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Bei drohender Rezession das IT-Budget schonen Gebrauchtsoftware als Sparmaßnahme in Krisenzeiten

| Autor / Redakteur: Michael Helms* / Elke Witmer-Goßner

In Zeiten der drohenden Rezession heißt das Gebot der Stunde für viele Unternehmen: Sparen. Schließlich ist nicht absehbar, wann es wirtschaftlich wieder bergauf geht. Um Talsohlen beim Umsatz zu überstehen, müssen unnötige Kosten vermieden werden. Hierbei gilt es, Weitsicht walten zu lassen, um nicht am falschen Ende zu sparen. Eine nachhaltige Sparmaßnahme ist die Nutzung von gebrauchter Software.

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Wenn das Geld knapp wird, sind gebrauchte Lizenzen nicht nur etwas für Start-ups oder kleine Unternehmen; auch große Konzerne profitieren von der Ersparnis.
Wenn das Geld knapp wird, sind gebrauchte Lizenzen nicht nur etwas für Start-ups oder kleine Unternehmen; auch große Konzerne profitieren von der Ersparnis.
(Bild: © Gajus - stock.adobe.com)

Ob ein Unternehmen jahrelang seriös gewirtschaftet hat oder erst vor kurzem als Start-up gegründet wurde – ist die Wirtschaft einmal von einer Rezession betroffen, kommen viele ins Straucheln. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Engpässe durch eigene Versäumnisse, externe Wirtschaftsfaktoren oder globale Krisen entstanden sind. Mit Recht sieht mancher Entscheider den Erfolg seines Unternehmens in Gefahr.

Denn in einem wirtschaftlichen Klima, das durch eine Rezession bestimmt wird, geht die allgemeine Investitionsbereitschaft zurück. Produzierende Unternehmen müssen ihre Arbeit zurückfahren, Dienstleister kämpfen mit einem stagnierenden Neukunden-Geschäft. Wenn die Einnahmen sinken, ist die offensichtliche Konsequenz, dass die Ausgaben nach Möglichkeit minimiert werden müssen. Doch wo könnte der Rotstift am besten angesetzt werden?

Die klassischen Streichposten

Wenn es darum geht, Kosten einzusparen, gibt es klassische Streichposten, die in Zeiten des Sparzwanges traditionell herhalten müssen. So ist die Reduktion der Personalkosten ein weit verbreiteter Reflex. Geplante Neueinstellungen werden zurückgestellt und auf einen Zeitpunkt verschoben, an dem der finanzielle Spielraum hoffentlich wieder größer ist.

Ein anderer Weg ist das Einfrieren von Bonuszahlungen und Gehaltserhöhungen oder die Kürzung beziehungsweise Streichung von freiwilligen Sozialleistungen. Auch wenn sie möglicherweise auf Verständnis in der Belegschaft stoßen, ist der Erfolg solcher Maßnahmen so endlich wie die Geduld der Mitarbeiter. Über kurz oder lang führen sie zu Unzufriedenheit und so zu schlechteren Arbeitsergebnissen.

Das Geld sollte also möglichst an anderer Stelle eingespart werden. Gerade in Krisenzeiten geht der Blick häufig Richtung Marketing-Abteilung. Schließlich ist der Return on Investment hier oft besonders schwer zu ermitteln. Langfristig gesehen ist der weitgehende Verzicht auf Werbung und Öffentlichkeitsarbeit aber ganz sicher ein Risiko. Es droht die Gefahr, aus dem Bewusstsein der Zielgruppe verdrängt zu werden und somit weniger Abschlüsse zu erzielen.

Mit Gebrauchtsoftware IT-Kosten reduzieren

Eine nachhaltige Möglichkeit, die Unternehmensausgaben zu reduzieren, ist die Optimierung der IT-Ausgaben. Laut einer aktuellen Umfrage unter CIOs und IT-Verantwortlichen gehen die Teilnehmer von einem großen Anteil unnötiger Kosten aus, den die IT in ihrem Unternehmen verursacht. Wie also könnte das IT-Budget geschont werden? Die Antwort: Knapp ein Viertel des Budgets wird für Software aufgewendet. Und genau an dieser Stellschraube muss gedreht werden, wenn es darum geht, zu sparen, ohne dass es weh tut. Die Lösung heißt Gebrauchtsoftware.

