3.900 SAP-Anwender informieren sich in Leipzig bei 200 Vorträgen und 170 Partnern DSAG fordert auf 12. Jahrestagung mehr Klarheit und Einfluss

Redakteur: M.A. Dirk Srocke

Mehr Klarheit und Einflussnahme fordert die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) auf ihrem 12. Jahreskongress in Leipzig – und stößt dabei offenbar auf offene Ohren. So hat SAP die Mainstream-Wartung von SAP ERP 6.0 und SAP Business Suite 7.0 wie gewünscht verlängert. Klärungsbedarf besteht indes bei der In-Memory-Plattform HANA.

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Die DSAG macht Leipzig zum „Treffpunkt Realität“ für deutschsprachige SAP-Community.
Die DSAG macht Leipzig zum „Treffpunkt Realität“ für deutschsprachige SAP-Community.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bereits zu Beginn ihres 12. Jahreskongresses verkündete die DSAG am Dienstag mehrere Erfolge. So sorgten 3.900 registrierte Teilnehmer für einen Besucherrekord des diesmal unter dem Motto „Treffpunkt Realität“ in Leipzig abgehaltenen Events. Am ersten Veranstaltungstag freute sich DSAG-Vorstandsmitglied Karl Liebstückel zudem über ein Entgegenkommen der SAP: „Die DSAG begrüßt, dass SAP die Mainstream-Wartung von SAP ERP 6.0 sowie den anderen Komponenten der SAP Business Suite 7.0 bis 2020 verlängert. Damit erhalten Anwender die gewünschte Planungs- und Investitionssicherheit. SAP hat die Forderungen der DSAG aufgenommen und ist diesen in [...] wichtigen Punkten nachgekommen.“

Wunschlos glücklich sind die DSAG-Vertreter indes noch immer nicht und formulieren weitere Forderungen in den Bereichen Technologie, Prozesse/Anwendungen, Branchen sowie Service und Support. Diese zeugen von einigem Klärungsbedarf.

Trotz allen Wirbels um die High-Performance Analytic Appliance (HANA) hat es SAP so offenbar noch nicht geschafft, den Charakter der Lösung für alle Anwender klar verständlich zu kommunizieren. Bezüglich der In-Memory-Technik ist die DSAG nämlich unschlüssig, ob es sich dabei um ein zusätzliches Tool oder einen grundlegenden Paradigmenwechsel handele.

Auch die von SAP vorangetrieben Lösungen für mobile Infrastrukturen hinterlassen bei Anwendern wohl noch einige Fragezeichen. Der Knackpunkt lautet hier: Wie lassen sich die Lösungen ohne großen Aufwand einsetzen?

Des Weiteren drängt die DSAG auf überarbeitete Lizenzmodelle und mehr Mitbestimmung. Konkret sei etwa die Erneuerung des CCC/CCoE-Programms (Customer Competence Center of Expertise) von zentraler Bedeutung, um die Zusammenarbeit zwischen SAP und Kundenorganisation zu verbessern.

Die DSAG plant zudem, nationale Arbeitskreise in Österreich und der Schweiz zu stärken, um lokalen Entwicklungen besser Rechnung zu tragen. So bestehe seit September ein CIO-Kreis des Ressorts Schweiz, der im Februar 2012 zu einer ersten Sitzung zusammenkommen soll. Geplant seien ebenfalls spezielle DSAG-Thementage in der Schweiz.

Der dreitägige, 12. DSAG-Jahreskongress begann am 11. Oktober in Leipzig. Die Organisatoren haben für die Veranstaltung 200 Vorträge organisiert und über 170 Partner eingeladen. Für das Informationsangebot wurde eine Fläche von 14.000 Quadratmetern eingeplant.

Zur DSAG selbst gehören mehr als 2.500 Mitgliedunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel des eingetragenen Vereins sind die Schaffung bedarfsgerechter SAP-Lösungen sowie Erfahrungs- Informationsaustausch unter SAP-Kunden sowie mit der SAP.

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