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Digital Farming Die Cloud lässt es regnen

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Wasser ist die wichtigste Ressource der Landwirtschaft. In wasserarmen Gebieten hilft die Tröpfchenbewässerung mit Schläuchen, die das Unternehmen Netafim bereits in den 60er Jahren erfunden hat.

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Bewässerungslösungen wie die Tröpfchenbewässerung sind keine simplen Systeme aus Schläuchen mehr.
Bewässerungslösungen wie die Tröpfchenbewässerung sind keine simplen Systeme aus Schläuchen mehr.
(Bild: gemeinfrei© LuisellaPlanetaLeoni / Pixabay )

Mittels Cloud Computing konnte dieses Verfahren raffiniert werden – man könnte sagen, heutzutage lässt es die Cloud regnen. Denn Bewässerungslösungen wie die Tröpfchenbewässerung sind keine simplen Systeme aus Schläuchen mehr. Sensoren, Satelliten und weitere Geräte senden kontinuierlich Daten an die IT-Systeme von Netafim, die mittlerweile von über zwei Millionen Landwirten in 110 Ländern genutzt werden. Dadurch sammeln sich große Datenmengen an, deren Speicherung und Auswertung pausenlos erfolgen muss, denn anhand dieser Daten wird beispielsweise die Menge von Wasser und Düngemittel festgelegt.

Jeder Verlust der Daten oder jede Downtime der IT-Systeme könnte dazu führen, dass falsche Empfehlungen an die Landwirte geschickt werden, was Ernteausfälle nach sich ziehen kann. Daher holte sich Netafim Hilfe beim AWS Premier Consulting Partner AllCloud. Zusammen haben sie eine Cloud- Infrastruktur in drei Phasen aufgebaut: Zuerst wurde die Netafim Application auf AWS entwickelt. Dann wurde diese Infrastruktur mit Hilfe der AWS Landing Zone gesichert. Anschließend wurde die Applikation geklont, um sie sehr einfach in neuen Regionen einsetzen zu können.

Die neue Cloud-Infrastruktur bringt eine Reihe von Vorteilen: Unter anderem werden die riesigen Datenmengen, die Netafim erhält, jetzt mit AWS Kinesis verarbeitet. Kinesis kann Hunderte Terabytes von Big Data in Echtzeit verarbeiten. Sollte die Datenmenge die Grenzen der Anwendung überschreiten, speichert Kinesis die Daten in einem Queuing-System, das Datenverlust verhindert: Selbst bei Nichtverfügbarkeit oder Ausfall eines Dienstes werden die in die Cloud gesendeten Daten gespeichert und können dann später verarbeitet werden.

Experten für die Tröpfchenbewässerung und Experten für die Cloud haben hier eng zusammengearbeitet. Das Ergebnis: Cloud Computing ist auf diese Weise heute schon ein fester Bestandteil ressourcenschonender Landwirtschaft und leistet einen bedeutenden Beitrag zu intelligenter Bewässerung im Kampf gegen Wasser- und Bodenknappheit.

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Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

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Journalist