Actuate präsentiert Zahlenpatzer, verursacht durch manuell verwaltete Spreadsheets

Die fünf kuriosesten Reporting-Fehler

30.12.2010 | Redakteur: Florian Karlstetter

Zahlenpatzer in manuell verwalteten Tabellen und ihre oft kuriosen Auswirkungen.
Zahlenpatzer in manuell verwalteten Tabellen und ihre oft kuriosen Auswirkungen.

Manager müssen sich bei der Fülle der Berichte, die sie täglich vorgelegt bekommen, auf akkurate und konsistente Daten verlassen können. Bereits ein kleiner Fehler beispielsweise in der Kalkulation kann ernste Folgen haben.

Wenn die unternehmensinternen Business Intelligence-Lösungen nicht ihre konkreten Anforderungen erfüllen, bauen sich Mitarbeiter schnell eigene Excel-Spreadsheets. Die Folge ist oftmals ein undurchdringliches Spreadsheet-Gewirr mit verschiedensten Versionen, unzulänglicher Datenkonsistenz und einer Fülle von Fehlern, die bei manuell verwalteten Tabellen an der Tagesordnung sind. Um die Folgen von fehlerhaftem Reporting aufzuzeigen, hat der Business Intelligence-Anbieter Actuate die fünf kuriosesten Zahlenpatzer aus den letzten Jahren zusammengestellt.

1. Fehler beim Schulden-Ranking

Drei Nullen zu viel bei der Übermittlung von statistischen Zahlen seien laut Medienberichten die Ursache dafür gewesen, dass die Stadt Worms 2009 als bundesweit höchstverschuldete Kommune genannt wurde. Verrechnet hatten sich diejenigen, die den bundesweiten Vergleich angestellt hatten, allerdings nicht. Die falsche Zahl beruhte auf einer fehlerhaften Datenmeldung seitens der Stadt: Bei der jährlichen Übermittlung der Haushalts- und Finanzdaten an das Statistische Landesamt wird auch der Stand der Investitionsdarlehen der Stadt sowie aller zum Konzern Stadt gehörenden Eigenbetriebe und Gesellschaften erfasst. Dabei habe der städtische Gebäudebewirtschaftungsbetrieb seine Verbindlichkeiten irrtümlich mit 200 Millionen Euro angegeben, so Oberbürgermeister Michael Kissel – tatsächlich seien es aber nur 200.000 Euro.

Quelle: Wormser Zeitung

2. Rhein kürzer als gedacht – dank Zahlendreher

Der Rhein soll 90 Kilometer kürzer sein als bislang angenommen. Einem Zeitungsbericht zufolge messe der Fluss statt 1320 Kilometer nur rund 1230 Kilometer. Der Biologe Bruno Kremer von der Universität Köln habe den Fehler eher zufällig entdeckt. Der Rheinischen Post gegenüber berichtete er, dass irgendwann um 1960 wohl aus 1230 eine 1320 wurde. Dieser Fehler perpetuierte sich, weil offenbar einer vom anderen abschrieb. Die zuständige Abteilung des niederländischen Ministeriums für Verkehr und Wasserbau habe hingegen nachgerechnet und sei auf 1232 Kilometer gekommen, berichtete die Zeitung. Das Rhein-Museum in Koblenz habe die Flusslänge bereits korrigiert.

Quelle: RP Online

3. Falsch gerechnet: 183.000 Euro Mehrkosten

Von vier Baumaßnahmen, die die Stadt Langen mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm abgewickelt hat beziehungsweise noch abwickelt, sind laut der Offenbach Post drei teurer geworden als geplant. Schuld sei ein Zahlendreher im sogenannten Leistungsverzeichnis, das als Grundlage für die Auftragsvergabe dient. Der Fehler sei dem von der Stadt engagierten Architekturbüro unterlaufen und den Kommunalen Betrieben, die mit Projektsteuerung und Bauüberwachung betraut sind, „durchgerutscht“. Die Mehrkosten beliefen sich nach derzeitigem Stand auf 183.000 Euro.

Quelle: op-online.de

4. Regierung: Statistikfehler führen zu falschen Zahlen bei Hartz-IV-Sanktionen

Wie im September 2010 bekannt wurde, führten fehlerhafte Zuordnungen bei der Erfassung von Gründen für Sanktionen bei Hartz-IV-Empfängern zu falschen Zahlen. Das Arbeitsministerium hat den Zahlendreher im Gesetzesentwurf der neuen Hartz-IV-Berechnung zugegeben. Der Ministeriumssprecher Jens Flosdorff sagte laut „Spiegel Online“, es habe in der Begründung zum Gesetzestext bei der Übertragung von Werten aus einer Excel-Tabelle in ein Word-Dokument einen „Zahlendreher“ gegeben. „Das ist sehr ärgerlich und darf nicht passieren.“

Quelle: Deutscher Bundestag

5. Pleite

Aus der Zeitung erfuhren die 17 Mitarbeiter der EDV-Firma „Integrated Systems GmbH“ aus Jenfeld im Jahr 2000 von ihrer angeblichen Pleite. In den Handelsregistermeldungen hieß es, das Insolvenzverfahren sei eröffnet worden. Kleine, aber fatale Ursache: Durch einen Zahlenfehler des Amtsgerichts wurde der Betrieb mit einem anderen verwechselt – der wirklich aufgelöst wurde.

Quelle: Hamburger Morgenpost

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