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Cloud-Printing hat noch großes Potenzial Druck- und Scantechnik verträgt mehr Cloud

| Autor / Redakteur: Myrko Rudolph* / Elke Witmer-Goßner

Drei Viertel der deutschen Unternehmen setzen inzwischen auf Cloud Computing und haben es zur Abwicklung ihrer Geschäftsprozesse etabliert. Lediglich acht Prozent der befragten Betriebe ordnen dem Thema noch immer keine Bedeutung zu.

Während viele Business-Anwendungen bereits cloud-basiert genutzt werden, laufen Scannen und Drucken meist noch analog ab.
Während viele Business-Anwendungen bereits cloud-basiert genutzt werden, laufen Scannen und Drucken meist noch analog ab.
(Bild: © Dirk Pagels / exapture GmbH)

Auch diese sollten sich allerdings Gedanken machen, ob sich ein Einsatz nicht lohnen würde – denn er bringt viele Vorteile mit sich. Beispielsweise lässt sich von jedem Endgerät aus dezentral arbeiten, Datensätze bleiben einheitlich und Änderungen können Nutzer in Echtzeit durchführen. Das führt abteilungs- oder auch unternehmensübergreifend zu stark vereinfachten Prozessen. Läuft dazu das direkte Drucken aus oder das direkte Scannen in die Cloud, steigt der Mehrwert für den Nutzer. Auf diese Weise verlagern Unternehmen bestimmte Geschäftsprozesse in die Cloud.

Googles Rückzug öffnet Türen

Tatsächlich zählen Drucken und Scannen zu den Vorgängen, die in der Regel noch immer analog ablaufen. Hintergrund: Geeignete Software steht nicht in hohem Maße zur Verfügung. Das liegt vor allem daran, dass sich die Konfiguration der Software-Lösungen als große Herausforderung darstellt. Viele verschiedene Drucker von unterschiedlichen Herstellern gepaart mit diversen Betriebssystemen sorgen dafür, dass es nicht zur Gestaltung einer einheitlichen Lösung kommt. Entwickler haben Schwierigkeiten, für dieses Schloss einen passenden Schlüssel zu finden.

Das musste nun tatsächlich auch Google feststellen. Die Folge: Der US-amerikanische IT-Gigant zieht sein populäres Produkt Cloud Print ab dem 1. Januar 2021 zurück. In insgesamt zehn Jahren Beta-Phase gelang es nie, Aufwand – insbesondere aufgrund der vielen verschiedenen Drucksysteme – und Ertrag in ein für das Unternehmen akzeptables Verhältnis zu bringen. Zusammen mit einer relativ geringen Anwender-Interaktion führt dies dazu, dass die mögliche Werbereichweite nicht den Vorstellungen Googles entspricht. Für andere Softwareunternehmen bedeutet das allerdings die einmalige Chance, die vom Marktführer gerissene Lücke effektiv für sich zu nutzen.

Lösungen finden Anklang

Viele Druckerhersteller bieten bereits Wege zum Cloud-Printing an – allerdings in der Regel beschränkt auf ausgewählte Modelle. Damit fallen sie für Unternehmen meistens als Option weg. Den Markt darüber hinaus hat Google in den letzten Jahren als Marktführer und Anbieter einer kostenlosen Lösung stark ausgedünnt. Nun gibt es durch den Austritt Googles wieder mehr Raum für neue Ansätze und ein sich lohnendes Absatzgebiet für Entwickler.

Da viele Betriebe das Cloud-Printing schon in ihre Abläufe aufgenommen und fest etabliert haben, besteht außerdem ab 2021 vermehrt Bedarf. Für neue Angebote gilt dann an Service und Funktion zuzulegen, um für aufgerufene Preise argumentieren zu können. Am Beispiel Google lässt sich allerdings erkennen, wie schwer dieses Unterfangen werden kann: Auch nach zehn Jahren war ein Ende der Beta-Phase nicht in Sicht.

Mehrwerte schaffen

Als Grundlage für neue Modelle der Arbeit fungiert die dezentrale Digitalisierung – nicht zuletzt haben das die letzten Monate im Zusammenhang mit der Corona-Krise gezeigt. Diese hat aber auch knallhart aufgedeckt, dass in vielen Unternehmen nach wie vor große Mängel in Sachen dezentraler Digitalisierung bestehen. Handeln ist nun angesagt, die Cloud eine Alternative, etwa über Cloud-Scanning und -Printing. Googles Lücke gilt es zu schließen, da sind Entwickler jetzt gefordert, damit sie die Zweifler eines Besseren belehren und eine effiziente Lösung anbieten.

Auf dem Weg in die digitale Zukunft kommen Unternehmen an den Vorteilen von mobilem Drucken und Scannen nicht mehr vorbei. Optimierung der Prozesse dank vereinfachter Arbeitsschritte spart Mitarbeitern Zeit und Unternehmen bares Geld ein. So können aus der neuen Situation ab Januar 2021 eine Menge Gewinner hervorgehen. Der Markt bietet viel Potenzial für einen spannenden Wettbewerb – wodurch sich die Entwickler gegenseitig zu innovativen Höchstleistungen treiben.

Myrko Rudolph, exapture GmbH.
Myrko Rudolph, exapture GmbH.
(Bild: exapture)

* Der Autor Myrko Rudolph ist Digitalisierungs- und Scanprozesse. 2003 gründete er das Berliner Softwareunternehmen exapture GmbH zunächst unter dem Namen plusnetwork und führt es seitdem als Geschäftsführer. Dort beschäftigt er sich mit der dezentralen Digitalisierung durch Scanner und entwickelt individuelle Software für Multifunktionsgeräte. Erfahrungen und Expertise sammelte er zuvor im Hard- und Softwarebereich bei Lexmark und Computer Associates.

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