Hybride Clouds - in Deutschland im Aufwind Die Cloud als Treiber der digitalen Transformation

Autor / Redakteur: Petra Adamik / Florian Karlstetter

Mehr Agilität und Flexibilität sind für viele deutsche Unternehmen, neben dem Wunsch nach Kostenoptimierung, die wichtigsten Argumente für den Einstieg in die Cloud. Favorisiert wird dabei immer häufiger das hybride Cloud-Modell, so eine aktuelle Studie von IDC.

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Angesichts der Digitalen Transformation nehmen hybride Clouds Fahrt auf in deutschen Unternehmen, so eine aktuelle IDC-Studie.
Angesichts der Digitalen Transformation nehmen hybride Clouds Fahrt auf in deutschen Unternehmen, so eine aktuelle IDC-Studie.
(Bild: IDC)

Seit 2009 führt das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC eine jährliche Befragung zum Thema Cloud Computing durch. Eine wesentliche Erkenntnis der aktuellen Befragung unter 274 deutschen Unternehmen ist, dass die Verbreitung von Hybrid Clouds in deutschen Unternehmen weiterhin zunimmt. Auch verfolgt die Mehrzahl der befragten Unternehmen eine „Cloud-first“-Strategie.

Viele IT-Abteilungen stehen mittlerweile vor dem Dilemma, dass die hauseigene IT nicht ausreichend für die Digitale Transformation gerüstet ist. Es fehlt den vorhandenen Infrastrukturen meist an Flexibilität und Agilität. Diese Eigenschaften sind aber notwendig, um Geschäftsprozesse und Produkte zeitnah an die Entwicklung globaler Märkte anzupassen sowie die sich rasch verändernden Anforderungen der Fachabteilungen zu erfüllen.

„Lokal, Privat, Public“ - all together: Hybrid

Gleichzeitig sollen sensible Daten das Unternehmen nicht unkontrolliert verlassen. Eine Verarbeitung oder Speicherung in Public Clouds kommt daher meist nicht in Frage. Stattdessen setzen immer mehr Unternehmen auf Hybride Cloud-Lösungen, in denen vorhandene, lokale IT-Infrastrukturen mit Private oder Public Clouds gekoppelt werden.

Für dieses Cloud-Modell ist der deutsche Markt offen, das Wachstumspotential hoch, so das Ergebnis der IDC-Studie. Zwar setzen aktuell lediglich 20 Prozent der 274 befragten Unternehmen auf die Hybride Cloud, allerdings sprechen 57 Prozent von ihnen davon, in den nächsten ein bis zwei Jahren Hybride Cloud-Strukturen zu adaptieren. Sollten diese Planungen tatsächlich im vollen Umfang in die Tat umgesetzt werden, prognostizieren die Marktforscher, dass bereits 2017 nahezu drei von vier Unternehmen Hosted Private Clouds nutzen werden. Gestützt wird diese Einschätzung durch die Befragungsergebnisse, nach denen die Verbreitung von Hybrid Clouds schon 2015 im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel, konkret von 15 Prozent im Jahr 2014, auf 20 Prozent in 2015 gestiegen ist.

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Viele Argumente sprechen für die Hybride Cloud

Argumente für den Weg in die Hybride Cloud haben die befragten Unternehmen genug, sagen die IDC-Analysten. An vorderster Stelle auf der Prioritätenliste liegt für die Mehrzahl der Befragten (54 Prozent) die Verbesserung ihrer IT-Sicherheit. Weitere Kriterien sind Kosteneinsparungen (36 Prozent) sowie der Wunsch nach mehr Agilität (30 Prozent), die durch eine bessere Unterstützung der Geschäftsprozesse erreicht werden soll. 22 Prozent der Studienteilnehmer nennen darüber hinaus eine höhere IT-Qualität sowie verbesserte Service-Level, 19 Prozent erhoffen sich schnellere Reaktionsmöglichkeiten auf neue Anforderungen.