Sie bietet den absolut gleichwertigen Funktionsumfang, ebenso wie die Sicherheit, den Support und die Qualität, wie neu angeschaffte Lizenzen. Abnutzungserscheinungen gibt es dagegen nicht, weil Softwarelizenzen kein physisches Produkt sind, sondern lediglich Nutzungsrechte. Die Legalität der gehandelten Lizenzen garantieren seriöse Händler. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt das große Sparpotenzial, das sich durch den Kauf von Gebrauchtsoftware erschließen lässt.

Versicherungskonzern spart 60 Prozent

Anfang 2019 stand für eine führende Schweizer Versicherungs-Gesellschaft die Migration ihrer SQL Server an. Rund 650 Arbeitsplätze sollten modernisiert und mit entsprechend neuwertigen Lizenzen ausgerüstet werden. Die Sondierung des Marktes zeigte, dass mit dem Kauf des zu diesem Zeitpunkt aktuellen Microsoft SQL Server 2017 Ausgaben von 208.000 Euro entstanden wären. Eine große Investition, die sich die Assekuranz möglichst ersparen wollten.

Daher entschied man sich für den Kauf gebrauchter SQL 2017-Lizenzen. Auf diese Weise erzielte das Unternehmen einen Gesamtpreis von 123.000 Euro und sparte somit 85.000 Euro beziehungsweise knapp 60 Prozent gegenüber dem Neupreis. Man kann mit Fug und Recht von einem lohnenswerten Geschäft sprechen. Das Praxisbeispiel zeigt also, dass sich der Umstieg auf zweitverwertete Lizenzen lohnt.

Erst Recht, wenn man bedenkt, dass die bisher im Unternehmen genutzte Software auch noch veräußert werden kann. Dann kommt zur Ersparnis beim Kauf auch der Erlös, der durch die Inzahlungnahme durch den Gebrauchtsoftwarehändler entsteht. Das gleiche Verfahren wird einige Jahre später, wenn die nächste Migration ansteht, einfach erneut angewendet.

Potenzial wird noch unterschätzt

Das Wissen um die „Sparmaßnahme“ Gebrauchtsoftware ist offenbar noch immer nicht flächendeckend verbreitet oder die Verantwortlichen hegen Vorbehalte gegenüber dem Einsatz von Zweitlizenzen im eigenen Unternehmen. Das zumindest legt eine aktuelle YouGov-Umfrage nahe: Rund 70 Prozent der Befragten geben an, dass die Nutzung von Gebrauchtsoftware in ihrem Unternehmen keine Rolle spielt.

Michael Helms, Soft & Cloud AG.
Michael Helms, Soft & Cloud AG.
(Bild: Sputnik GmbH / Maik Porsch)

Ein möglicher Grund dafür findet sich ebenfalls in den Antworten der Teilnehmer: Offenbar wird das Einsparpotenzial von Gebrauchtsoftware stark unterschätzt.

Knapp die Hälfte glaubt an höchstens 40 Prozent Kostenersparnis, jede Dritte Antwort lag gar darunter, nämlich bei maximal 30 Prozent. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Second Hand Software auf dem Vormarsch ist. Denn immerhin 24 Prozent der Befragten setzen schon heute auf gebrauchte Software. Dies stellt eine Verdoppelung im Vergleich zur gleichen Umfrage zwei Jahre zuvor dar. Ganz offenbar setzen sich mehr und mehr IT-Verantwortliche mit dem Thema auseinander und erkennen die Vorteile, die Gebrauchtsoftware bietet.

* Der Autor Michael Helms ist Vorstand der Soft & Cloud AG.

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