Digitalisierung, Effizienz, neue Normalität Drei Technologietrends für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021

Autor / Redakteur: Daniel Holz* / Elke Witmer-Goßner

Die globale Wirtschaft befindet sich nach dem Pandemie-Jahr 2020 an einem entscheidenden Wendepunkt. Die Bandbreite zwischen hohen Verlusten und hoffnungsvollem Aufschwung ist groß. Drei technologische Trends können 2021 aber zur wirtschaftlichen Regeneration von Unternehmen beitragen.

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Unternehmen, die sich nach dem krisenbedingten wirtschaftlichen Einbruch auf einen technischen Wandel einlassen, surfen bald wieder auf der Erfolgswelle.
Unternehmen, die sich nach dem krisenbedingten wirtschaftlichen Einbruch auf einen technischen Wandel einlassen, surfen bald wieder auf der Erfolgswelle.
(Bild: © Konstantin Hermann - stock.adobe.com)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass das globale BIP im Jahr 2020 um 4,4 Prozent schrumpfen wird, da die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie fast alle Länder der Welt erfasst hat. Für die fortschrittlichsten Wirtschaftsnationen wird sogar ein Rückgang von 5,8 Prozent prognostiziert, während der Rückgang in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit 3,3 Prozent vergleichsweise gering ausfällt. In diesem Jahr liegen auf der Verfügbarkeit und Verteilung von Impfstoffen die bisher größten Hoffnungen, um die gesundheitlichen Auswirkungen des Virus zu verlangsamen und unzählige Leben zu retten. Durch eine effektivere Bewältigung der Gesundheitskrise erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit eines wirtschaftlichen Aufschwungs.

Um den wirtschaftlichen Aufschwung zu beschleunigen, ist für Unternehmen und Organisationen in allen Branchen der Wechsel zu digitalen Lösungen unabdingbar. Mit Cloud-Technologien können Unternehmen ihre größten Probleme lösen und gleichzeitig einzigartige Chancen inmitten sich ändernder Kundenerwartungen und gesetzlicher Rahmenbedingungen ergreifen. Tatsächlich schätzt die Unternehmensberatung McKinsey, dass die Pandemie die Einführung digitaler Technologien in einigen Unternehmen um drei bis vier Jahre beschleunigt hat – vor allem im Hinblick auf die Interaktion mit Kunden und die Optimierung von Lieferketten.

„Business as usual“ ist einfach nicht genug, um das Wachstum im Jahr 2021 wieder anzukurbeln. Die erfolgreichsten Unternehmen – ob groß oder klein – setzen auf Technologie, um ihre Organisationen zu modernisieren, die Effizienz zu steigern und Kunden und Mitarbeiter besser zu bedienen. Gleichzeitig schauen sie sich weitere digitale Lösungen an, um auch künftig gut aufgestellt zu sein. Dabei müssen Business-Entscheider insbesondere drei Trends berücksichtigen, um den Aufschwung und Erfolg im Jahr 2021 und darüber hinaus voranzutreiben.

Jedes Unternehmen braucht eine digitale Eingangstüre

Die räumliche Distanz, die in unserem Leben nun so präsent ist – und in gewisser Weise auch bleiben wird – zwingt Unternehmen dazu, nicht nur das Kundenerlebnis zu überdenken, sondern auch, wie sie Daten und Analysen nutzen, um ihre Kunden besser zu verstehen. Eine rein physische Präsenz ist nicht mehr genug, um ein wachsendes Unternehmen aufrecht zu erhalten: Heute verlangen die Kunden gewissermaßen eine digitale Eingangstüre, egal, um welche Branche es sich handelt.

Gesundheitsdienstleister brauchen sichere, skalierbare Plattformen, die digitale Patientenbesuche, die sogenannte Telemedizin, unterstützen. Im Einzelhandel nutzen Unternehmen KI und maschinelles Lernen, um ein besseres, passenderes Online-Erlebnis zu bieten. Digitale Lösungen verändern, wie Regierungen und Behörden arbeiten; Bürger können die Cloud nutzen, etwa um Kindergeld online zu beantragen, ihre Steuererklärung einzureichen sowie für weitere Aktivitäten, die normal einen Behördengang erfordern würden.

