Die Gesamtkosten des Datentransports beim Cloud Computing sind intransparent

Ein erster Kostenvergleich von Storage-Access-Techniken durch MTI

06.04.2011 | Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Rainer Graefen

Die Bandbreite eines Lastwagens ist konkurrenzfähig zu mancher Datenleitung. (Quelle: Lassedesignen - Fotolia)
Die Bandbreite eines Lastwagens ist konkurrenzfähig zu mancher Datenleitung. (Quelle: Lassedesignen - Fotolia)

Gerade für das Cloud Computing sei eine schnelle Datenleitung Pflicht, heißt es oft. Doch die Umstellung auf 10-Gbit-Ethernet ist nicht billig und vor allem - was kostet die Verbindung?

Die Carrier halten sich bei der Frage nach dem Preis für die schnelle Ethernet-Verbindung ebenso bedeckt wie die Service-Provider. So bestätigt Colt zwar, dass bereits Nachfrage nach Ethernet-Leitungen mit zehn Gigabit pro Sekunde bestehe, insbesondere bei der Finanz- und Medienbranche.

Wegen der flexiblen Gestaltung der Verträge und der Einrichtung von unterschiedlichen Serviceklassen sei es aber „leider nicht möglich, allgemeine Angaben zur Preisgestaltung zu machen“.

Investition in und Nutzung von Bandbreite

In der Praxis dürften sich die Anwender sowieso meist nur die Option auf die volle Bandbreite offen halten und sich – zumindest anfangs - mit weniger Durchsatz begnügen.

Gut kalkuliert kann man aber auch heute schon Geld sparen. „Eine 10-Gbit-Leitung zu installieren ist nur so teuer wie die Verlegung von drei- oder vier 1-Gbit-Leitungen“, beschreibt Christian Illmer, Senior Director Application and Solution Management Enterprise beim Ausrüster Adva Optical Network das derzeitige Preisszenario.

Ein weiteres Kriterium, das die Kostenberechnungen tangiert, ist natürlich auch, ob vielleicht schon eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, gewöhnlich Standleitung genannt, geschaltet ist.

Ein Rechenbeispiel für die Wahl der richtigen Anschlusstechnik

Während sich die Anbieter bei den genauen Leitungskosten bedeckt halten, hat man sich beim Dienstleister MTI die Frage gestellt, ob ein Verbindungsprotokoll auf Basis von Ethernet (GBE), Fibre Channel (FC) oder Fibre Channel over Ethernet (FCoE) wirtschaftlicher ist.

Laut Dirk Münchow, Vice-President Sales Germany bei MTI, gibt die Kostenberechnung eine erste Tendenz für oder gegen FCoE an. Für eine akkurate Berechnung wären die Total cost of Ownership (TCO) zu ermitteln, die dann auch zusätzliche Ausgaben für Strom, Klimatisierung, Wartung, Schulung und anderes mehr einbeziehen würden.

Tabelle 1: Port- und Anschlusskosten von FC, GbE und FCoE (Quelle: MTI)

In Tabelle 1 hat MTI nur die offensichtlichen Kosten pro Port der drei Protokollvarianten zusammengefasst. GbE würde demnach pro Port 525 Euro kosten, FC schlägt mit 1.480 Euro zu Buche und FCoE ist derzeit mit 2.050 Euro zu veranschlagen.

FCoE hat trendmäßig die Nase vorn

Tabelle 2: Nach der Musterberechnung von MTI spricht viel für FCoE als Acces-Technik. (Quelle: MTI)

In Tabelle 2 hat der IT-Dienstleister acht typische Serverkonfigurationen zusammengestellt, die zwei FC-Ports mit zwei bis 16 GbE-Ports kombinieren. Mindestens zwei Ports sind für eine redundante Anbindung an die Netzwerk-Infrastruktur des Unternehmens unverzichtbar.

Alternativ könnten bei jedem Servertyp auch zwei Converged Network Adapter (CNA) installiert sein, wie sie für den gemeinsamen Betrieb von FC und GbE über das FCoE-Protokoll erforderlich sind.

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