SQS Software Quality Systems erläutert, was falsch lief

Die 10 spektakulärsten Software-Fehler 2013

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5. Vorbereitung auf SEPA: Banken überweisen Geldbeträge doppelt

Bei Tausenden von Kunden überwies ein regionaler Bankenverbund in Deutschland Geldbeträge doppelt. Betroffen waren die Daueraufträge der Kunden. Zudem führten die Geldinstitute viele Überweisungen nicht am ursprünglich festgelegten Bearbeitungstag aus. Ursache war ein Software-Fehler in einem neuen Programm, das die Konten auf den neuen Standard des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrs (SEPA) umstellte.

Bei dieser Umstellung wurden die neuen SEPA-konformen Daueraufträge im System erfolgreich eingerichtet, die alten jedoch nicht gelöscht. Dies führte zu den Doppelbuchungen. Die betroffenen Kunden erhielten die fälschlich überwiesenen Beträge inklusive Zinsen umgehend zurückerstattet.

6. Handel an der US-Börse Nasdaq für drei Stunden lahmgelegt

Rund drei Stunden ging beim Options- und Aktienhandel an der New Yorker Nasdaq nichts mehr. Software-Fehler sorgten im vergangenen August zweieinhalb Stunden nach Börsenstart für diesen Totalausfall. Ausgangspunkt der Probleme war der sogenannte „Securities Information Processor“, der die Aktienkurse mit anderen Börsen austauscht. Während des Stillstands fror der Börsenbetreiber alle Kurse und Notierungen vorübergehend ein.

An der Nasdaq werden fast 30 Prozent aller Aktien an den US-Börsen gehandelt, zum Beispiel die von Apple, Facebook, Google oder Microsoft. Deshalb wirkte sich der Blackout auch auf die Kursfindung anderer wichtiger US-Indizes wie den Dow Jones oder den S&P-500 aus.

Die Panne war nicht die erste dieser Art an US-Börsen. Im Jahr zuvor musste zum Beispiel eine Handelsplattform ihren eigenen Börsengang wegen eines Software-Fehlers im Handelssystem absagen.

7. Hochgeschwindigkeitszug kommt zwei Jahre verspätet aufs Gleis

Ein großer europäischer Bahnbetreiber musste auf 16 neue Hochgeschwindigkeitszüge rund zwei Jahre länger warten als ursprünglich mit dem Hersteller vereinbart. Die bestellten Hightech-Züge einer neuen Baureihe verspäteten sich unter anderem dadurch, dass ein Software-Fehler die fristgemäße Abnahme durch die Behörden verzögerte.

Der Fehler in der Zugsteuerung sorgte dafür, dass sich die Bremsen nur mit einer Verspätung von einer Sekunde aktivieren ließen. Zuvor hatten bereits andere Probleme mit den Bremsen oder zum Beispiel der Klimaanlage den ursprünglich geplanten Liefertermin platzen lassen.

Die verzögerte Auslieferung führte zu erheblichen Engpässen beim betroffenen Bahnunternehmen. Zugverspätungen und -ausfälle waren die Folge. Als Kompensation will der Hersteller der neuen Baureihe dem Bahnbetreiber einen zusätzlichen Zug im Wert von über 30 Millionen Euro liefern.

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