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Wie und wo genau wird die Kommunikation zentralisiert? Fünf Dimensionen, die Unified Communications zum Erfolg machen

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Unified Communications (UC) hat Rückenwind: Microsoft übernimmt Skype, Facebook etabliert die Social Inbox, Google ist im Mobilfunkmarkt erfolgreich und investiert in Collaboration-Firmen. Und auch HP hat sein UC-Business ausgelagert – an Polycom. Viel ist im Gange und es ist offensichtlich, dass UC ein wichtiges Thema in der ITK-Infrastruktur von Unternehmen ist. Doch für vollen Erfolg fehlt dem Thema UC im Moment noch die große Klammer – hier als die fünf UC-Dimensionen bezeichnet.

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Johann Deutinger: „Unified Communications erfordert eine Produktphilosophie und -architektur, die offen ist für die Integration mit anderen Lösungen.“
Johann Deutinger: „Unified Communications erfordert eine Produktphilosophie und -architektur, die offen ist für die Integration mit anderen Lösungen.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Johann Deutinger, technischer Vorstand bei Ferrari Electronic, erklärt: „Manche denken, die Kommunikation würde schon allein dadurch vereinheitlicht, dass die Kommunikationswege auf IP basieren. Aber das reicht natürlich nicht. Es geht auch nicht nur um die Zahl von Funktionen und Kanälen in einem Produkt. Unified Communications, wie es Unternehmen heute wünschen, erfordert eine Produktphilosophie und -architektur, die offen ist für die Integration mit anderen Lösungen.“ Deutinger sieht im Begriff „Unified“ in diesem Zusammenhang fünf Dimensionen: Unified Inbox, Unified Access, Unified Message Store, Unified Directory und Unified Administration.

Dimension 1: Unified Inbox

Alle Nachrichten kommen am gleichen Ort an und werden auf einer einheitlichen Oberfläche vom Nutzer verwaltet. Dabei muss der UC-Client nicht alles können, aber er muss Schnittstellen bieten, an denen bewährte Produkte und zukünftige Kommunikationswege anknüpfen können. Die Zusatzprodukte wiederum müssen ihrerseits viele Plattformen, Betriebssysteme und Softwareversionen unterstützen, damit das System funktioniert.

Dimension 2: Unified Access

Der Zugriffsmechanismus ist für alle Nachrichten identisch – ganz unabhängig davon, ob man vom Büro, von zu Hause oder vom Mobiltelefon kommuniziert. Es ist zum Beispiel sinnvoll, auch per Fernzugriff Voicemails abzufragen.

Dimension 3: Unified Message Store

Alle Text- und Sprachnachrichten sowie die dazugehörigen Daten werden auf die gleiche Weise zentral archiviert und gesichert. Der Nutzer muss eine Aktion also nur einmal erledigen. Löscht er beispielsweise eine Voicemail auf dem Telefon, ist sie zugleich im Mail-Eingang weg. Der wichtigste Vorteil für Unternehmen ist aber, dass nicht für jede neue Lösung und jedes Zusatzfeature ein eigenes Backup und eine eigene Archivierung benötigt, sondern alle Kommunikationskanäle über ein zentrales System vor Systemausfall und Datenverlust geschützt werden.

Dimension 4: Unified Directory

Der Administrator verwaltet alle Kommunikationskanäle eines Benutzers in einem globalen Verzeichnisdienst. Dort, wo die E-Mail-Adresse, die Telefonnummer und die Faxnummer stehen und die Berechtigungen hinterlegt sind, müssen auch alle neuen Kommunikationskanäle andocken. Ein Chat, der an der IT-Abteilung vorbeiläuft, bedeutet ein Sicherheitsrisiko. Die Verwaltung unzähliger einzelner Datenbanken von Benutzerprofilen kostet weit mehr Ressourcen als der Kauf einer professionellen, integrierten Lösung.

Dimension 5: Unified Administration

So wie der Administrator Benutzerprofile und -berechtigungen zentral verwaltet, so wartet und pflegt er auch die Kommunikationskanäle konsolidiert auf einer einzigen Plattform. Exchange bietet beispielsweise Möglichkeiten, die Administrationskonsole für Zusatzlösungen zu nutzen.

Keine Zukunft für Insellösungen

Das Ziel von UC ist es also, Kommunikationskanäle herstellerübergreifend zu integrieren und klug zu bündeln, insbesondere von Groupware, Verzeichnisdiensten, Telefonanlagen und Speziallösungen. Dafür legen Hersteller Schnittstellen offen und ermöglichen so die Zusammenführung verschiedener Dienste zu einer einheitlichen „Kommunikationszentrale“. Davon profitieren nicht nur Mitarbeiter, sondern auch IT-Administratoren. Sie können beispielsweise in einem einzigen Arbeitsschritt einen neuen Mitarbeiter anlegen und einen ausgeschiedenen Mitarbeiter löschen. Bei dem stetig wachsenden Kommunikationsaufkommen sind die aktuell dezentralen Insellösungen nicht zukunftsfähig, UC aber schon.

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