Seit September gilt der neue EU Data Act. Er soll unter anderem den Wechsel zwischen Cloud-Anbietern erleichtern. Doch für echte digitale Souveränität sind vor allem europäische Cloud-Angebote entscheidend.
Nur ein DSGVO-konformes, transparentes und von Multi-Cloud-kompatibles europäisches Cloud-Angebot kann eine zukunftssichere und unabhängige IT sicherstellen.
(Bild: T-Systems)
Die EU hat rechtsverbindliche Vorschriften verabschiedet, um das Potenzial von Daten aus verschiedenen Lebensbereichen und der Wirtschaft fair, verantwortungsvoll und effizient zu nutzen. Seit dem 12. September 2025 regelt der EU Data Act die wichtigsten Aspekte der Datennutzung und -weitergabe in Europa. So gibt er unter anderem Cloud-Anbietern vor, die vertraglichen und technischen Voraussetzungen für einen schnellen und einfachen Anbieterwechsel zu schaffen.
Während in Brüssel die regulatorischen Weichen für mehr Unabhängigkeit gestellt werden, zeigen aktuelle Entwicklungen: Echte digitale Souveränität entsteht nicht allein durch Gesetze und Wechselrechte, sondern durch eine vertrauenswürdige, resiliente Infrastruktur, offene Schnittstellen, Open-Source-Lösungen wie Terraform oder Kubernetes – und vor allem durch die Fähigkeit, über die eigenen Daten sicher und selbstbestimmt zu verfügen, ohne Zugriff externer Parteien.
Solange Unternehmen und Organisationen jedoch auf Nicht-EU-Anbieter setzen, bleiben sie abhängig von deren Rechtsräumen und Vorschriften. Selbst dann, wenn sich die Server der Cloud-Provider in Europa befinden. Der US Cloud Act erlaubt es amerikanischen Behörden in bestimmten Fällen auf Daten, die bei US-amerikanischen Anbietern gehostet sind, zuzugreifen – unabhängig vom Speicherort. Diese Problematik kann auch durch den EU Data Act nicht gelöst werden.
„Kill Switch“ ist keine abstrakte Bedrohung mehr
In einer zunehmend angespannten geopolitischen Lage birgt diese Abhängigkeit hohe Risiken: Expertinnen und Experten warnen vor dem sogenannten „Kill Switch“ – der Möglichkeit, europäische Kunden durch politische Entscheidungen von kritischer IT-Infrastruktur abzuschneiden. Was lange nur als theoretisches Szenario diskutiert wurde, trat im Februar 2025 tatsächlich ein: US-Präsident Trump verhängte Sanktionen gegen den Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC), Karim Khan, nachdem dieser Haftbefehle gegen israelische Regierungsvertreter erlassen hatte. Die Folge unter anderem: Microsoft sperrte Khans E-Mail-Konto, seine Bankkonten wurden eingefroren – eine praktische Demonstration des US Cloud Act in Aktion.
Das europäische Paradoxon
Was Unternehmen in der gegenwärtigen geopolitischen Situation daher wissen müssen: Digitale Souveränität lässt sich nur mit europäischen Cloud-Anbietern erreichen, die vollständig unter EU-Recht stehen. Der Cloud Report 2025 des Bitkom verdeutlicht dabei das aktuelle Dilemma der deutschen Wirtschaft: Obwohl Vertrauen und Herkunft für die meisten Befragten entscheidend sind, bleibt die Abhängigkeit von Nicht-EU-Anbietern bestehen. So haben für 99 Prozent der Teilnehmenden an der Bitkom-Studie das Vertrauen in IT-Sicherheit, Datenschutz und Compliance sowie die Leistungsfähigkeit und Stabilität der Lösungen bei der Auswahl des Anbieters höchste Priorität. Zudem ist nahezu allen Befragten ein vertrauenswürdiges Herkunftsland wichtig (97 Prozent).
