Cloud-Modelle auf dem Prüfstand Die Hybrid Cloud für eine maßgeschneiderte IT-Infrastruktur

Autor / Redakteur: Patrick Glawe* / Elke Witmer-Goßner

Die Pandemie hat die Digitalisierung von Unternehmen aller Größen und Branchen stark vorangetrieben. Heute arbeiten bereits mehr als 70 Prozent der Mitarbeiter von Zuhause aus, so eine aktuelle Studie von Fraunhofer. Eine leistungsstarke IT-Infrastruktur hilft, dem Wettbewerb auch unter Corona-Bedingungen standzuhalten, und garantiert den Mitarbeitern ein störungsfreies Arbeiten.

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Bei der Entscheidung, ob Public, Private oder Hybrid Cloud, hilft zu klären, wo welche Daten und Anwendungen eines Unternehmens am besten aufgehoben sind.
Bei der Entscheidung, ob Public, Private oder Hybrid Cloud, hilft zu klären, wo welche Daten und Anwendungen eines Unternehmens am besten aufgehoben sind.
(Bild: © kerenby - stock.adobe.com)

Dabei soll der Zugriff auf Unterlagen jeglicher Art und das gemeinsame Arbeiten über das Internet sicher, schnell und flexibel möglich sein. Vor allem von cloud-basierten Lösungen versprechen sich Unternehmen mehr Flexibilität, weniger Investitionen, schnellere Verfügbarkeit von Applikationen und Services. Deshalb steigt die Nachfrage rasant.

Aber Cloud ist nicht gleich Cloud. Mal ist die Public Cloud die richtige Wahl, mal die Private Cloud. Und immer öfter interessieren sich IT-Entscheider auch für Hybrid-Cloud-Konzepte. Bei der Umsetzung können erfahrene ICT-Provider wertvolle Hilfestellung leisten.

Worauf achten?

Bei der Suche nach dem richtigen Cloud-Konzept gilt jedoch: Die eine, universelle Cloud-Strategie gibt es nicht. Aber worauf kommt es bei der Auswahl des richtigen Cloud-Modells an? Das große Spannungsfeld, in dem sich die Wahl der passenden Cloud-Lösung abspielt, bewegt sich zwischen Kostenfragen, Sicherheitsanforderungen und dem Bedürfnis nach maximaler Flexibilität und Skalierbarkeit.

Vor allem größere Unternehmen können nicht einfach auf eine Cloud „umsteigen“, sondern haben eine bestehende, eher unkontrolliert gewachsene IT-Infrastruktur, die weiterhin betrieben und gepflegt werden muss. Der erste Schritt in Richtung Cloudifizierung sollte daher ein Blick nach innen sein, nämlich die Suche nach dem Current Mode of Operation (CMO) – der Blick auf den Ist-Zustand der Systeme bzw. des Unternehmens vor dessen digitaler Transformation: Wie sieht meine aktuelle Infrastruktur aus? Was traue ich meinem eigenen IT-Team zu? Welche Daten und Prozesse sollen in eine Cloud überführt werden? Welche Daten sind sensibel und welche nicht? Welche Ressourcen und finanziellen Mittel stehen mir zur Verfügung?

Und wofür entscheiden?

Hat man diese Fragen erst einmal für sich beantwortet, kann man sich mit den unterschiedlichen Cloud-Modellen befassen:

Die Public Cloud ist ein Angebot eines frei zugänglichen Providers, der seine Dienste offen über das Internet für jedermann zugänglich macht. Unternehmen buchen kurzfristig und flexibel immer wieder Leistungen hinzu oder ab, die einen reibungsfreien Ablauf von Entwicklungsprozessen oder erwarteten Lastzeiten garantieren – ohne eigene Ressourcen zu binden, die hohe Kosten nach sich ziehen.

Eine Private Cloud bietet eine proprietäre Infrastruktur, die vor Ort im eigenen Unternehmen installiert (Inhouse Private Cloud) oder exklusiv durch einen Dienstleister gehostet wird (Hosted Private Cloud). Sie wird ausschließlich von den Anwendern des eigenen Unternehmens genutzt und entspricht somit besonderen Security- und Compliance-Anforderungen. Mit Hilfe von VPN-Zugängen und dem Einsatz von Firewalls sind Daten in der Private Cloud maximal geschützt.

Die Hybrid Cloud ist eine Mischform dieser beiden Ansätze. Bestimmte Services laufen bei öffentlichen Anbietern über das Internet, datenschutzkritische Anwendungen und Daten bleiben im Unternehmen. Die Herausforderung liegt in der Trennung der Geschäftsprozesse in datenschutzkritische und -unkritische Workflows.

