Hyper-V: Hochverfügbarkeit durch Cluster, Teil 3 Failover: Der Aufbau eines Multi-Site Cluster mit Hyper-V

Redakteur: Ulrich Roderer

Der Windows Failover Cluster in Windows Server 2008 R2 enthält bereits fast alle Komponenten um einen Multi-Site (Mehrfachstandort-)Cluster einzurichten, früher auch als „Stretch Cluster“ oder „GeoCluster“ bekannt, Der einzige Dienst, der dabei fehlt, ist ein Mechanismus, um Shared Storage zwischen den Sites zu replizieren.

Anbieter zum Thema

Ein Single-Site Cluster schützt nur gegen den Ausfall eines Host, aber nicht gegen den Ausfall einer ganzen Site, beispielsweise bei einem Strom- oder Netzausfall. Dies ist erst mit dem Multi-Site-Cluster möglich.

Bei dem Single-Site Cluster sind die Hyper-V-Hosts über ein Shared Storage verbunden. Die Begrenzung dieser Architektur liegt in der möglichen Verbindungslänge der Kabel von Fibre Channel und iSCSI-Storage, die vorgibt, wie weit sich Server physikalisch trennen lassen.

Der Aufbau eines Multi-Site Clusters ist relativ einfach, nachdem die Hardware, Storage und Netzwerk miteinander verbunden und mit dem Validate a Configuration Wizard getestet sind.

Aufbau eines Multi-Site Cluster

Durch den Multi-Site Cluster lassen sich Server geografisch auf verschiedene Standorte verteilen. Dabei kopiert Windows Failover Clustering den Inhalt des Shared Storage auf den zweiten Standort.

Die Replikation der Daten erfolgt synchron oder asynchron. Bei der synchronen Datenreplikation muss jede Transaktion zwischen den SANs bestätigt sein, bevor weitere Daten repliziert werden. Damit ist sichergestellt dass beide SANs im Cluster immer synchron auf dem gleichen Datenstand bleiben.

Synchrone Replikation eignet sich bestens zur Datensicherung, kann aber auch schnell die Performance eines Clusters beeinträchtigen.

Bei der asynchronen Replikation werden die Daten in bestimmten Intervallen zwischen den geclusterten SANs repliziert. Dies beeinträchtigt die Performance viel weniger, kann aber im Ernstfall zu Datenverlusten führen.

SANs bieten meist Funktionen für asynchrone Replikation, aber es gibt auch Softwarelösungen, die in den VMs oder auf den Hyper-V Host installierbar sind.

Die Einrichtung der Replikation zwischen zwei Standorten gehört zu den schwierigsten Aufgaben beim Erstellen eines Multi-Site Cluster. Ist der Speicher erst einmal korrekt implementiert, sind alle anderen Aufgaben leicht, auch einen zusätzlichen Hyper-V-Host hinzuzufügen oder das Failover zu konfigurieren.

Zwei Dinge sollten beim Einrichten des Multi-Site Clusters beachtet werden: das Konfigurieren des Cluster Quorums und die Namensauflösung der Ausfall-Site.

(ID:2044956)