Doch die Realität zeigt: Unternehmen setzen nach wie vor auf US-Cloud-Anbieter. 78 Prozent der befragten IT-Entscheiderinnen und -Entscheider stufen die Abhängigkeit Deutschlands von diesen Diensten als deutlich zu hoch ein. Laut Cloud Report wünschen sich 82 Prozent deutsche oder europäische Alternativen zu den bekannten US-Hyperscalern, zögern aber bei der Umsetzung, sofern die Dienste nicht voll und ganz konkurrenzfähig sind. Für ein breites Service-Portfolio mit direkter Verfügbarkeit waren lange Zeit US-Anbieter gesetzt. Europäische Lösungen galten als nicht umfangreich und innovativ genug. Daher beschäftigen sich viele Unternehmen erst jetzt unter zunehmendem Druck mit europäischen Alternativen.
Kein Entweder/Oder-Konflikt
Unternehmen müssen bei der Leistungsfähigkeit der Lösungen jedoch keine Kompromisse eingehen. Unabhängige Alternativen aus Europa bieten längst ein breites Funktions- und Leistungsspektrum. Die „ISG Provider Lens™ Multi Public Cloud Services 2024“ untersuchte den deutschen Markt und stufte unter anderem die Open Telekom Cloud als leistungsfähiges Angebot und Hyperscaler-Alternative ein. Sie überzeugt die Analystinnen und Analysten durch Flexibilität, Unterstützung von GenAI-Projekten und Souveränität der Plattform.
Die DSGVO-konforme Public Cloud mit Rechenzentren in Deutschland und den Niederlanden ist von Anfang an (seit 2016) nach dem Prinzip „Sovereignty by Design" konzipiert und stützt sich auf drei Säulen:
Datensouveränität: vollständige Kontrolle ohne Drittanbieter-Zugriff
Betriebssouveränität: Kontrolle über Wartung und Zugriffsrechte durch Technologien wie „Bring Your Own Key" (BYOK)
Technologiesouveränität: offene Standards statt proprietärer Systeme durch Open-Source-Lösungen wie OpenStack
Bei Angeboten wie der Open Telekom Cloud garantiert eine konsequente Sicherheitsarchitektur nach strengen Compliance-Richtlinien den Schutz von Daten und Infrastruktur. Zertifizierungen wie C5 und ISO/IEC 27001 gewährleisten höchste Sicherheits- und Datenschutzstandards. Für umfassende digitale Souveränität setzt die Open Telekom Cloud technisch konsequent auf offene Standards. Die Open-Source-Plattform OpenStack gewährleistet Interoperabilität und verhindert einen Vendor Lock-in. Doch was sie wirklich besonders macht: Mit mehr als 60 Cloud-Services (IaaS/PaaS) sowie dem Zugang zu umfangreichen SaaS-Lösungen und LLMs bietet sie das umfangreichste Portfolio der souveränen europäischen Cloud-Anbieter.
Souveräne Clouds: Worauf es bei der Auswahl ankommt
Doch was heißt das konkret für Unternehmen? Wenn Sie auf eine zukunftssichere souveräne Cloud-Lösung setzen möchten, sollten Sie sich im ersten Schritt folgende Fragen stellen:
Datenschutz nach DSGVO: Kann Ihr Cloud-Anbieter garantieren, dass Ihre Daten nicht in Drittländer abfließen? Sind alle Informationen jederzeit vor dem Zugriff durch fremde Regierungen geschützt?
Transparenz und Kontrolle: Sichert Ihr Cloud-Anbieter Ihre Datenhoheit? Wie stark sind Sie bei der Kontrolle Ihrer Daten von Ihrem Dienstleister abhängig?
Abhängigkeit von Hyperscalern: Welche Möglichkeiten haben Sie zur Anpassung und Erweiterung? Welchen Raum gibt es für Multi-Cloud- und Hybrid-Strategien? Droht ein Vendor Lock-in?
Zukunftssicherheit: Haben Sie die Gewissheit, dass Sie jederzeit und rechtzeitig Updates und Security Patches erhalten? Könnten externe Akteure dies unterbinden?
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