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Plattform für das Management des Lebenszyklus von Prozessen, Stammdaten und komplexen Events Die Software AG wird Cloud-ready

| Autor / Redakteur: Susanne Franke / Florian Karlstetter

Der Darmstädter Software-Hersteller stellt auf der CeBIT seine Strategie und Roadmap für Cloud-basiertes Prozessmanagement vor. Zudem zeigt das Unternehmen zum ersten Mal die aus den durch die Integration von webMethods und IDS Scheer-Produkten entstandenen Lösungen für Prozessintelligenz.

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Dr. Wolfram Jost, Produkt- und Technologievorstand der Software AG, erläutert die aktuelle Produktstrategie des Konzerns.
Dr. Wolfram Jost, Produkt- und Technologievorstand der Software AG, erläutert die aktuelle Produktstrategie des Konzerns.
( Archiv: Vogel Business Media )

Anderthalb Jahre nachdem die Software AG die Übernahme von IDS Scheer angekündigt hatte, wurden Ende 2010 die beiden Gesellschaften endgültig verschmolzen.

Nun präsentiert der Hersteller zum ersten Mal die aus der Integration der beiden Produktlinien hervorgegangene vollständige Plattform für das Management des Lebenszyklus von Prozessen, die durch weitere Zukäufe um ein Stammdatenmanagement und Complex Event Management erweitert worden ist. „Wir fassen in unserer Suite alle Komponenten zusammen, die Unternehmen für den Lifecycle ihrer Unternehmensprozesse brauchen“, betont Dr. Wolfram Jost, Produkt- und Technologievorstand der Software AG.

Integration von ARIS und webMethods

Unter dem Ansatz Model-to-Execute sind ARIS und webMethods miteinander integriert worden, und sollen Anwendern nun eine einfache und auf einer klaren Methodik aufbauende Überführung fachlicher Prozessmodelle in technische Ausführungsmodelle ermöglichen. Um diesen Transfer zu bewerkstelligen, unterstützt sowohl die ARIS- als auch die webMethods-Komponente die Notationssprache BPMN 2.0, wobei sich die Modelle in beide Richtungen transformieren lassen. Ein so genanntes Governance-Prozessmodell ist für Steuerung der Transformation vorgesehen und soll das einheitliche Metadaten-Registry und –Repository CentraSite stärker in den Prozess einbinden.

Complex Event Processing ...

Neu hinzugekommen ist Funktionalität für Complex Event Processing (CEP), denn ein Prozess besteht aus einer Kette von Funktionen, die über Ereignisse oder Events gesteuert wird, so Dr. Jost, und somit sei das Event Management ein Kernelement der Prozesssteuerung. Dafür bedarf es einer Engine, die in der Lage ist, einige Tausend Ereignisse in Echtzeit aus den verschiedenen Systemen, Datenbanken oder Applikationen auszuwerten, um dann eine Aktion anzustoßen.

Die Technik für ihre Correlation Engine hatten die Darmstädter im letzten Jahr mit der Marburger Firma RTM gekauft. Sie bildet den Kern von webMethods Business Events. Anwender sollen es damit leichter als andere haben, Ereignistypen zu beschreiben und Regeln für die Korrelation aufzusetzen. Diese Definitionen und Beschreibungen werden bereits in der Modellierungsphase festgelegt, um CEP besser in die Prozesse und deren Ausführung zu integrieren und somit die Reaktionszeiten auf Events zu verkürzen. Als weitere Komponenten hat der Anbieter einen Event Store für das Speichern der Events sowie Reporting, Data Mining und die Vergangenheitsanalyse entwickelt. Einen dritten Baustein soll eine Governance bilden, die Ereignisse genauso wie Services benötigen. Schließlich stellt ein Dashboard die Analysen dar.

... und Master Data Management

Zu einem vollständigen Prozessmanagement gehört schließlich noch das Master Data Management (MDM): Die Prozesse erzeugen, verarbeiten und ändern Stammdaten und diese müssen, so der Vorstand, zentral und einheitlich als Querschnittsprozess verwaltet werden. Die Software AG spricht von prozessgesteuertem MDM, wenn es um ihr neues Produkt OneData geht.

Die Technik dafür stammt aus der letztes Jahr zugekauften Firma Data Foundations. Auch beim MDM setzen die Darmstädter auf alle Phasen eines Prozesslebenszyklus, und daher werden die erforderlichen Stammdaten ebenfalls bereits bei der Beschreibung eines Ablaufs berücksichtigt. Über eine Verbindung zur BPM-Engine kann dann beim Ausführen des Prozesses, wenn eine Funktion die Stammdaten benötigt oder verändert, aus der Process Engine das MDM über Service-Schnittstellen angesprochen werden.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, welche Strategie und Konzepte die Software AG auf der CeBIT vorstellen wird, Stichwort: Cloud

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