Microsoft Windows 11 und Windows 365 Fenster auf für Hybrid Work und mehr Sicherheit

Von Klaus Länger

Microsoft verzahnt Windows 11 und Windows 365 enger und will damit eine Combo für sicheres hybrides Arbeiten schaffen. Aber auch Windows 11 bekommt zusätzliche Security-Features und Verbesserungen bei der Funktionalität und für Videokonferenzen.

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Mit Windows Switch ist ein schneller Wechsel zwischen einem lokalen Windows 11 und Windows 365 in der Cloud möglich.
Mit Windows Switch ist ein schneller Wechsel zwischen einem lokalen Windows 11 und Windows 365 in der Cloud möglich.
(Bild: Microsoft)

Hybrid Work ist gerade eines der dominierenden Themen in der IT, wenn es um die Arbeit mit Client-Rechnern und ihren Betriebssystemen geht. Viele Angestellte haben sich an die Tätigkeit im Homeoffice gewöhnt und wollen diese wenigstens einige Tage in der Woche beibehalten. Auch die Unternehmen sehen Vorteile durch flexiblere Arbeitsformen, die ihre Beschäftigten zufriedener und damit auch produktiver macht.

Und Microsoft will Windows zur optimalen Plattform für hybrides Arbeiten machen, so jedenfalls das Versprechen. Dazu gehören nicht nur zusätzliche Funktionen für einfacheres Arbeiten am Rechner, sondern auch Verbesserungen bei Sicherheit und Geräteverwaltung. Denn hier stellt das Homeoffice eine erhebliche Herausforderung dar.

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Grenzen zwischen PC und Cloud werden durchlässig

Im vergangenen Jahr hat Microsoft die Cloud-PC-Lösung Windows 365 vorgestellt, die auf Microsoft Azure läuft. Mit ihr erhält man konfigurierbare Cloud-PCs unterschiedlicher Leistungsklassen, die von unterschiedlichsten Geräten aus zugänglich sind. Dabei favorisiert Microsoft natürlich Windows-Rechner als Einstiegspunkt und belohnt sie auch mit einem Rabatt.

Microsoft stellt nun Integrationsmöglichkeiten vor, mit denen die Nutzung der virtuellen PCs in der Cloud für das hybride Arbeiten vereinfacht werden soll. Eine neue Windows-365-App, sie wird auch unter Windows 10 laufen. Sie soll den schnellen Start eines virtuellen Rechners in der Cloud vom Startmenü oder der Taskleiste aus ermöglichen, ohne erst einen Umweg über den Webbrowser oder den Microsoft-Remotedesktop zu nehmen. Mit der Funktion Windows 365 Switch wird ein Windows 365 Cloud PC in den Task Switcher von Windows 11 eingebunden und ermöglicht so einen schnellen Wechsel zwischen lokalem und virtuellem Rechner, wenn etwa im Homeoffice auf einem eigenen PC oder Notebook gearbeitet wird. Für Rechner, die primär als Basis für den Cloud-PC dienen, gibt es mit Windows 365 Boot die Option, ihn in das Bootmenü von Windows aufzunehmen und dort sogar als Standardauswahl zu setzen.

Für die mobile Arbeit mit Windows 365 auf Notebooks arbeitet Microsoft an einer Funktion, die sich Windows 365 Offline nennt. Sie soll auf Wunsch ein Weiterarbeiten ermöglichen, wenn temporär keine Internetverbindung zur Verfügung steht. Bei erneutem Internetzugriff, wird der lokale Speicher mit dem in der Cloud synchronisiert. Dieses Feature ist allerdings nicht ganz trivial, da hier ja der virtuelle Desktop nicht nur einfach gestreamt werden kann, sondern mit einem lokalen Cache arbeiten muss, der sich der Ressourcen des lokalen Rechners bedienen muss, um ein nahtloses Arbeiten zur ermöglichen.

Ein weiteres Element der engeren Verzahnung ist die gemeinsame Verwaltung von lokalen Rechnern und Windows-365-PCs. Bei Windows 365 Enterprise kann ein Cloud-PC mit Azure AD Join einfach im Microsoft Endpoint Manager provisioniert werden. Für Windows 365 Business verspricht Microsoft für die Zukunft die Integration in Microsoft 365 Lighthouse. Damit können MSPs dann auch die Cloud PCs ihrer KMU-Kunden verwalten.

