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Zu den Early Adopters gehört die Fertigungsbranche Deutschland ist Taktgeber beim Outsourcing in DACH

Redakteur: Sarah Gandorfer

Im deutschsprachigen Raum werden die meisten Outsourcing-Dienstleistungen in der Bundesrepublik erbracht. Affin für solche Services ist vor allem die Fertigungsbranche. Das Problem für externe Anbieter: Interne IT-Dienstleister werden bevorzugt.

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So verteilt sich laut PAC Outsourcing auf die verschiedenen Branchen in der DACH-Region. (Doppelklick zum Vergrößern)
So verteilt sich laut PAC Outsourcing auf die verschiedenen Branchen in der DACH-Region. (Doppelklick zum Vergrößern)
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Marktanalysten von Pierre Audoin Consultants (PAC) stellen in ihrer aktuellen Studie „Outsourcing in DACH 2011 – Analysis by Vertical Secotrs“ fest, dass Deutschland in diesem Bereich die Nase vorn hat.

Knapp 85 Prozent der Outsourcing-Dienstleistungen in der DACH-Region werden hierzulande erbracht. Damit ist die Bundesrepublik der klare Taktgeber für Trends und Entwicklung des Marktes in der Region. In der Schweiz werden rund zehn Prozent der Outsourcing-Leistungen erbracht, in Österreich etwa fünf Prozent.

Dabei hat PAC die verschiedenen Branchensegmente genauer unter die Lupe genommen. Die Analysten haben dabei in allen drei Ländern ähnliche Strukturen gefunden.

Den höchsten Reifegrad hinsichtlich der Akzeptanz von Outsourcing-Leistungen in der DACH-Region zeigen gemäß der PAC-Studie die Fertigungsbranche, das Bankenwesen, das Dienstleistungssegment sowie die Transportbranche. „In anderen Segmenten, wie beispielsweise der Telekommunikation oder im Handel existieren weiterhin starke Einstiegshürden, die den Marktangang für IT-Dienstleister deutlich erschweren“, sagt Philipp Schalla, Marktanalyst bei PAC.

Warum externe Anbieter es schwer haben

Mit knapp 40 Prozent stellt die Fertigungsbranche den größten Teilmarkt für Outsourcing-Dienstleistungen dar. Unternehmen in diesem Sektor agieren oftmals als „Early Adopters“ von neuen, innovativen Service-Modellen, was sich unter anderem auf den allgemein hohen wirtschaftlichen Druck in der Branche zurückführen lässt. Letzterer bedingt darüber hinaus eine konstante Konsolidierung des Sektors, was den Bedarf an einer Standardisierung der IT-Landschaft weiter erhöht.

Weitere wichtige Outsourcing-affine Branchen sind das Bankenwesen und der öffentliche Sektor. Beide Segmente zeigen Ähnlichkeiten in ihren Anforderungen nach Kosteneinsparpotenzialen durch IT-Externalisierung und Modernisierung sowie in der starken Marktposition von internen IT-Dienstleistern, wie der eigenen IT-Abteilung oder ausgegliederten IT-Tochterunternehmen.

„Interessanterweise sind es gerade in diesen beiden Segmenten die kleineren Länder der Region, nämlich die Schweiz im Bankenwesen und Österreich im öffentlichen Sektor, die als Takt- und Ideengeber des Marktes fungieren“, erklärt Schalla.

Bei der Studie fand das Beratungsunternehmen ebenfalls heraus, dass die Auslagerung von IT-Daten und -Diensten bisher bevorzugt mit eigenen IT-Töchtern betrieben wird. Diese haben den Vorteil, dass sie über eine gute Kenntnis des Geschäftsmodells verfügen und Daten zudem im Haus bleiben. Deshalb haben es externe Anbieter oftmals schwer, in solchen Firmen Fuß zu fassen. Doch bei PAC ist man überzeugt, dass durch einen zunehmenden wirtschaftlichen Druck auch diese Strukturen mittelfristig aufgebrochen werden.

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