Als Bremsklotz für die zügige Transformation erweist sich allerdings nicht selten die hauseigene IT-Infrastruktur, beklagen viele deutsche CIOs die aktuelle Situation. 35 Prozent hadern mit zu langen Veränderungsprozessen und 33 Prozent sehen den Fachkräftemangel und/oder unzureichendes Fachwissen als Gründe für den verzögerten Weg ihrer IT in die Cloud. Gleichauf in der Mängelliste liegen mit 33 Prozent die fehlende Flexibilität sowie die Komplexität der eigenen Infrastrukturen. Unter den Folgen haben laut IDC-Analyst Matthias Kraus, in erster Linie die Fachbereiche zu leiden, da die IT-Verantwortlichen nicht in der Lage sind, neue Geschäftsprozesse so schnell umzusetzen, wie es die internen Kunden erwarten.

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CIOs gehen neue Wege

Um hier Abhilfe zu schaffen, stehen auf der Agenda der IT-Entscheider immer häufiger neue Ansätze, wie das Software-definierte Rechenzentrum (70 Prozent) oder Container-Lösungen (65 Prozent). Davon versprechen sich die Verantwortlichen eine optimaleren Ansatz für die Virtualisierung sowie das verbesserte Management ihrer IT-Infrastrukturen. Die Umsetzung dieser Technologien verlangt allerdings Zeit, die den ITlern aber meist fehlt.

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Auch das ist ein Grund dafür, warum immer mehr Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe und Branche, auf Cloud Services setzen. Im Rahmen der IDC-Studie gaben sechs von zehn Unternehmen an, bereits Cloud Services zu nutzen. Zum Vergleich: vor rund fünf Jahren konnten mehr als zwei Drittel der deutschen Unternehmen gar nichts mit dem Begriff Cloud Computing anfangen. Inzwischen ist die Cloud ein fester Begriff und wird auch genutzt. 26 Prozent der für die aktuelle IDC-Studie befragten CIOs beschäftigen sich mit dem Thema und planen den Weg in die Wolke. Das gilt besonders für den Mittelstand, der den Strategien der Großunternehmen folgt und über kurz oder lang ebenfalls Cloud Services einsetzen will.

Cloud-Migration Hand in Hand mit neuen Organisatonsstrukturen

Bis zur flächendeckenden Umsetzung der Cloud wird allerdings noch etwas Zeit vergehen, denn die Migration geht häufig auch Hand in Hand mit neuen Organisationsstrukturen. Interne Hemmnisse für eine schnelle Migration sind zudem die nötige Anpassung der IT und der Geschäftsprozesse (33 und 30 Prozent) sowie Sicherheitsbedenken gegenüber Cloud-Anbietern (29 Prozent). Sorge macht vielen Unternehmen auch, dass sie sich in eine zu große Abhängigkeit von einem oder mehrere Cloud-Providern begeben könnten (36 Prozent).

Bei der Wahl des passenden Cloud-Partners stellen deutsche Unternehmen daher besondere Anforderungen, speziell wenn es um die Auswahl eines Public-Cloud-Anbieters geht. 57 Prozent der von IDC Befragten pochen auf einen deutschen Vertrag und 47 Prozent legen Wert darauf, dass die Datenspeicherung in einem zertifizierten deutschen Rechenzentrum erfolgt.

Vor allen Dingen personenbezogene und geschäftskritische Daten werden deutsche Unternehmen voraussichtlich auch in Zukunft noch nicht extern speichern. Deshalb biete sich ein Sourcing-Mix und damit der Weg aus einer heterogenen Umgebung in die Hybride Cloud an, so IDC-Analyst Kraus. Die Verknüpfung von Cloud Services mit den unterschiedlichen Sourcing-Varianten sowie der vorhandenen IT ist für den Analysten der nächste logische Schritt, um die Digitale Transformation voranzutreiben.

Eine Zusammenfassung der Projektergebnisse können Anwenderunternehmen bei IDC gegen eine kostenlose Registrierung anfordern.

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