Mehr Funktionalität für Windows 11

Die Entwicklung von Windows 11 hatte laut Microsoft das Ziel, die Bedienung einfacher zu machen als bei Windows 10. Allerdings wurden bei dem Bemühen um verringerte Komplexität auch etliche Funktionen entfernt, was bei vielen Usern Kritik ausgelöst hatte. Mit dem nächsten größeren Update von Windows 11 erhält das Betriebssystem einige entfernte Features zurück und sogar noch einige sinnvolle Neuerungen für das hybride Arbeiten obendrauf.

Ein wichtiges Feature sind dabei die App-Folders im Startmenü, mit denen endlich wieder mehr Anwendungen schnell zugänglich werden. Die bisherigen Lösungen über Registry-Tweaks oder Tools sind zwar für Privatanwender ein gangbarer Weg, aber nicht für Unternehmen. Die Nutzung der Snap-Funktion für das schnelle Anordnen von Fenstern wird vereinfacht, vor allem für die Touch-Bedienung, und der Benachrichtigungsassistent wird aufgebohrt. Er nennt sich nun „Nicht stören“, was seine Aufgabe treffender beschreibt.

Ein größeres Update erhält der Datei-Explorer. Mit den Tabs für den schnellen Wechsel zwischen mehreren Verzeichnissen kommt eine Funktion, die Microsoft schon im Insider-Programm von Windows 10 ausprobiert, dann aber doch nicht ausgerollt hatte. Zudem werden die letzten Aktivitäten aufgelistet und es gibt die Option, Dateien als Favoriten in einer synchronisierten Liste abzulegen. Beim Teilen von Dateien macht der Explorer mit KI-Unterstützung kontextbezogene Vorschläge für mögliche Empfänger.

Für Videokonferenzen integriert der OS-Hersteller nun einige Funktionen direkt in Windows, die bisher nur in Teams zur Verfügung standen. Sie werden für alle Konferenz-Apps zugänglich. Zu ihnen zählen ein automatischer Kamerafokus auf den Sprecher, Hintergrund-Unschärfe, eine verbesserte Stimmwiedergabe und eine KI-Funktion, die einen permanenten Augenkontakt simuliert.

Der Endpoint Manager bietet nun eine Anwendungsverwaltung für Microsoft Edge bei verwalteten Profilen. Das erhöht die Sicherheit für Unternehmen, wenn ihre Angestellten private Geräte für die Arbeit nutzen. Zusätzlich gibt es in Windows 11 die Möglichkeit, systemweite Nachrichten direkt an ausgewählte Gruppen zu senden. Sie können als Popup direkt auf dem Desktop, im Lockscreen oder in der Taskbar auftauchen. Zudem kündigt Microsoft ein cloud-basiertes Remote-Assistance-Tool als zusätzliche Premium-Funktion für den Endpoint Manager an.

Neue Sicherheitsfunktionen

Die Smart App Control soll laut Microsoft eine erhebliche Ausweitung des Sicherheitsmodells von Windows 11 bringen, das bisher vor der Ausführung unbekannter oder unsignierter Applikationen warnt. Die im Kern des Betriebssystems verankerte Funktion soll mit der Hilfe von Code Signing und Machine Learning in der Microsoft Cloud nur das Ausführen von Anwendungen zulassen, die als sicher eingestuft sind. Allerdings lässt sich Smart App Control nicht in einer bestehenden Windows-11-Installation nachrüsten, sondern erfordert eine Neuinstallation.

Auf Secured-Core-PCs mit erweiterter Sicherheit durch Dynamic Root of Trust for Measurement (DRTM), einen aktivierten System Management Mode, Memory Access Protection und Hypervisor-Protected Code Integrity überwacht die Funktion Config Lock über MDM-Richtlinein die Integrität von Registrierungsschlüsseln.

Im Defender SmartScreen wird der Schutz vor Phishing-Angriffen verbessert. Mit Personal Data Encryption kommt ein besserer Schutz gespeicherter Daten durch die Authentifizierung des Nutzers mittels Windows Hello for Business zum Einsatz.

Der von Microsoft entwickelte Pluton-Chip soll als Nachfolger für den TPM 2.0 direkt in Prozessoren integriert werden und damit einen Schutz gegen Manipulationen der CPU bieten. Auch Firmware-Updates für Pluton kommen direkt von Microsoft. Pluton ist so sicher gegen ein direktes Abgreifen der Kommunikation wie bei über SPI angebundenen TPMs oder gegen das Ausnutzen von Software-Bugs bei Firmware-TPMs (fTPM). Bei den neuen AMD-Ryzen-6000-CPUs ist der Chip schon an Bord, bei Intels Alder Lake und Qualcomms Snapdragon-SoCs für Notebooks noch nicht. Daher zeigen Hersteller wie Dell und Lenovo derzeit leider noch keine Bereitschaft, ihn auch zu nutzen.

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