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IDC-Studie Deutsche Unternehmen entdecken die Hybrid Cloud für sich

| Redakteur: Heidemarie Schuster

Deutschen Unternehmen fehlt gegenüber Public Clouds das Vertrauen, die Privat Cloud ist aber zu unflexibel. Mit der Hybrid Cloud geht es nun endlich auch hierzulande in die Wolken.

Der Bedarf nach hybriden Cloud-Umgebungen steigt in Deutschland.
Der Bedarf nach hybriden Cloud-Umgebungen steigt in Deutschland.
(© Oleksiy Mark - Fotolia.com)

Deutschland übernimmt beim Thema Cloud Computing alles andere als eine Vorreiterrolle. Zu groß ist das Misstrauen von Unternehmen in Public-Cloud-Anbieter – schließlich geht es oft um sensible Daten. Bei der Studie „Hybrid Cloud in Deutschland 2014“ von IDC kam heraus, dass nun auch deutsche Unternehmen einen Weg in die Cloud finden.

Im Mittelpunkt der Studie standen die Motive und die Lösung der Herausforderungen beim Aufbau von hybriden Cloud-Umgebungen. IDC versteht unter Hybrid Clouds die Verknüpfung der unternehmenseigenen, herkömmlichen IT-Umgebung mit Private-, Hosted- oder Public-Cloud-Services.

Wichtige Anforderungen

Die Gewährleistung der IT-Sicherheit ist derzeit für 62 Prozent die wichtigste Anforderung an die IT-Abteilungen. Die Reduzierung der IT-Kosten wird von 48 Prozent der Befragten genannt. Im Vorjahr lag der Wert bei 38 Prozent. So lässt sich der zunehmende Druck auf die IT-Budgets ablesen, erklärt IDC. Ebenfalls auf der Prioritätenliste nach oben gerückt sind kürzere Reaktionszeiten auf neue Anforderungen des Managements (37 Prozent), im Vorjahr nannten dies nur 27 Prozent der Befragten. Auch im Bereich der Geschäftsprozessunterstützung ist mit 33 Prozent eine zunehmende Wichtigkeit zu beobachten (4 Prozent mehr als im Vorjahr).

Cloud-Services setzen sich durch

Cloud-Services setzen sich der Studie zufolge immer weiter durch. Nach Angaben der IT-Entscheider nutzen oder implementieren 45 Prozent der deutschen Unternehmen Cloud Services, weitere 36 Prozent befinden sich in der Planungsphase oder beschäftigen sich damit.

Dabei sind Private-Cloud-Umgebungen mit 66 Prozent aktuell noch die mit Abstand bevorzugte Cloud-Variante, 35 Prozent nutzen eine Hosted Private Cloud oder beziehen Lösungen aus der Public Cloud (24 Prozent). Dies führt in den Unternehmen zu heterogenen IT- Umgebungen aus unterschiedlichen Sourcing-Modellen. Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, bereits heute eine oder mehrere dieser Cloud-Services auch mit ihrer herkömmlichen IT-Umgebung zu einer Hybrid Cloud verknüpft zu haben.

66 Prozent der Befragten Unternehmen haben eine Privat Cloud bereits im Einsatz.
66 Prozent der Befragten Unternehmen haben eine Privat Cloud bereits im Einsatz.
(IDC, 2014: „Hybrid Clouds in Deutschland 2014“)

Mehr über die IDC-Studie „Hybrid Cloud in Deutschland 2014“, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Bedarf nach Hybrid Clouds

Der Bedarf nach Hybrid Clouds wird IDC zufolge steigen, denn die befragten Organisationen planen die verstärkte Nutzung von Hosted Clouds (39 Prozent) und Public Clouds (32 Prozent). Diese Services sollen mit der herkömmlichen IT-Landschaft integriert werden. Die Studie ergab, dass 54 Prozent der IT-Entscheider – und hier vor allem aus mittelständischen Unternehmen – in den kommenden 12 bis 24 Monate den Aufbau hybrider Cloud-Umgebungen planen.

Gründe für Hybrid Clouds

Die Gründe für den Aufbau von hybriden IT-Umgebungen sind vielschichtig. Angesichts des Budget-Drucks sind Kostenreduzierungen für 51 Prozent das wichtigste Motiv. Die IT-Entscheider erkennen aber, dass eine einseitige Kostenbetrachtung zu kurz greift, denn schnellere Geschäftsabläufe (40 Prozent) und die kürzere Reaktionszeit auf neue Anforderungen des Managements (37 Prozent) zählen ebenfalls zu den wichtigsten Gründen für die Integration der IT-Umgebung mit Cloud-Lösungen.

„Wenn durch den Aufbau einer hybriden Cloud-Umgebung die unterschiedlichen Applikationen miteinander verknüpft und Daten automatisch ausgetauscht werden, können Geschäftsprozesse schneller gestaltet werden. Außerdem kann zusätzliche Rechenleistung, etwa bei stark saisonabhängigem Geschäft, kurzfristig genutzt werden. Workloads werden dabei regelbasiert und automatisch in externe Infrastructure-as-a-Services verschoben. Damit wird die IT agiler“, so Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC.

Für über ein Drittel der IT-Entscheider ist zudem die Sicherheit und Kontrolle über die Daten ein wichtiger Grund für hybride Cloud-Umgebungen.

Herausforderungen

Bei der Verwirklichung von Hybrid Clouds stellen Sicherheitsbedenken (65 Prozent) und gesetzliche Regelungen (41 Prozent) die beiden größten Herausforderungen für die befragten Unternehmen dar. Bei der Wahl von externen Cloud-Services im Rahmen des Aufbaus von hybriden Cloud-Umgebungen legen 50 Prozent der IT-Verantwortlichen deshalb besonderen Wert darauf, dass die Anbieter ihre Rechenzentren in Deutschland betreiben, Verträge nach deutschem Recht (48 Prozent) abgeschlossen und Daten bei der Übertragung verschlüsselt (44 Prozent) werden. Auch fordern die IT-Entscheider Zertifikate (35 Prozent), anhand derer die Einhaltung der Datenschutzgesetze nachgewiesen wird.

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