IBM kommentiert IDC-Studie „Cloud Computing in Deutschland 2013“

Fachbereiche entscheiden oft zu selbstständig über die Cloud

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

IDC-Studie sieht Cloud-Services als flexibles Sourcing-Modell, über deren Einsatz die Fachbereiche mehr und mehr selbst entscheiden.
IDC-Studie sieht Cloud-Services als flexibles Sourcing-Modell, über deren Einsatz die Fachbereiche mehr und mehr selbst entscheiden. (Bild: Sebastian Engels, Fotolia)

Die jüngste IDC-Studie zum Thema Cloud zeigt: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen wollen mit Hilfe von Cloud-Services langfristig die schnellere Umsetzung ihrer Anforderungen oder die bessere Unterstützung ihrer Geschäftsbereiche erreichen. Dabei entscheiden die Fachbereiche immer häufiger selbst über den Cloud-Einsatz, meist an den IT-Abteilungen vorbei.

Bisher waren es nahezu ausschließlich IT-Experten, die über Einsatz und Kauf von Hardware und Software entschieden haben. Doch dank des Cloud Computings verkürzen sich die Einführungszeiten neuer IT-Lösungen und es ist somit nahezu in Echtzeit möglich, auf veränderte Geschäftsanforderungen zu reagieren. Dies weckt vor allem das Interesse der Fachabteilungen, die so schneller auf veränderte Anforderungen von Markt und Kunden reagieren können.

So wollen langfristig über 60 Prozent der Fachabteilungen mittels Cloud-Services die schnellere Umsetzung ihrer Anforderungen oder die bessere Unterstützung ihrer Geschäftsbereiche erreichen, so ein zentrales Ergebnis der IDC-Studie „Cloud Computing in Deutschland 2013“. Die Vorteile der Cloud-Services haben laut IDC bereits eine große Mehrheit der deutschen Unternehmen überzeugt – 55 Prozent nutzen oder implementieren sie bereits und weitere 27 Prozent planen deren Einführung. Vor allem die drei Geschäftsfelder Kundendienst, Vertrieb und Projektmanagement geben hier den Ton an: Jeweils mehr als ein Viertel der Entscheider aus diesen Bereichen, so die Studie, halten Dienste aus der Cloud für diese Bereiche besonders gut geeignet.

Jedoch sind es immer seltener die IT-Abteilungen, die darüber entscheiden. Laut IDC-Studie nutzen ein Drittel der Fachabteilungen teilweise und weitere zwölf Prozent sogar sehr umfangreich Cloud-Services, ohne die IT-Abteilungen zuvor einzubeziehen. Dass dies zu einer IT-Schattenwirtschaft führt, die für erhebliche Sicherheitsrisiken sorgt, befürchten 57 Prozent der befragten Unternehmen, da sowohl Unternehmensrichtlinien als auch gesetzliche Regularien nicht eingehalten werden.

„Für den IT-Leiter bedeutet diese Entwicklung ein Umdenken: Er sollte immer mehr zum Berater für die Fachabteilungen werden, der die IT an den strategischen Ziele des Unternehmens und der Betriebsabläufe ausrichtet und Innovationen einbringt – nur so behält er das Steuer für seine IT im Unternehmen in der Hand“, sagt Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt. „Für die IT-Anbieter wiederum gilt es, fachliche Relevanz und den Nutzen der Cloud-Lösungen in den Vordergrund zu stellen.“

Um Unternehmen die Einführung von Cloud Computing zu erleichtern, empfiehlt IBM eine effizientere Zusammenarbeit zwischen der IT-Abteilung und den Fachbereichen: „Die IDC-Studie zeigt, dass sich in den Unternehmen Entscheidungskompetenzen und Budgetverantwortungen rund um die IT verändern“, sagt Susan Volkmann, Director Cloud Computing für Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH) bei IBM Deutschland. „Immer mehr sind es die Fachbereiche, die über die Nutzung von Cloud-Services und -Lösungen entscheiden. Das bedeutet für die Unternehmen, dass der Austausch zwischen Fachbereichen und IT verbessert werden muss, um nicht auf beiden Seiten ein IT-Eigenleben entstehen zu lassen.“

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