Carrier-Ethernet-Services, Teil 2 – E-LAN

EP- & EVP-LAN – Flexibel erweiterbare Infrasturkturen

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Service-Multiplexing

Die E-LAN-Services gestatten wie schon erwähnt Service-Multiplexing. Logischerweise muss ein UNI zwischen Anwender und externem Netz mindestens eine logische Verbindungen (EVC) in der Geschwindigkeit der Schnittstelle unterstützten. Handelt es sich um den Servicetyp EVP-LAN, sind auch mehrere EVCs pro UNI möglich. Diese muss allerdings der Kunde gemäß den Spezifikationen des hier vorgesehenen UNI-Typ 1 händisch konfigurieren. Das Netzwerkequipment des Providers gibt die Konfigurationen nicht automatisch ans die Geräte der Kunden weiter. Nutzt eine Infrastruktur die Bundling-Funktion der E-LAN-Dienste, sind mehrere VLAN-IDs pro UNI möglich. Treffen sich alle EVCs einer Infrastruktur an einem UNI, dürfen darauf nur nur um Port-basierende EP-LAN-Services, nicht aber virtuelle EVP-LAN-Verbindungen laufen.

Transportiert das Carrier Ethernet 2.0 VLANs transportiert, müssen deren Kennummern beim EP-LAN-Dienst aufgehoben werden, beim EVP-LAN-Dienst ist das nicht unbedingt nötig. Das gleiche gilt für Parameter definierter Serviceklassen (CoS). Das erleichtert die Qualitätskontrolle.

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Priorisierte und unmarkierte Service-Frames müssen am Netzübergang zum Kunden für alle EP-LANs auf denselben EVC gemappt sein. Dieser logische Kommunikationsweg transportiert dann also den gesamten Serviceverkehr.

Kunden können Bandbreitenprofile für ein- und ausgehende Verbindungen definieren, und zwar für das UNI oder den EVC. Dabei müssen die Kunden die Granularität der Dienste bei UNIs händisch konfigurieren. Bei auslaufenden Bandbreitenprofilen für EVCs dagegen überspielt sie automatisch das Provider-Equipment (UNI Typ 2).

Bandbreitenprofile sind in der E-LAN-Spezifikation für ein- und auslaufende UNIs, für EVCs und für unterschiedliche, identifizierte Serviceklassen (CoS) vorgesehen. Einstellbar sind mehrere Parameter: CIR (Committed Information Rate), die zugesagte durchschnittliche Bandbreite zu festgelegten Qualitätsbedingungen, EIR (Excess Information Rate – höher als CIR, aber ohne Qualitätsfestlegungen), CBS (Committed Burst Rate) und EBS (Excess Burst Rate).

Frames, die sich außerhalb der vereinbarten Ziele befinden, können farbmarkiert oder abgeworfen werden. Das Farbkonzept der E-LAN-Services sieht zwei bis drei „Farben“, zum Beispiel gelb, grün und rot, vor. Sie kennzeichnen, ob Frames konform zu allen, nur zu einem Teil oder zu keiner der vereinbarten Servicequalitäten sind. Dies hilft festzustellen, ob und inwieweit ein Provider seine Qualitätsversprechen einhält.

Frames, die über diesen Dienst verschickt werden, laufen auf einem einzigen Multipoint-to-Multipoint-EVC zusammen, wenn es sich um einen EP-LAN-Service handelt. Beim EVP-LAN-Dienst ist eine Mapping-Tabelle zu erstellen.

Wartungsframes kommen konsequent ans Ziel

Die Datenpakete von Unicasts, Multicasts und Broadcasts können mit oder ohne Bedingungen transportiert werden. Definiert man Bedingungen, müssen diese klar als Servicekriterien definiert sein. Das kann bei Broadcasts zum Beispiel sinnvoll sein, um die Verstopfung von Verbindungen durch unwichtigen Verkehr zu verhindern. Um die Leistung der EVCs messen zu können, muss man mindestens eine Serviceklasse mit Identifikationsnummer und Parameter/Wert-Paaren festlegen. Daran lässt sich dann prüfen, ob der Service den Kriterien genügt oder nicht.

Mehr Komfort für den Netzbetreiber und folglich auch seine Kunden hat das Metro Ethernet Forum bei der Handhabung von Wartungsrames implementiert. Frames, die die physische Verbindung testen, werden konsequent getunnelt. Besonders eilige Wartungsframes überwinden ohne Verzögerung die Grenzen von Wartungsdomains, was die Fehlerdiagnose und –behebung in Provider-übergreifenden Netzen erheblich beschleunigen dürfte. Das gilt etwa für Loopbacks, die zurück zum Absender müssen, um die Hin- und Rückgeschwindigkeit zu messen. Insgesamt sorgen diese Maßnahmen dafür, dass Kunden und Provider schneller als bisher üblich an gewünschte Leistungsdaten kommen und Fehler einfacher behoben werden.

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