App-User zu mehr Interaktion bewegenGamification im UX-Design
Ein Gastbeitrag von
Anna Zarudzka *
5 min Lesedauer
Apps, Websites und andere digitale Produkte sind um einiges beliebter, wenn sie ansprechend gestaltet sind, Aber was ist, wenn Gamification im UX-Design ganz gezielt dazu beiträgt, den Sinn für Spaß und Wettbewerb bei den Nutzerinnen und Nutzern anzusprechen?
Wer User animieren und binden möchte, der kann kleine Anreize beispielsweise in Form von Trophäen setzen.
Wie kann Gamification dabei helfen, die Kundschaft langfristig an ein Produkt zu binden? An welcher Stelle kann ein Produkt profitieren? Und welche Gamification-Elemente existieren eigentlich im UX-Design? Mit derlei Fragen wollen wir uns um Folgenden beschäftigen.
Was ist Gamification?
Bei Gamification geht es um die Verwendung von Spielmechanismen und interaktiven Funktionen in Nicht-Spiel-Umgebungen. Ein Beispiel: Anwender und Anwenderinnen haben in einer App die Möglichkeit, Punkte zu sammeln; oder sie werden durch neue Funktionen belohnt, sobald sie auf eine bestimmte Website zurückkehren.
Psychologisch gesehen werden Menschen durch solche Ziele oder Herausforderungen motiviert. Die entsprechenden Belohnungen müssen nicht einmal greifbar sein: das Erreichen von Punkten in einer App, die Verleihung eines Abzeichens oder eines Status für die Erledigung einer Aufgabe oder einfach nur das Freischalten einer kurzen Animation können durchaus ein Ansporn sein.
Das Potenzial von Gamification in der UX
Was genau bedeutet Gamification in Bezug auf die Leistung eines digitalen Produkts? Im UX-Design gibt es eine Reihe von klaren Leistungsvorteilen:
Benutzerengagement
Gamification wird eingesetzt, um Menschen zum Handeln anzuregen – ob es nun darum geht, einen Prozess abzuschließen, einen Link zu teilen, zusätzliche Informationen zu übermitteln oder eine neue Funktion auszuprobieren. Spielmechanismen können eingesetzt werden, um das Engagement bestehender Nutzer und Nutzerinnen zu erhöhen und neue zu gewinnen.
Das bedeutet, dass mehr Aktivität auf einer App oder Website, weniger Abwanderung und mehr abgeschlossene Prozesse (ausgefüllte Formulare, getätigte Konversionen, abgeschlossene Käufe usw.) bedeutet. Gamification kann dazu beitragen, Menschen zu regelmäßigen Usern zu machen.
Motivation
Dahinter steckt der Reiz, wissen zu wollen, wie es in einem bestimmten Verlauf weitergeht und welche Level die Nutzenden noch erwarten werden. Gamification bringt etwas von dieser Motivation in das bestimmte UX-Design ein und macht es dadurch schwieriger, die App zu verlassen.
Kampfgeist
Der Mensch ist von Natur aus sehr kompetitiv und will sich ständig messen. Wenn der Mensch das Gefühl hat, dass seine Leistung oder das Handeln mit jemandem oder etwas anderem verglichen wird, sind wir Menschen eher bereit, härter oder länger zu arbeiten – in diesem Fall, zu spielen. Das Wichtigste für uns ist es, dass wir einen Maßstab haben, an dem wir uns messen können.
Anwendung von Gamification im UX-Design
Gamification ist im Grunde die Anwendung von Erkenntnissen aus der Motivationspsychologie auf das UX-Design, wobei das Bedürfnis der Menschen zu gewinnen, sich auszuzeichnen und die vor ihnen liegende Aufgabe zu erfüllen, genutzt wird. Aber welche zugrundeliegenden Faktoren oder andere Elemente des UX-Designs gelten als Gamification?
Wettbewerb
Das Gefühl, sich in einem Wettstreit zu befinden, ist ein großartiger Motivator, um eine Aufgabe fortzuführen. Dieser Wettbewerb kann mit anderen Usern häufig gleichzeitig stattfinden. Wenn das UX-Design allen Anwendern und Anwenderinnen eine Rangliste auf der Grundlage ihrer Bildschirmzeit innerhalb der App gibt, kann sich der Einzelne mit anderen vergleichen und wird motiviert, die App mehr zu nutzen, um seine Position zu verbessern.