Es muss kein Entweder-oder sein

Wer Angst um seine Datensicherheit hat, kann zweigleisig fahren und die Private Cloud durch das eigene IT-Team pflegen und verwalten lassen und die Public Cloud an einen Dienstleister outsourcen. Allerdings büßt er damit einige entscheidende Vorteile einer Hybrid-Cloud-Lösung aus einer Hand ein:

  • eine maßgeschneiderte Architektur,
  • Schonung der internen Ressourcen,
  • flexibles Hinzubuchen von Leistungen und Services,
  • keine Latenzzeiten bei Störungen,
  • bestmögliches Know-how der IT-Verantwortlichen,
  • neueste Technologien und Lösungen,
  • zuverlässige Anpassung an die aktuellen Compliance- und Datenschutzrichtlinien.

Ein guter Ansatz zur Bestimmung seiner eigenen Cloud-Strategie und dem sogenannten Future Mode of Operation (FMO) – im Gegensatz zum CMO wird hier der Ziel-Zustand betrachtet – ist das Cloud Adoption Framework. Es hilft Unternehmen, eine Cloud Adoption Map zu entwickeln und positioniert Anwendungen, Daten und Prozesse entlang der verschiedenen Cloud-Formen.

Am besten das Beste aus allem

Wer bei der Analyse seiner bestehenden IT-Infrastruktur und der Frage nach der Sicherheit seiner Daten zu einem ambivalenten Ergebnis gekommen ist, sollte über eine hybride Lösung nachdenken. Denn die Hybrid Cloud bietet von allem das Beste: Eine IT-Umgebung aus verschiedenen Cloud-Plattformen, die Workloads flexibel und je nach Bedarf zwischen den unterschiedlichen Cloud-Plattformen, wie der Private Cloud oder der Public Cloud, verschieben kann.

Das bedeutet konkret: Sie ist jederzeit skalierbar, bindet weniger interne Ressourcen, kann individuell an die Bedürfnisse angepasst werden, ist kosteneffizient und bietet für alle relevanten Daten die größtmögliche Sicherheit. Erfahrene ICT-Provider unterstützen Unternehmen bei ihrem Schritt in die Cloud und stellen ihren Kunden ein individuelles und jederzeit skalierbares Hybrid-Cloud-Portfolio zusammen, das in sicheren Rechenzentren wie beispielsweise in Deutschland gehostet wird. Cloud- und Konnektivitätsberater gehen dabei auf individuelle Bedürfnisse ein, entwickeln basierend auf langjähriger Erfahrung maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen aller Art und Größe.

Nachfrage nach Hybrid-Cloud-Lösungen steigt

Nicht erst seit der Pandemie müssen insbesondere mittelständische Unternehmen digital aufrüsten. Eine individuell angepasste Hybrid-Cloud-Infrastruktur bedeutet größtmögliche Flexibilität und Sicherheit – auch bei individuellen Anforderungen. Aber auch hier gilt: Nur wer seine Herausforderung kennt, kann die richtige Lösung finden.

Hier ein paar Beispiele:

  • Hat das Unternehmen besonders hohe Security- und Compliance-Anforderungen? Dann ist eine Private Cloud mit besonders hohem Datenschutz die richtige Wahl.
  • Will eine Organisation flexibel Services, Hard- oder Software in Stoßzeiten hinzubuchen? Hierfür bieten ICT-Dienstleister flexible Rundum-Sorglos-Pakete mit Public-Cloud-Leistungen.
  • Sollen den Mitarbeitern auch andere Business Applikationen zur Verfügung stehen? Der richtige Cloud-Mix macht Anwendungen überall und jederzeit abrufbar – egal, von welchem Device.

Dem Scheitern der Cloud-Migration entgegenwirken

Zusammenfassend lässt sich sagen: Unternehmen laufen immer dann Gefahr, bei einer Cloud-Migration Schiffbruch zu erleiden, wenn folgende Punkte nicht definiert sind: Current Mode of Operation, Future Mode of Operation (Cloud Adoption Framework / Cloud Adoption Map), ausreichend Zeit für die Migration (10 bis 12 Monate), Budget, Datenaufbereitung und -bereinigung sowie Verantwortlichkeiten (Cloud Competence Center, CDO, CIO).

Patrick Glawe, Itenos GmbH.
Patrick Glawe, Itenos GmbH.
(Bild: Itenos)

Mit einem erfahrenen Partner an der Seite, der Services und Prozesse orchestriert, lassen sich gewachsene Infrastrukturen erfolgreich in maßgeschneiderte Cloud-Modelle überführen.

* Der Autor Patrick Glawe ist Produktmanager für Datacenter, Connectivity & Cloud Solutions bei Itenos. Als integrierter ICT-Dienstleister aus dem Konzernverbund der Deutschen Telekom unterstützt Itenos vor allem mittelständische Unternehmen bei der Cloudifizierung.

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