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Die Cloud als Digitalisierungs-Motor statt Wolkenschloss Erfolgreiches Cloud Computing fängt beim Client an

| Autor / Redakteur: Nils Becker-Birck* / Elke Witmer-Goßner

Mobile Arbeitsplätze und flexible Arbeitszeitmodelle sind klare Trends im Zeitalter der Digitalisierung. Viele Unternehmen stehen vor entsprechenden Umstellungen und sind auf der Suche nach passenden Lösungen, um den zahlreichen Anforderungen gerecht zu werden: Moderne Arbeitsplätze sollen aufgeräumt, top ausgestattet und auch mit mehreren Geräten flexibel und mobil nutzbar sein.

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Cloud-Devices vereinen Client und Server miteinander und machen cloud-basierte Arbeitsplätze effizienter.
Cloud-Devices vereinen Client und Server miteinander und machen cloud-basierte Arbeitsplätze effizienter.
(Bild: LG Electronics)

Das stellt vor allem IT-Administratoren vor große Probleme – schließlich soll kostensparend gearbeitet werden. Immer attraktiver wird dabei Cloud Computing als Möglichkeit, klassische Arbeitsplätze komplett zu digitalisieren. Die Grundidee orientiert sich dabei am längst verbreiteten Cloud-Hosting und setzt auf die gleichen Eckpfeiler: Die Vermeidung eines Single Point of Failure, eine zentrale Verwaltung und eine sehr gute Skalierbarkeit. Beim Cloud Computing allerdings geht es nicht nur um Speicherplatz. Stattdessen werden sowohl Rechenleistung als auch Software über die Cloud zur Verfügung gestellt und vom Endnutzer in Form eines Clients genutzt.

Leichter in der Wartung, sicherer im Einsatz

Derartige Lösungen erleichtern vor allem administrative Aufgaben, da eine zentrale Verwaltung sämtlicher Arbeitsplätze möglich ist – oder genauer gesagt: sämtlicher Arbeitsumgebungen. Das vereinfacht sowohl Service-Leistungen bei Problemen als auch zum Beispiel die Bereitstellung von neuen Anwendungen oder Updates. Grundlegende Wartungstätigkeiten lassen sich gegebenenfalls sogar komplett auslagern. Viele Cloud-Anbieter bieten beispielsweise an, ihrerseits das Ausrollen wichtiger Updates zu übernehmen. Das macht wertvolle Ressourcen im internen IT-Team für wichtigere Aufgaben frei.

Auch auf die Datensicherheit kann Cloud Computing positive Effekte haben. Denn weil Daten nicht mehr lokal gespeichert werden müssen, entfällt zum Beispiel die Notwendigkeit, potenziell sensible Dokumente auf Datenträger oder sogar private Computer zu übertragen. Stattdessen ist über den virtuellen Desktop die gewohnte Arbeitsumgebung überall so verfügbar als säße man im Büro – inklusive aller von der IT-Abteilung definierten und zentral verwalteten Sicherheitsmaßnahmen.

Mobiles Arbeiten in der Praxis

Hier zeigt sich zugleich der große Vorteil von Cloud Computing für die Anwender: Ihr Arbeitsplatz begleitet sie überall hin. Ob an einem anderen Ort innerhalb des Unternehmens, im eigenen Zuhause oder unterwegs auf Geschäftsreise – die Arbeitsumgebung bleibt stets identisch, da sie nicht an ein bestimmtes Gerät gebunden ist. Das bietet sowohl Mitarbeitern als auch Firmen ein erhöhtes Maß an Flexibilität. Besonders in Bereichen, in denen Angestellte oft die Arbeitsplätze wechseln.

Zudem greift ähnlich wie beim Cloud-Hosting der Vorteil bester Skalierbarkeit. In kürzester Zeit können genau die Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, die benötigt sind. Neue Arbeitsplätze lassen sich in kürzester Zeit aufsetzen. Einem erhöhten Bedarf an Rechenleistung oder Speicherkapazität lässt sich schnell nachkommen. Klassische IT-Infrastrukturen können bei so viel Agilität schlichtweg nicht mithalten.

Die richtige Client-Wahl

Zum Einsatz kommen in Cloud-Computing-Umgebungen primär zwei Arten von Client-Hardware. Weit verbreitet sind die Cloud-Monitore. Diese sind auf den ersten Blick kaum von klassischen PC-Monitoren zu unterscheiden und bieten heutzutage auch die gleichen hochqualitativen Displays, um kreatives wie ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen. Der entscheidende Unterschied: Diese sogenannten „All in One“-Clients sind durch die Integration von Prozessor, Arbeitsspeicher und passende Anschlüsse zugleich vollwertige Arbeitsgeräte. Ein klassischer Desktop-PC oder ein voll ausgestattetes Notebook sind nicht mehr nötig.

Ebenfalls erhältlich sind sogenannte „Box Type“-Clients, die eher einer Set-Top-Box ähneln. Sie werden mit einem bestehenden Monitor verbunden und liefern die nötige technische Ausstattung für einen Arbeitsplatz, der ohne weitere Computing-Hardware auskommt. In beiden Fällen reicht beispielsweise der Anschluss von Maus, Tastatur und Netzwerk, um die Funktionalität eines klassischen Desktops zu ersetzen. Alles Weitere übernimmt die Cloud.

Es gibt keine falschen Antworten

Bei der Wahl zwischen All-in-One und Box-Type sind vorrangig die individuellen Gegebenheiten ausschlaggebend. Wurden beispielsweise erst kürzlich neue Monitore angeschafft, empfiehlt sich die flexible Box-Type-Lösung. Stünde hingegen ohnehin eine Auffrischung des Inventars an, sind All-in-One-Clients eine kostengünstige Möglichkeit, technische Modernisierung und Digitalisierung gleichermaßen voranzutreiben.

Vor allem aber stellt sich die Frage, welche Arbeitsplätze ausgestattet werden müssen. Sind Mitarbeiter primär an festgelegten Setups tätig, können sich All-in-One-Clients anbieten. Hier lässt sich ohne Umbauten beispielsweise berücksichtigen, dass bestimmte Arbeitsplätze gezielt zusammengestellte Multi-Monitor-Setups erfordern, andere hingegen nicht. Box-Type-Clients ermöglichen noch mehr Flexibilität, da sie leichter umgezogen werden können. Das ist vor allem in Unternehmen von Vorteil, in denen die Zuordnung von Arbeitsplätzen schwankt oder unterschiedliche Abteilungen und Geschäftszweige punktuell mit zusätzlichen Arbeitsplätzen verstärkt werden müssen.

Wolkige Aussichten

Nils Becker-Birck, LG Electronics ISP.
Nils Becker-Birck, LG Electronics ISP.
(Bild: LG Electronics)

Aber egal in welcher konkreten Form Cloud Computing Einzug hält – die Vorteile bei Kosteneffizienz, Flexibilität und gezieltem Ressourcen-Einsatz sind ein wichtiger Motor für die Digitalisierung in einer zunehmend agilen Arbeitsrealität. Mit aktuellen Clients ausgestattete Arbeitsplätze stehen klassischen PC-Setups in ihrer Funktionalität in nichts nach und ermöglichen modernes Arbeiten nach neuesten Standards. Cloud-Lösungen beweisen somit seit Jahren, dass die Freiheit über den Wolken manchmal wohl wirklich grenzenlos ist.

* Der Autor Nils Becker-Birck ist Director des Geschäftsbereichs Information System Products (ISP) von LG Electronics.

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