Alternativ kann man auch gegen sich selbst antreten und versuchen, seine bisherige Leistung bei einer Aufgabe zu übertreffen. Jedes Element, das einen Vergleich und die Möglichkeit der Verbesserung beinhaltet, funktioniert dabei besonders gut.
Belohnungen
Menschen reagieren durchweg positiv auf Belohnungen, weshalb sie sich zur eigenen Motivation eben auch oft selbst belohnen. Wenn man eine Belohnung auf eine App bezieht, kann es sich dabei beispielsweise um einen Rabatt handeln. Dafür muss ein Formular ausgefüllt werden, damit man einen Rabatt von 10 Prozent erhält – dies ist ein ziemlich wirksamer Weg, um die Kundschaft zu motivieren.
Soziale Kontakte knüpfen
Menschen erzählen anderen gerne von ihren Erfolgen. Egal, ob man es nun als Teilen oder Angeben bezeichnet: es besteht kein Zweifel daran, dass die Möglichkeit, Abzeichen oder Medaillen in sozialen Medien zu teilen, von vielen geschätzt (und genutzt) wird. Ein positiver Nebeneffekt hierbei ist die kostenlose Werbung für die jeweilige App oder Webseite.
Beschränkungen
Stand: 08.12.2025
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Jedes Spiel hat Regeln – ohne irgendeine Art von Einschränkung oder Limitierung haben die Nutzenden nichts, wogegen oder womit sie kämpfen können: Zeitlimits, Countdowns, Fristen – sie alle erhöhen den Druck. Es ist wichtig darauf zu achten, dass die App nicht das Gefühl vermittelt, man könne nicht „gewinnen“. Aber damit sich das Gewinnen wie ein Erfolg anfühlt, ist ein wenig Druck unerlässlich.
Punkte und Abzeichen – ein Beispiel für ein Belohnungssystem
Die Einführung eines Punktesystems ist eine einfache Möglichkeit, visuell zu vermitteln, wie gut man in einem Spiel abschneidet. Punkte können für die Erledigung von Aufgaben, die Übermittlung von Informationen, die Einhaltung von Fristen und für vieles Weitere vergeben werden.
Wenn dann eine bestimmte Anzahl von Punkten erreicht oder eine bestimmte Aufgabe erledigt wird – warum sollte dann nicht ein Abzeichen oder eine Medaille als Auszeichnung dienen? Die Möglichkeit, diese Auszeichnung zu einem Benutzerprofil hinzuzufügen (oder sie in den sozialen Medien zu teilen), gibt den Usern ein Gefühl der Zufriedenheit, weil sie etwas geleistet haben. Es mag wie eine Kleinigkeit klingen, sogar albern, aber wer mag nicht einen goldenen Stern? Belohnung freigeschaltet!
Fazit
Durch das Hinzufügen von Gamification-Elementen in ein digitales Produkt können Designer Erkenntnisse der Motivationspsychologie anwenden, um die Nutzergruppe besser anzusprechen. Die Interaktion mit der App oder der Website wird zu einem spannenderen und einprägsameren Erlebnis. Menschen, die Spaß haben, kommen wieder. Gamification bedeutet nicht nur loyale Nutzer und Nutzerinnen, sondern auf lange Sicht auch mehr.
* Anna Zarudzka ist Serien-Gründerin und Co-Geschäftsführerin bei Boldare, einem Unternehmen für digitales Produktdesign und -entwicklung. Vor 12 Jahren machte sie sich im IT- und Dienstleistungssektor mit der Webdesign-Agentur Chilid einen Namen, die unter anderem mit Marken wie Virgin Radio, Bla Bla Car und TUI zusammenarbeitete. Im Jahr 2018 fusionierte Chilid mit der Schwesterfirma XSolve und Zarudzka gründete mit Boldare ein Unternehmen, das sich mit seinen 200 Mitarbeitern auf Softwareentwicklung, UX- und UI-Design, Scrum und Geschäftsentwicklung spezialisiert hat.