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Vermeintlich unverkäuflich, Angst vor Partner-Statusverlust Gebrauchtsoftware-Anbieter Susensoftware verklagt SAP

Redakteur: Katrin Hofmann

Susensoftware-Geschäftsführer Axel Susen klagt vor dem Langericht Hamburg gegen die SAP Deutschland GmbH & Co. KG. Er beanstandet AGB zum Umgang mit Software, die aus Sicht von Susen einen freien Wettbewerb behindern.

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Susensoftware nennt werthaltige Software, die nicht mehr benötigt wird, stille Software.
Susensoftware nennt werthaltige Software, die nicht mehr benötigt wird, stille Software.
(Susensoftware)

Bei der gegen SAP Deutschland gerichteten Klage von Susensoftware geht es um Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) zur Überlassung und Pflege von Standardsoftware.

„Geschäft wird behindert“

Trotz des im Juli dieses Jahres gefällten EuGH-Urteils sei der Handel mit gebrauchter Software für Susensoftware kaum möglich, da einige Softwarehersteller, unter anderem SAP, durch die Gestaltung ihrer AGB das Geschäftsmodell faktisch erheblich behindern, wenn nicht sogar ganz verhindern wollen. Mit der Klage werden Verletzungen des Wettbewerbsrechts und Kartellrechts durch SAP gerügt, da die AGB die Interessen der Gebrauchtsoftware-Händler am Markt teilzunehmen in unzulässiger Weise einschränkten.

Wie Axel Susen erzählt, hätten beispielsweise „mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger als fünf deutsche Firmen in diesem Jahr von SAP die Erlaubnis erhalten, gebrauchte SAP-Lizenzen zu erwerben“. Aus Sicht der Anwender-Betriebe, die nicht mehr benötigte Lizenzen besitzen, seien diese scheinbar unverkäuflich. Susen: „Ich kann diese Vorgehensweise von SAP nicht akzeptieren.“ Wie der Susensoftware-Geschäftsführer weiterhin berichtet, verhielten sich auch die Systemhäuser, die SAP-Systeme in Deutschland betreuen, beim Verkauf gehemmt.

Partnerstatus in Gefahr?

„Von ihnen hat sich bisher nur ein einziges erlaubt, gebrauchte SAP-Lizenzen von mir weiter zu vermitteln.“ Und weiter: „Nach Rücksprache [...] haben wir erfahren, dass diese sehr besorgt sind, ihren SAP-Partnerstatus zu verlieren, würden sie gebrauchte SAP-Lizenzen vermitteln.“

Er selbst habe schon einmal das Gespräch mit dem Software-Hersteller gesucht. „Ich wurde mit einem Kaufinteressenten nach Walldorf geladen. Ich habe einen sicheren Kunden verloren,“ klagt Axel Susen. □

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