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Workshop: So erhöhen Sie mit Hyper-V Dynamic Memory die Effizienz virtueller Maschinen Dynamic Memory für Hyper-V in Windows Server 2008 R2 Service Pack 1

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Dynamic Memory ist sicherlich die wichtigste Änderung, die das Service Pack 1 für Windows Server 2008 R2 mit bringt. Diese neue Funktion ermöglicht es virtuellen Computern, einen Teil des ihnen zugewiesenen aber nicht vollständig genutzten Arbeitsspeichers anderen virtuellen Computern zur Verfügung zu stellen.

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Durch das Service Pack 1 für Windows Server 2008 R2 wird es virtuellen Maschinen möglich, ungenutzte Teile des ihnen zugeteilten Arbeitsspeichers anderen VMs zur Verfügung zu stellen.
Durch das Service Pack 1 für Windows Server 2008 R2 wird es virtuellen Maschinen möglich, ungenutzte Teile des ihnen zugeteilten Arbeitsspeichers anderen VMs zur Verfügung zu stellen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit der neuen Technik im Service Pack 1 für Windows Server 2008 R2 wird es virtuellen Maschinen möglich, ungenutzte Teile des ihnen zugeteilten Arbeitsspeichers anderen VMs zur Verfügung zu stellen. Damit erhöht sich die Effizienz von Hyper-V entscheidend und Unternehmen können mehr virtuelle Server auf Hyper-V-Hosts betreiben. Die Zuteilung des Arbeitsspeichers übernimmt der Hypervisor.

SP1 für Windows Server 2008 R2 installieren und deinstallieren

Um Dynamic Memory nutzen zu können, muss auf dem Hyper-V-Host das Service Pack 1 für Windows Server 2008 R2 installiert sein. Die Gäste müssen Administratoren nicht zu Windows Server 2008 R2 SP1 aktualisieren, denn sowohl Windows Server 2003/2008 und 2008 R2 ohne SP1 profitieren von Dynamic Memory. Das gilt auch für Windows Vista und Windows 7.

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Um Windows Server 2008 R2 zu aktualisieren, steht das SP1 für Windows Server 2008 R2 bei Microsoft online zur Verfügung. Auf den Computern muss genügend Festplattenplatz für die Installation zur Verfügung stehen (mindestens 4 GB). Die Installation ist relativ simpel; Administratoren müssen lediglich die *.iso-Datei auf DVD brennen, als ISO mounten oder die *.exe-Datei auf dem System ausführen.

Zur Installation muss lediglich die Setup-Datei gestartet werden, diese erkennt automatisch Windows 7 oder Windows Server 2008 R2. In manchen Umgebungen schlägt die Installation des Service Packs fehl. In diesem Fall hilft es installierte Antivirenprogramme zu deaktivieren und auch sonst keine Systemsoftware parallel zur Installation zu verwenden.

Hilft dies nicht, besteht die Möglichkeit das System Update Readiness Tool (Systemupdate-Vorbereitungstool) herunterladen. Das je nach Version zwischen 100 und 300 MB große Tool installieren Administratoren als Patch auf dem problematischen Computer, um Fehler im internen Servicing-Store zu beheben. Dieser ist ein häufiges Problem, wenn die Installation von Patches oder Service Packs fehlschlägt.

Dynamic Memory – Technik

Virtuelle Computer können sich über Hyper-V in Windows Server 2008 R2 und installiertem SP1 den Arbeitsspeicher teilen. Benötigt zum Beispiel ein virtueller Server mehr Arbeitsspeicher, teilt Hyper-V den Arbeitsspeicher dem virtuellen Server zu und zieht ihn von anderen Servern ab, die derzeit keinen Bedarf haben. Virtuelle Server informieren Hyper-V dabei über die Speichermenge, die sie abgeben können. Auf diese Weise kann Hyper-V den tatsächlich verfügbaren Arbeitsspeicher immer optimal verteilen und kennt die Arbeitsspeicher-Bedürfnisse der einzelnen Server.

