Infrastrukturen des Unternehmens und alle Daten landen auf Servern in den jeweiligen Standorten. Diese Server melden ihren Status zurück. Über ein Monitoring-Tool ist daher exakt nachvollziehbar, welche Informationen wo liegen. Die Daten sind also nicht nur aufgrund professioneller Verschlüsselung technisch geschützt, sondern auch die Übertragung ist maximal abgesichert. So erlaubt das Prinzip der „Secure Data Distribution“ absolute Sicherheit.

Der Datentransfer kann außerhalb der Kernzeiten – also nachts oder an Wochenenden – erfolgen, sodass für die Übermittlung maximale Bandbreite zur Verfügung steht. Ein auf ITIL basierendes Eventmanagement sorgt dafür, dass Schwierigkeiten automatisch gemeldet und Fehlermeldungen direkt vom System ausgelöst werden. Auf diese Weise wird das Daily Business nicht gestört und die Datenverfügbarkeit jederzeit an jedem Standort sichergestellt.

In der Praxis erprobt

Im Automotive-Umfeld ist es oft noch üblich, dass große Datenmengen zum Download bereitgestellt werden. Ein Mitarbeiter im Autohaus überprüft dann beispielsweise einmal täglich, ob neue Updates bereitstehen, und lädt diese herunter. Braucht er dazu eine halbe Stunde täglich, addiert sich das auf zehn Arbeitsstunden pro Monat. Zeit und Geld, welches man sich mit der dezentralen Datenhaltung sparen kann. Ist ein Update der Navigationsgeräte fällig, wird dieses vom Hersteller zur Verteilung für die Secure Data Distribution bereitgestellt und durch die sichere Infrastruktur auf die lokalen Server in jedem Autohaus und bei jedem Servicepartner transportiert. Dort können die Informationen dann schnell und zuverlässig auf jedes Fahrzeug übertragen werden.

Ähnliche Erfolge sind in zahlreichen anderen Branchen möglich: So werden die Filme für Kinopremieren bislang teilweise noch auf Festplatten gespeichert und an die einzelnen Standorte ausgeliefert. Die dezentrale Datenhaltung ermöglicht die einmalige Bereitstellung des Films, die sichere Übertragung an die einzelnen Kinos und die zuverlässige Verfügbarkeit pünktlich zur Premiere.

Maximale Verfügbarkeit kritischer Informationen

Der Vorteil hybrider Infrastrukturen liegt darin, dass die Informationen aus dem Serverraum vor Ort kommen und es im lokalen Gigabit-LAN kein Bandbreiten-Problem gibt. Durch die Kombination von zwei Technologien – der grundsätzlichen Bereitstellung aus dem Internet über die Cloud und der lokalen Datenablage vor Ort – entsteht in der Secure Data Distribution die probate Lösung für die Verteilung großer Mengen unternehmenskritischer Informationen in der ganzen Welt. Bedenken hinsichtlich der Kosten und Komplexität sind unbegründet. Wird die eingesetzte Hardware von einem professionellen Partner vorkonfiguriert, kann sie nach dem Plug-and-Play-Prinzip einfach vor Ort angeschlossen werden und steht sofort zur Verfügung. Auch die Kosten halten dem Vergleich mit Cloud-Lösungen stand.

Transparenz und Sicherheit dank durchgängiger Nachvollziehbarkeit

Dr. Ulrich Müller, Sprecher der Geschäftsführung, operational services
Dr. Ulrich Müller, Sprecher der Geschäftsführung, operational services (Bild: operational services)

Entscheidet man sich für eine dezentrale Datenhaltung, sollten verlässliche Sicherheitsstandards inklusive sein. Dank verschlüsselter Datenübertragung auf Basis personalisierter Zertifikate sind die Datenströme sowie die Nutzung der Informationen jederzeit eindeutig nachvollziehbar. Die Datenzugriffskontrolle erfolgt nach dem „Need-to-know“-Prinzip. Das Hosting zwischen der zentralen Dateneinspeisung und der Verteilung an die lokalen Standorte – also der Wegabschnitt, der über die Cloud führt – sollte in hochsicheren deutschen Rechenzentren, wie sie operational services aufgebaut hat, und nach deutschen Datenschutzbestimmungen erfolgen. So können Unternehmen ihre Prozesse sicher und effizient gestalten und Big Data an jedem Ort der Welt managen.

Der Autor: Dr. Ulrich Müller, Sprecher der Geschäftsführung, operational services GmbH & Co. KG

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