Bitkom-DESI-Index 2025 zeigt Fortschritte und Defizite Digitalisierung: Deutschland verharrt im Mittelfeld der EU

Von Elke Witmer-Goßner 2 min Lesedauer

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Deutschland kommt bei der Digitalisierung noch immer nur langsam voran. Laut dem neuen Bitkom-DESI-Index, der die Fortschritte der EU-Mitgliedsstaaten vergleicht, belegt die Bundesrepublik Platz 14 von 27 – zwei Ränge besser als im Vorjahr, aber weiter leicht unter dem europäischen Durchschnitt.

Deutschland liegt laut Bitkom-DESI-Index 2025 bei der Digitalisierung im EU-Vergleich nur auf Platz 14; besonders die digitale Verwaltung bleibt ein Sorgenkind.(Bild:  Bitkom)
Deutschland liegt laut Bitkom-DESI-Index 2025 bei der Digitalisierung im EU-Vergleich nur auf Platz 14; besonders die digitale Verwaltung bleibt ein Sorgenkind.
(Bild: Bitkom)

Während Deutschland bei der digitalen Transformation von Unternehmen (Platz 8) und bei der Qualität der Netzinfrastruktur (Platz 9) im vorderen Drittel liegt, hapert es an der tatsächlichen Nutzung moderner Anschlüsse. Zwar verfügen 78 Prozent der Haushalte über einen Gigabit-Anschluss, doch nur 6 Prozent nutzen diesen. Das sind 16 Prozentpunkte weniger als der EU-Durchschnitt.

Im Bereich digitale Kompetenzen reicht es nur für Rang 15. Rund ein Fünftel der Bevölkerung verfügt über überdurchschnittliche IT-Kenntnisse, was aber deutlich weniger ist als in den führenden Ländern Finnland, Niederlande und Schweden. Am schlechtesten schneidet Deutschland bei der digitalen Verwaltung ab: Nur 38 Prozent der Online-Formulare sind mit bekannten Daten vorausgefüllt (EU: 71 %), und die Nutzung digitaler Behördendienste liegt mit 64 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt.

Spitzenreiter im Bitkom-DESI-Index ist Finnland, gefolgt von Dänemark, den Niederlanden, Malta und Schweden. Am Ende des Rankings liegen Bulgarien, Griechenland und weit abgeschlagen Rumänien.

Ursachen: Verwaltung, Kompetenzen, Kosten

„Unter der Ampelregierung ist Deutschland digital zurückgefallen“, kritisiert Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Mit der Einführung eines Digitalministeriums sei zwar ein erster Schritt getan, doch brauche es nun einen klaren Fahrplan. Wintergerst fordert den Abbau von Bürokratie, eine Stärkung digitaler Kompetenzen und eine massive Beschleunigung der Verwaltungsdigitalisierung, auch auf Landes- und Kommunalebene.

Als weitere Hemmschuhe gelten die hohen Energiekosten für die Digitalwirtschaft, die Rechenzentren und Netze verteuern, sowie fehlende Investitionsanreize. Zudem müsse das Once-Only-Prinzip gesetzlich verankert werden: Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sollen Angaben gegenüber Behörden nur einmal machen müssen.

Für Wintergerst ist klar: „Digitalisierung kann nur gelingen, wenn sie als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird. Es geht nicht darum, Rankings zu gewinnen – es geht um ein digital souveränes, effizientes und resilientes Deutschland.“

Über den Bitkom-DESI-Index
Die EU-Kommission sammelt seit 2014 umfassend Daten zur Digitalisierung der Mitgliedsländer, veröffentlicht aber seit 2023 kein so genanntes DESI-Ranking mehr. DESI steht für „Digital Economy and Society Index“. Seit 2023 werden von der EU allerdings nur noch Rankings zu 31 Einzelindikatoren publiziert, wie zum Beispiel zu digitalen Basiskompetenzen in der Gesellschaft, der Netzabdeckung mit 5G oder dem Angebot digitaler Verwaltungsleistungen. Bitkom hat dieses Indikatorenset der EU geprüft, zwei Inkonsistenzen beseitigt und anschließend auf Basis der etablierten EU-Methodik erneut einen Index gebildet.

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