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Windows 8.1, Windows Server 2012 R2 und Co. besser verwalten Die 7 besten Tricks für Powershell 4.0

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Mit „Windows 8.1“ und „Windows Server 2012 R2“ hat Microsoft eine neue Version der „Powershell“ veröffentlicht. Aber auch „Windows 7“, „Windows Server 2008 R2“ und „Windows Server 2012“ blieben nicht außen vor. Hier können Administratoren das „Windows Management Framework 4.0“ installieren. Dieses enthält ebenfalls die Befehlsoberfläche Powershell 4.0.

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Thomas Joos hält die besten Tipps zum Umgang mit der Befehlszeilenoberfläche Powershell bereit.
Thomas Joos hält die besten Tipps zum Umgang mit der Befehlszeilenoberfläche Powershell bereit.
(Bild: Thomas Jansa/ Fotolia.com)

Wer die neuen Funktionen von Powershell 4.0 testen will, braucht entweder Windows 8.1 oder Windows Server 2012 R2. Zwar ist hier die neue Powershell bereits integriert und installiert, doch Anwender mit Windows 7 SP1, Windows Server 2008 R2 SP1 und Windows Server 2012 können sich auf den entsprechenden Rechnern das "Windows Management Framework 4.0 (Preview) installieren.

Ältere Versionen sind bezüglich Powershell 4.0 allerdings außen vor. Nachfolgend soll es um die besten Tricks speziell für die Befehlsoberfläche Powershell 4.0 gehen. Alle Neuerungen zeigt Microsoft auch im TechNet.

Loslegen

Die Powershell starten Admins entweder über die Verknüpfung auf der Startseite, oder geben powershell in einer Eingabe-Aufforderung ein. Innerhalb der Powershell können Sie mit dem Befehl sie die grafische Oberfläche der Powershell starten. Mit dem Befehl cmd kommen sie dann wieder in die Eingabe-Aufforderung zurück.

Administratoren können die Powershell auch über das Kontextmenü des Startknopfes starten, müssen dazu aber entsprechende Einstellungen in den Eigenschaften der Task-Leiste auf der Registerkarte „Navigation“ in Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 vornehmen.

1. Windows Powershell Desired State Configuration

Eine wesentliche Neuerung in der Version 4.0 der Powershell ist die “Desired State Configuration” (DSC). Mit dieser Funktion können Administratoren die Konfiguration von einzelnen Systemdiensten in Konfigurationsdateien speichern und auf Servern verteilen. Vor allem im Zusammenhang mit verschiedenen „System-Center“-Produkten lassen sich auf diesem Weg Automatismen erstellen.

Administratoren können in der Datei zum Beispiel festlegen, dass bei der Ausführung auf einem Server bestimmte Dateien kopiert, Dienste gestartet oder installiert und Programme ausgeführt werden. Auch Systemeinstellungen wie die Aktivierung von DNS oder DHCP lassen sich in der Datei hinterlegen.

Wurde die Steuerdatei erstellt, führen Administratoren diese mit dem neuen CMDlet Start-DscConfiguration aus. Ausführliche Anleitungen zu den Möglichkeiten finden sich im TechNet.

2. Hilfe speichern und mehr

Viele Hilfedaten der Powershell sind nicht mehr auf dem Rechner gespeichert, sondern müssen aus dem Internet nachgeladen werden. Auf Rechnern ohne Internet-Verbindung geht das natürlich nicht. Administratoren haben in der Powershell 4.0 aber die Möglichkeit, die Hilfe auf einem Rechner mit Internetverbindung zu speichern und auf einem anderen Rechner ohne Internet-Verbindung einzulesen. Dazu verwenden sie das neue CMDlet save-help.

In der Powershell 4.0 lässt sich die Hilfe speichern. Damit können Anwender diese offline weiterverwenden.
In der Powershell 4.0 lässt sich die Hilfe speichern. Damit können Anwender diese offline weiterverwenden.
(Bild: Thomas Joos)

Für die beiden CMDlets Register-ScheduledJob und Set-ScheduledJob gibt es die neue Option RunNow. Entwickler müssen jetzt also keinen Anfangs- und Endzeit mehr zwingend vorgeben.

3. Skripte sind erlaubt

In der Powershell 4.0 ist die Ausführungsrichtlinie für Skript jetzt standardmäßig auf RemoteSigned gesetzt. Die Ausführungsrichtlinie bestimmt, ob Skripts ausgeführt werden dürfen und ob diese digital signiert sein müssen. In der Vorgängerversion in der Powershell 3.0 blockiert die Software Skrips standardmäßig.

