Der Fachkräftemangel betrifft nicht nur den Dienstleistung- und Gesundheitssektor: Auch in der Software-Industrie werden händeringend feste und selbständige Angestellte gesucht. Software-Developer können davon profitieren.
Die Software-Entwicklung bietet enormes Potenzial, einen ausfüllenden und gutbezahlten Job zu finden.
137.000 Stellen sind in der IT unbesetzt: das meldete der Branchenverband Bitkom noch Ende 2022. An der Situation hat sich bis jetzt wenig geändert: Der Fachkräftemangel im IT-Sektor ist ungebrochen hoch, auch wenn in den Corona-Jahren ein gewisser konjunkturbedingter Rückgang zu verzeichnen war.
Laut Bitkom erschwere auch der Ukraine-Konflikt die Besetzung vakanter Stellen, weil russische und belarussische IT-Fachkräfte nicht mehr ohne Weiteres ihren Weg in den deutschen IT-Arbeitsmarkt fänden. Für Software-Entwicklerinnen und -Entwickler ist diese Situation natürlich ideal: Als Arbeitnehmer-Markt können sie sich die Position mehr oder weniger aussuchen – und das zu hervorragenden Gehältern.
Besonders gefragt sind IT-Spezialisten laut eines Kurzberichts zu „IT-Hochburgen in Deutschland“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln vor allem im Süden Deutschlands: Der Anteil der IT-Beschäftigten an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in verschiedenen Städten und Landkreisen in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern – insbesondere der Region München – aktuell am höchsten.
Im Osten wenig Neues
So weist der Rhein-Neckar-Kreis für 12,3 Prozent aller Beschäftigten einen IT-Hintergrund aus, auch Erlangen, der Main-Taunus-Kreis und Karlsruhe sind IT-Hochburgen. Betrachtet man die Bundesländer, besitzt vor allem Hamburg einen hohen Anteil an IT-Fachkräften (4,6 Prozent), gefolgt von Berlin (4,1 Prozent). Baden-Württemberg und Hessen kommen jeweils auf 3,5 Prozent aller Beschäftigten. Nicht so gut sieht es im Osten aus: Hier liegt der Anteil der Beschäftigten je nach Bundesland zwischen zwei und 1,1 Prozent.
Für Software-Entwickler bietet das gleich mehrere Chancen: Jobs in der IT liegen vor allem im Süden und den deutschen Stadtstaaten. Umgekehrt ist hier auch das Gründer-Klima gut: Viele Jobs in der IT bedeuten in aller Regel auch, dass gute Ideen fruchtbaren Boden und Mitarbeiter finden. Software-Entwickler, die ein Startup gründen wollen, finden hier höchstwahrscheinlich das benötigte Personal.
Umgekehrt fällt es Fachkräften leicht, hier einen Job zu finden. Insbesondere Berlin ist hier laut dem Startup-Barometer 2023 von Ernst & Young der Hotspot der deutschen Startup-Szene, wenn auch mit derzeit eher rückgängigen Investitionen. Alte Industriestandorte wie NRW, Baden-Württemberg und Bayern sind ebenfalls sehr aktiv in Sachen Startup-Finanzierung.
Chancen jenseits der Hotspots
Jenseits von Currywurst, Rotwein und Brezen können sich gerade für junge Entwickler aber durchaus auch in den neuen Bundesländern Chancen ergeben: In vielen mittel- und ostdeutschen Metropolen haben sich inzwischen Universitäten mit Informatik-Studiengängen etabliert.
Insbesondere in den größeren Städten in Sachsen gibt es daher inzwischen eine solide Startup-Szene, Universitätsstädte wie Dresden reifen nach und nach zu ausgewachsenen IT-Standorten heran. Auch einzelne Landkreise im Osten, etwa Rügen/Stralsund und Weißenfels in Sachsen zeigen erhöhten Bedarf an Fachkräften.
Hinzu kommt, dass sich rund die Hälfte der offenen IT-Stellen nach wie vor im Osten der Republik befinden. Laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums von November 2021 schreitet die Digitalisierung in Deutschland allerdings höchst unterschiedlich voran und im Osten eher langsam.
Hier bieten sich aber gegebenenfalls auch Chancen: Wer nicht angestellt arbeiten will, findet hier als Startup-Gründender möglicherweise dankbare Bürgermeister und günstige Immobilien. In der digitalen Wirtschaft spielt der Standort eines Unternehmens nur sekundär eine Rolle und je nach Geschäftsfeld könnten sich auch im Osten durchaus Chancen bieten.
Chancen satt
Für Software-Entwickler bedeutet das letztlich, dass sie sich, je nach Schwerpunkt, ihren Standort und das gewünschte Unternehmen weitestgehend frei aussuchen können – und das zu einem hervorragenden Gehalt: So hat sich laut der Studie des Bundeswirtschaftsministeriums die Zahl der Beschäftigten in der Softwareentwicklung zwischen 2013 und 2020 fast verdoppelt, wobei Software-Entwickler, sowohl als Fachkraft als auch als Experte – zusammen mit Informations- und Telekommunikationstechnikern die größte Beschäftigungsgruppe ausmachen.
Stand: 08.12.2025
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Spezialisten in der technischen Informatik – etwa im Automobil- und Maschinenbau – konnten den größten Zuwachs verbuchen: Seit 2013 hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht. Als große, wachstumsfreudige IT-Branche nennt das Ministerium zudem die Gruppe der IT-Anwendungsberater und Medieninformatiker. Zugleich attestiert das Ministerium Software-Entwicklern ein hohes Binnenwanderungspotential: Wer seinen Standort verändern will, hat in der Softwareentwicklung gute Chancen, andernorts einen Job zu finden.
Stellen im Ausland?
Übrigens beschränkt sich der Fachkräftemangel in der Software-Entwicklung nicht nur auf Deutschland: Auch in andere EU-Länder haben Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen. Eine Studie der EU-Kommission von 2021 belegt, dass 2020 rund 55 Prozent aller Unternehmen, die IT-Spezialisten rekrutieren wollten, Schwierigkeiten hatten, die Stelle zu besetzen, insbesondere im Schlüsselbereichen wie IT-Sicherheit oder Datenanalyse.
Sogar 70 Prozent aller Unternehmen EU-weit meldeten Probleme, Mitarbeiter mit angemessenen IT-Fähigkeiten zu finden. Durch den EU-weit noch immer niedrigen Anteil weiblicher IT-Fachkräfte von nur 19 Prozent sind diese besonders gefragt. Software-Arbeiter, die es ins EU-Ausland zieht, haben also auch hier beste Chancen.
Am Ende bietet die Software-Entwicklung enormes Potenzial, einen ausfüllenden und gutbezahlten Job zu finden. Von der Web- und App-Entwicklung bis hin zur Programmierung unternehmensweiter IT-Lösungen sind Fachkräfte in diesem Bereich gefragt wie nie. Qualifizierte Software-Entwickler können sich also im Grunde frei aussuchen, wo und unter welchen Bedingungen sie arbeiten können – Bedingungen, von denen Angestellte und Selbstständige manch anderer Branchen nur träumen können.