Suchen

Oracle-Anwender erneut verärgert über Lizenzpolitik Doag bringt Licht in den Lizenzdschungel

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Nachdem kürzlich die deutschen SAP-Anwender in Nürnberg tagten, versammelte sich jetzt auch die Oracle-Gemeinde in der Lebkuchenstadt. Die Doag meldet ein Rekordergebnis, was die Teilnehmerzahlen angeht: Schon am ersten Tag kamen knapp 1.700 Besucher – so viel wie nie zuvor. Sie hatten unter anderem Ärger im Gepäck.

Firmen zum Thema

Die in der Deutschan Oracle Anwender Gruppe (Doag) organisierten Oracle-Nutzer zeigen ihrem Lieferenaten die rote Karte - die Lizenzpolitik passt nicht.
Die in der Deutschan Oracle Anwender Gruppe (Doag) organisierten Oracle-Nutzer zeigen ihrem Lieferenaten die rote Karte - die Lizenzpolitik passt nicht.
(Bild: Andras Härtle/ Fotolia.com)

Das neue Datenbank-Release „12c“ stand naturgemäß im Mittelpunkt des Tagungsprogramms aber auch die angekündigte Verfügbarkeit der In-Memory-Datenbank. Damit versucht Oracle mit den Konkurrenten aus dem Hadoop-Lager gleichzuziehen.

Ein weiterer Schwerpunkt bildete die Vortragsreihe über die „Soft Skills“, die erstmals ins Programm aufgenommen wurde: Auch der Oracle-Technologe steht im Wandel und sieht sich mit Herausforderungen aus dem Business-Bereich konfrontiert. Project-Coaching und Wissenstransfer sind neue Aufgaben.

Dazu passte die Keynote des Bestseller-Autors Peter Kreuz, der seit Jahren zum „Querdenken“ anstiften will. Und auch die „Doag Unconference“ geht unübliche Wege. Diese Plattform legt Wert auf Interaktion und Diskussion der Teilnehmer, die selbst Themen vorschlagen konnten.

Ärger um ETL für Oracle-Datenbanken

Um handfeste Probleme mit ETL (Extract, Transform, Load) ging es bei einer Online-Befragung, die die Doag kürzlich durchgeführt hat und deren Ergebnisse jetzt präsentiert wurden. Die rund 200 Befragten betreiben in Deutschland ihr Data Warehouse mit Database-Infrastruktur aus dem Haus Oracle. Rund 95 Prozent der Befragten, die dazu ETL-Tools nutzen, setzen den „Oracle Warehouse Builder“ (OWB) ein.

Die Basis-ETL-Komponenten von OWB sind in der Lizenz der kostenpflichtigen Datenbank-Edition enthalten, schlagen also nicht extra zu Buche, wenn die Datenbank lizenziert ist. Das soll sich jetzt ändern: Oracle will laut einem „Statement of Direction zu OWB und Oracle Data Integrator (ODI)“ den OWB nach dem Release 1 der Datenbankversion 12c nicht mehr zertifizieren. Unternehmen sollen stattdessen ODI verwenden.

Das würde bedeuten, dass die Unternehmen ziemlich in Schulung investieren müssten und zudem auch noch migrieren sollen: Laut Umfrage erwarten 80 Prozent der Befragten einen hohen oder sehr hohen Schulungsaufwand und knapp 90 Prozent fürchten hohen oder sehr hohen Migrationsaufwand. Und das ist noch nicht alles: Die Oracle Data Integrator Enterprise Edition ist kostenpflichtig und muss zusätzlich zur Datenbank lizenziert werden.

Die Transparenz fehlt

Christian Weinberger, Bei der Doag Themenverantwortlicher für BI & Data Warehouse, fasst die Umfrage-Ergebnisse so zusammen: „Oracle muss hier dringend handeln, immerhin sind fast drei Viertel der Befragten bereit, alternative Anbieter zu eruieren“. Oracle hat bereits Verhandlungsbereitschaft signalisiert.

Überhaupt klagen die Oracle-Anwender über die undurchsichtige Lizenzpolitik des Herstellers. Oft werden Anwender dazu animiert, teure Lizenzen für Enterprise-Versionen zu kaufen obwohl oft schon die Standard-Version ausreicht. Wertvolle Tipps gibt es auf der Doag-Homepage.

Die Autorin:

Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Coach in München.

(ID:42427754)