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Passwort-Speicher in der Cloud oder Single Sign-on? Google will Login-Qual im Web beenden

| Redakteur: Stephan Augsten

Offenbar arbeitet Google an einem Service, mit dem das Unternehmen den Login auf Internet-Portalen vereinfachen möchte. Dies geht aus einem Blog-Eintrag des Google-Mitarbeiters Tim Bray hervor. Doch wie sehen Pläne seines Arbeitgebers aus? Die Kollegen von Security-Insider.de wagen eine Prognose.

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Plant Google einen Single-Sign-on-Dienst über das eigene Portal?
Plant Google einen Single-Sign-on-Dienst über das eigene Portal?

„Einloggen ist lästig und bremst dich aus.“ So beginnt der Blog-Eintrag von Tim Bray, der seit März 2010 in Diensten des Suchmaschinen-Riesen Google steht. Aktuell arbeite er vornehmlich daran, diese Qual zu lindern und im Idealfall ganz aus der Welt zu schaffen.

Hinter dieser Idee steckt ein simples Motiv: Viele Internet-Nutzer verwenden als Einstiegspunkt in ihre Recherchen nicht die Google-Suche. Wenn sie beispielsweise vor die Aufgabe gestellt werden, im Web nach einem Fahrrad oder Kinderarzt zu suchen, rufen sie laut Bray „die Webseite eines großen Buchhandels oder Favoriten-Listen" anderer Internet-Nutzer auf.

Bray macht keinen Hehl daraus, dass dies natürlich nicht im Sinne eines Suchanbieters sein kann. Immerhin gehen Google dadurch Seitenaufrufe verloren, was wiederum das Ausspielen hilfreicher (und natürlich auch umsatzträchtiger) Werbeinhalte verhindere.

Authentifizierung via Google

Auf die Frage hin, warum die Internet-Nutzer den Weg über die Suchmaschine scheuen, erhält Google laut Bray erstaunlich oft dieselbe Antwort: Häufig verweise ein Suchergebnis auf eine Webseite, bei der man sich erst registrieren müsse – und selbst wenn man schon einen Account besitze, erinnere man sich in vielen Fällen nicht an das Passwort. Oder kurz gesagt: So einfach die Google-Suche funktioniert, so lästig ist mitunter der Aufwand danach.

Genau dieses Problem will der Suchmaschinen-Riese aus der Welt schaffen. „Wenn die Login-Mechanismen vereinfacht werden oder ganz verschwinden, gewinnen beide Seiten“, so Bray. Wie genau der Ansatz von Google aussieht, verrät der Entwickler allerdings nicht. Denkbar ist, dass Google einen Online-Speicher anbietet, in dem der Anwender seine Website-Favoriten inklusive der Zugangsdaten hinterlegt. Infolgedessen böten sich zwei Authentifizierungsmechanismen an:

  • Der Anwender muss die Zugangsdaten manuell aus der Cloud abrufen – was angesichts bereits verfügbarer Passwort-Speicherlösungen kaum einen Mehrwert bietet.
  • Google eröffnet die Möglichkeit eines Single Sign-on. Ist der Nutzer bei Google eingeloggt und ruft per Suche oder URL-Eingabe eine Webseite auf, dann erkennt Google dies und loggt den Anwender automatisch ein.

Doch auch wenn dies die Authentifizierung im Internet vereinfacht, so bleibt am Ende des Tages eine Frage: Möchte man – neben den Interessen und anderen Informationen, die Google bereits über einen besitzt – auch noch die favorisierten Websiten inklusive der Zugangsdaten in den Händen des Suchanbieters wissen? Wer sich komplett davor schützen möchte, der wird wohl den sichersten Weg gehen – nämlich den ins Fachgeschäft oder direkt zum Arzt des Vertrauens.

Ihre Meinung ist gefragt: Was halten Sie von Googles Bestrebungen, Web-Logins zu vereinfachen? Überwiegt der Mehrwert oder profitiert möglicherweise einzig und allein Google davon? Nutzen Sie doch einfach die Kommentar-Funktion.

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