Die Digitalisierung birgt auch ganz neue Möglichkeiten für Unternehmen, Daten und Analysen zu nutzen, um fundiertere Entscheidungen zu treffen. Sie gewinnen detaillierte Einblicke und können so bessere Nutzererlebnisse schaffen. Die Art und Weise, wie Unternehmen heute ihren digitalen Auftritt gestalten und transformieren, wird ihre Chancen für die Zukunft definieren.

Unternehmen müssen Kosten senken und sich neu aufstellen

Makroökonomische und geopolitische Unwägbarkeiten fordern jedes Unternehmen. Die Folge: CEOs und CFOs müssen konstant nach Bereichen ihrer Organisationen suchen, die sie optimieren können. Kauf, Wartung und Aufrüstung stationärer technologischer Infrastruktur, die für den Betrieb eines Unternehmens erforderlich ist, ist nicht nur mühsam, sondern aufgrund der unflexiblen IT-Systeme auch teuer. Da kommt die Cloud ins Spiel – mit ihr können die Investitionen auf den individuellen Bedarf anpassen, gezahlt wird, was verbraucht wird.

Dies eröffnet neue Möglichkeiten, das verbleibende Kapital in das Kundenerlebnis zu investieren. Kosteneinsparungen und betriebliche Effizienz sind zwei der größten Vorteile einer Verlagerung in die Cloud – und wachsende Unternehmen sehen diese Chance. Der Marktexperte Gartner schätzt, dass Infrastructure-as-a-Service bis 2021 um 27,6 Prozent wachsen wird.

Darüber hinaus erkennen immer mehr Unternehmen das Potenzial einer Multi-Cloud-Strategie. Eine offene, sichere Infrastruktur, die in jeder Umgebung und auf jeder Cloud laufen kann, ist für viele das Modell der Zukunft. Besonders stark wachsende und innovative Unternehmen verlagern ihre gesamte On-Premises-IT-Infrastruktur zunehmend in die Cloud, um die Vorteile und Möglichkeiten der digitalen Transformation optimal auszuschöpfen.

Digitaler Neuanfang ist unverzichtbar

Die Zukunft der Arbeit – und damit auch die Definition des Begriffs „Arbeitsplatz“ selbst – hat sich im Jahr 2020 radikal verändert. Während die Pandemie eines Tages abklingen wird, werden die neuen Arbeitsweisen bleiben. Wir müssen also viel stärker überdenken, wie Menschen Dinge erledigen und ob das Bewährte immer auch das Richtige ist.

Wir sehen die Notwendigkeit einer neuen hybriden Arbeitsumgebung, in der Unternehmen und Mitarbeiter einen digitalen Arbeitsbereich nutzen können. Ein Umfeld, das ihnen die Zusammenarbeit auf einer flexiblen, cloud-nativen Plattform ermöglicht, um neue Ideen zu finden und miteinander verbunden zu sein. Ein erfolgreicher Übergang in diese neue Ära des Arbeitens wird davon abhängen, wie gut Unternehmen ihren Mitarbeitern dabei helfen, engagiert, produktiv und vernetzt zu sein. Dafür sind die besten Kommunikations- und Kollaborationstools unerlässlich. Selbst die innovativsten Unternehmen müssen überdenken, wie ihre Mitarbeiter zusammenarbeiten und sie sie unterstützen können – und wie sie Kundenerlebnisse zügig digitalisieren.

Daniel Holz, Google Cloud.
Daniel Holz, Google Cloud.
(Bild: Google Cloud)

Das Jahr 2021 ist erst ein paar Wochen alt, aber es wird zweifellos noch mehr Veränderungen mit sich bringen. Wie Unternehmen auf diese Herausforderungen – und Chancen – reagieren, wird deren Relevanz in der Zukunft beeinflussen. Diejenigen, die sich auf den Wandel einlassen, egal wie unbequem er ist, und die Gelegenheit nutzen, sich grundlegend zu verändern, werden letztlich gestärkt daraus hervorgehen.

* Der Autor Daniel Holz ist Vice President EMEA North bei Google Cloud.

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