Cloud-Standards für ein harmonisches Miteinander

Die wichtigsten Cloud-Standards und -Zertifizierungen im Überblick

| Autor / Redakteur: Uwe Becker* / Elke Witmer-Goßner

Es gibt viele verschiedene internationale Organisationen – private und öffentliche – die in Cloud-Standardisierungs- und Zertifizierungsprozesse involviert sind. Die wichtigsten dieser Organisationen, die bedeutende Fortschritte in Bezug auf Cloud-Standards gemacht haben, sind:

Internationale Organisation für Normung (ISO) und die DMTF

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) und die Distributed Management Taskforce (DMTF), der 200 Unternehmen angehören, haben bereits 2011 ein offenes Format für die Software-Verteilung auf virtuellen Maschinen zertifiziert – das Open Virtual Format, kurz OVF 1.1. Dieses ist der erste internationale, offene Cloud-Standard, der die Übertragbarkeit virtueller Applikationen zwischen verschiedenen Cloud IaaS-Plattformen regelt. Sogar die Europäische Union hat die Übertragbarkeit von Daten und Applikationen zwischen verschiedenen Cloud-Plattformen unterschiedlicher Anbieter als wichtige Voraussetzung dafür erklärt, dass die Cloud in allen Branchen etabliert werden kann.

Das OVF definiert, wie eine virtuelle Applikation auf einer virtuellen Maschine implementiert und gemanaged werden soll bzw. laufen muss. Es gibt außerdem die Implementierungsoptionen, Einstellungen und die Ressourcenzuteilung für ein bestimmtes virtuelles System vor. Das OFV wurde in der Version 1.1 von rund zehn verschiedenen Cloud Providern entwickelt und ist ein internationaler Standard für die Übertragbarkeit der Cloud-Infrastruktur. Als offener Standard optimiert er die Verteilung virtueller Applikationen, verbessert das Lifecycle-Management virtueller Maschinen, unterstützt die Verteilung der Anwendungen auf den virtuellen Servern und ermöglicht deren Übertragbarkeit und Unabhängigkeit – das heißt, sie sind nicht auf eine bestimmte Virtualisierungsplattform oder einen Hypervisor festgelegt.

Das Open Virtual Format enthält mehrere Open Source-Elemente und ist bei vielen Cloud-Anbietern bereits im Virtualisierungssystem abgebildet, das sie verwenden. OVF 2.0 ist derzeit noch in der Entwicklung. Es wird neue Merkmale wie Platzierung, Skalierbarkeit und Verschlüsselung regeln. Außerdem wird es über einige Upgrades verfügen wie beispielsweise im Bereich Netzwerk-Services, um die Servicequalität auf Netzwerkebene zu verbessern oder neue Services zu regeln wie Load Balancing, Firewall-Einstellungen und komplexe Netzwerktopo-logien.

Cloud Infrastructure Management Interface CIMI

Die DMTF hat außerdem eine Management-Schnittstelle für virtuelle Maschinen verabschiedet, das Cloud Infrastructure Management Interface (CIMI). Die Spezifikation beschreibt das Modell und das Protokoll, das für das Management von Cloud-Interaktionen zwischen einem Infrastructure-as-a-Service (IaaS) Provider und den Nutzern eines IaaS-Service nötig ist. Die Basisressourcen von IaaS (Server, Storage und Netzwerke) werden dabei mit dem Ziel skizziert, das Management von IaaS-Implementierungen und die Übertragbarkeit von Cloud-Implementierungen zu ermöglichen.

CIMI adressiert das Lifecycle-Management der Infrastruktur, die ein Provider zur Verfügung stellt. Dabei bezieht sich CIMI nicht auf Punkte, die über das Infrastruktur-Management hinausgehen, wie die Kontrolle der Applikationen und Services, die der Kunde für die betreffende Cloud-Infrastruktur ausgewählt hat. CIMI ist bis zu einem gewissen Grad auch für andere Cloud Service-Modelle wie Plattform-as-a-Service oder Storage-as-a-Service relevant. Diese liegen aber außerhalb der Designziele von CIMI.

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