Virtuelle Server zwischen Hyper-V-Hosts mit Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2008 R2 SP1 lassen sich exportieren und importieren, solange die neuen Funktionen Dynamic Memory und RemoteFX nicht aktiviert sind. Snapshots und gespeicherte Zustände von virtuellen Servern sind ebenfalls zwischen Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2008 R2 SP1 kompatibel, solange weder Dynamic Memory noch RemoteFX aktiviert ist.

Bei RemoteFX handelt es sich um eine erweiterte Funktion des Remote-Desktop-Protokolls (RDP), das eine bessere grafische Darstellung von Windows-7-Desktops ermöglicht. Vor allem 3D-Grafiken, Audio und Animationen wie zum Beispiel Flash und Silverlight damit laufen schneller.

Dynamic Memory – Praxis

Um Hyper-V zu konfigurieren, benötigen Administratoren den Hyper-V-Manager und die Einstellungen der entsprechenden virtuellen Maschine, die am Dynamic Memory-Pool mitmachen soll. In den Eigenschaften eines virtuellen Servers im Bereich Arbeitsspeicher können Administratoren ohne das SP1 den Arbeitsspeicher nur statisch zuteilen. Nach der Installation von SP1 für Windows Server 2008 R2 ist dieser Bereich erweitert und lässt zusätzliche Einstellungen zu.

Für virtuelle Computer gibt es einen Startwert und einen maximalen Wert für den Arbeitsspeicher. Wie viel Arbeitsspeicher der Server im laufenden Betrieb erhält, entscheidet dann Hyper-V über Dynamic Memory.

Dynamisches Zuteilen des Arbeitsspeichers mit Dynamic Memory

Um Dynamic Memory zu nutzen muss die Option Dynamisch aktiviert und bei „Start-RAM“ angegeben sein, mit wie viel Speicher der Server starten soll; siehe Abbildung 1. Hierbei handelt es sich um den Arbeitsspeicher den der Server beim direkten Start erhält.

„Maximaler RAM“ legt fest, wie viel Arbeitsspeicher der Server maximal erhalten kann. Natürlich kann ein virtueller Server nie mehr Arbeitsspeicher tatsächlich erhalten, als der physische Host eingebaut hat.

Die Option „Speicherpuffer“ legt fest, wie viel zusätzlichen Arbeitsspeicher der virtuelle Server erhalten soll. Diesen Speicher kann der Server nutzen, um die Leistung zu erhöhen.

Über die „Speichergewichtung“ weiß Hyper-V, welche Priorität der Server erhält, wenn auch andere Server Bedarf an mehr Arbeitsspeicher haben. Ist er maximale Arbeitsspeicher des Servers bereits ausgelastet, erhalten höher priorisierte Server mehr Arbeitsspeicher zugeteilt als weniger priorisierte Server.

Damit virtuelle Server Dynamic Memory nutzen können, müssen die Integrationsdienste nach der Installation von SP1 erneut installiert werden. Beabsichtigen Unternehmen nicht die Aktivierung der neuen Funktionen, laufen virtuelle Server auch mit den alten Integrationsdiensten weiter. Im Fenster des virtuellen Servers lässt sich über „Aktionen/Installationsdatenträger für Integrationsdienste einlegen“ die Aktualisierung der Integrationsdienste durchführen; siehe Abbildung 2.

Arbeitsspeicher für Hyper-V-Host setzen

Damit der Hyper-V-Host selbst über ausreichend Arbeitsspeicher verfügt, muss in der Registry eine bestimmte Menge reserviert sein, die virtuelle Server nicht beanspruchen können. Microsoft empfiehlt eine Zuteilung von 2 GB. Gehen Sie zur Konfiguration folgendermaßen vor (siehe auch Abbildung 3):

  • Öffnen Sie den Registrierungs-Editor durch Eingabe von regedit im Suchfeld des Startmenüs.
  • Navigieren Sie zu HKLM\SOFTWARE\Microsoft\WindowsNT\CurrentVersion\Virtualization.
  • Erstellen Sie einen neuen DWORD-Wert mit der Bezeichnung MemoryReserve
  • Weisen Sie den Wert 2048 (Dezimal) zu.
  • Starten Sie den Server neu.

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