Keine Experimente, bitte!

Gefangen im Cloud-(Monitoring)-Hype

| Autor / Redakteur: Dirk Paessler* / Elke Witmer-Goßner

Denn auch Technologie aus dem 21. Jahrhundert läuft nicht von allein. In allen Industrieunternehmen, sei es in der Fertigung oder in der Energiebranche, sind Abläufe abhängig von eben jenen alten Systemen, darunter auch einige, die „häuslich gewachsen“ sind. SCADA-Systeme sind ein perfektes Beispiel. Sie sind das Rückgrat vieler Energieunternehmen und sie sind teuer zu implementieren: Es vergehen viele Jahre, bis sich die Kosten amortisieren. Diese Systeme benötigen Fachkräfte mit tiefgehendem Know-how und langjähriger Erfahrung, um zuverlässig zu funktionieren.

Anbieter entsprechender Monitoring-Software müssen den Endanwendern einen Weg aufzeigen, diese in der Regel veraltete Hardware zu überwachen – sei es durch spezifische Sensoren oder einfach zu bedienende, an die Kundenbedürfnisse angepasste Templates.

Darüber hinaus gibt es einige Prozesse, die eine spezifische LAN-Verbindung erfordern. Fabriken der Energiebranche beispielsweise werden niemals alle Arbeitsprozesse in die Cloud verlagern. Maschinen müssen sicher über Glasfaser, Kupfer oder Wi-Fi mit sehr hoher Bandbreite und Zuverlässigkeit angeschlossen sein. Cloud-Systeme können dies schlicht nicht leisten – jedenfalls nicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Kein Fabrikbesitzer wird das Risiko geringerer Verfügbarkeit oder Verbindungsprobleme in Kauf nehmen, die nicht seiner Kontrolle unterliegen. Cloud-Ausfälle jedoch passieren, aber niemand wird die Fabrikhalle verlassen, nur weil der Cloud-Service ausgefallen ist.

Skills zählen

Netzwerküberwachung ist erforderlich und wird es auch bleiben. Und auch das Cloud Monitoring ist eine sinnvolle Weiterentwicklung. Eine Monitoring-Software im Jahr 2016 muss in der Lage sein, mit allen Netzwerkkomponenten bzw. Systemen zu kommunizieren, sei es AWS oder ein 25 Jahre altes SCADA-System – und das unabhängig von der aktuellen Verbindungsqualität. IT-Abteilungen in der Industrie müssen alle Komponenten überwachen können: von Cloud-Anwendungen über Ventile in einer Öl-Pipeline bis hin zum Status eines Kraftwerks in einem abgelegenen Gebiet.

Es benötigt viele Jahre Know-how, um die Tools zu beherrschen, die dies ermöglichen. Die Basis vieler Netzwerke sind häufig sehr alte Server und Switches, doch das ist nicht entscheidend. Entscheidend ist das Verständnis dafür, wie diese Komponenten bestmöglich zu überwachen sind.

Dirk Paessler, Paessler AG.
Dirk Paessler, Paessler AG. (Bild: Klaus Gruber/Paessler)

* Der Autor Dirk Paessler ist Vorstand der Paessler AG.

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