In der Version 4.0 hingegen sind die Skripte nun also erlaubt. Administratoren können die Ausführungsrichtlinie mit dem Cmdlet Set-ExecutionPolicy ändern und mit Get-ExecutionPolicy anzeigen. Dabei stehen Ihnen folgende Einstellungen zur Verfügung:

  • Restricted - Standardeinstellung. Keine Skripts erlaubt.
  • AllSigned - Nur signierte Skripts sind erlaubt.
  • RemoteSigned - Bei dieser Einstellung müssen Sie Skripts durch eine Zertifizierungsstelle signieren lassen.
  • Unrestricted -Mit dieser Einstellung funktionieren alle Skripts.

Nach der Eingabe von Set-ExecutionPolicy Unrestricted müssen Administratoren die Ausführung noch bestätigen. Anschließend funktionieren eigene Skripts. Die Ausführungsrichtlinie speichert ihre Daten in der Windows-Registrierung.

Die Ausführungsrichtlinie können Admins und Power-User auch in der Powershell 4.0 anpassen.
Die Ausführungsrichtlinie können Admins und Power-User auch in der Powershell 4.0 anpassen.
(Bild: Thomas Joos)

4. Neue Einstellungsmöglichkeiten für Bildschirmecken und Powershell

Rufen Benutzer in Windows 8.1 oder Windows Server 2012 R2 über das Kontextmenü der Taskleiste die Eigenschaften auf und wechseln auf die neue Registerkarte Navigation, lässt sich in Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 einstellen, dass direkt der Desktop anzeigt wird. Beim Rechtsklick auf die untere linke Ecke oder beim Drücken von (Windows)+(X) „Eingabeaufforderung“ im Menü durch „Windows Powershell ersetzen“, wechselt Windows 8.1 die Eingabe-Aufforderung über das Kontextmenü des Startknopfes – mit der Möglichkeit die Powershell zu starten. Die Option steht auch in Windows Server 2012 R2 zur Verfügung (siehe: Abbildung).

Über das Kontextmenü des Startknopfes starten Administratoren die Powershell in Windows 8.1.
Über das Kontextmenü des Startknopfes starten Administratoren die Powershell in Windows 8.1.
(Bild: Thomas Joos)

5. Powershell-Skripte von Microsoft für das Herunterfahren

In der Powershell können Anwender einen Computer mit restart-computer neu starten. Microsoft bietet in seiner TechNet Gallery () zahlreiche Skripte für die Powershell an.

Eines dieser Skripte integriert Kacheln zum Herunterfahren, Neustarten und zur Abmeldung in die Startseite. Dazu laden Administratoren das Skript von der Technet-Seite.

Zunächst muss das Skript entpackt und dann in die Powershell-Sitzung geladen werden:

Import-Module c:\<Pfad zur PSM-Datei>\CreateWindowsTile.psm1

Erscheint eine Fehlermeldung, die besagt, dass Powershell keine Skripte erlaubt, muss die Powershell zuerst für die Ausführung von Skripten konfiguriert werden. Danach können Administratoren die Sicherheitseinstellungen auf Wunsch wieder restriktiver setzen.

6. Konfiguration der Startseite in der Powershell

In Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 können Administratoren mit dem CMDlet export-startlayout in der Powershell das Aussehen und die Konfiguration der Startseite in eine Datei exportieren. Mit dem CMDlet import-startlayout importieren sie die Einstellungen wieder.

Die Verteilung ist auch über Gruppenrichtlinien mit Windows Server 2012 R2 möglich. Um das aktuelle Layout zu exportieren ist folgender Befehl notwendig:

Export-StartLayout -path <Pfad zur XML-Datei> -As XML

7. Windows To Go

Microsoft bietet in Windows 8.1 Enterprise die Funktion Windows To Go. Mit dieser ist es möglich, Windows 8.1 auf einem mindestens 32 Gigabyte großen USB-Stick oder einer externen Festplatte zu betreiben.

Windows To Go ist durch Windows Defender bereits durch Viren geschützt. Administratoren können auf dem Datenträger aber auch weitere Anwendungen installieren, auch einen zusätzlichen Virenscanner. Auch hier verhält sich Windows To Go wie ein herkömmlich installiertes Windows 8-System.

Unternehmen, die viele Windows To Go-Geräte auf einmal zur Verfügung stellen wollen, können zur Erstellung auch die Windows-Powershell verwenden. Microsoft stellt dazu eine umfangreiche Anleitung zur Verfügung.

Der Autor:

Thomas Joos ist ein gefragter Fachbuchautor und Blogger auf DataCenter-Insider. Hier geht es zu "Toms Admin-Blog"

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