Evolution in der Wolke: Reifegrad und Professionalität der Nutzer steigen

Deutsche Firmen setzen Cloud Computing zunehmend strategisch ein

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Informationssicherheit, Datenschutz und Compliance sind weiter wichtige Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Cloud Services, stellt die aktuelle PwC-Umfrage bei Cloud-Anbietern fest.
Informationssicherheit, Datenschutz und Compliance sind weiter wichtige Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Cloud Services, stellt die aktuelle PwC-Umfrage bei Cloud-Anbietern fest. (Bild: fotomek, Fotolia)

Auch in der Neuauflage der Anbieter-Studie der Beratergesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) bleiben Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance die größten Herausforderungen für Unternehmen. Die Nutzung der Cloud für wertschöpfende Prozesse und Innovationen nimmt zu.

Zum zweiten Mal nach 2010 hat PwC insgesamt 60 Anbieter im deutschen Cloud Computing-Markt zu ihren Erfahrungen und Erwartungen befragt. Die wichtigsten Ergebnisse sind in der PwC-Studie „Cloud Computing – Evolution in der Wolke“ zusammengefasst. Die Befragten sehen Cloud Computing in Deutschland weiter im Aufwind und auch der strategische Einsatz nimmt zu. Dennoch bleiben die Herausforderungen auf Anbieterseite trotz vieler Verbesserungen im Kern weiter bestehen.

83 Prozent der befragten deutschen Cloud-Anbieter gaben an, dass sie den Anteil von Cloud Services am Gesamtgeschäft in den nächsten fünf Jahren ausweiten werden – zehn Prozent mehr als noch 2010. Der Anteil von Private Clouds am Angebotsportfolio der befragten Anbieter ist dabei zugunsten der Hybrid Cloud von 50 Prozent (2010) auf 43 Prozent leicht zurückgegangen. Der Anteil von Public Cloud blieb mit etwa einem Viertel beinahe unverändert.

Deutlich verstärkt haben die befragten Anbieter ihr Angebot an Software-as-a-Service: 85 Prozent der befragten Anbieter offerieren heute diese Services. 2010 waren es nur etwas mehr als die Hälfte. Platform-as-a-Service und besonders auch Infrastructure-as-a-Service haben in den letzten zweieinhalb Jahren ebenfalls deutlich an Bedeutung gewonnen. Bemerkenswert ist, dass im Unterschied zu 2010 heute „Beratungsleistungen rund um Cloud Computing“ als wichtigstes Nebenangebot gelten. 85 Prozent der Anbieter geben an, solche Beratungsleistungen explizit mit anzubieten, während 2010 dies nur für jeden zweiten Anbieter galt.

Auch die Cloud-Nutzer haben sich weiterentwickelt. Nach 20 Prozent im Jahr 2010 entwickeln nach Ansicht der befragten Anbieter inzwischen 33 Prozent der Nutzer eine Cloud-Strategie, welche 37 Prozent anschließend in ihre IT-Gesamtstrategie integrieren. Die deutschen Cloud-Anbieter registrierten zudem, dass die Nutzer Cloud Services vermehrt auch für Wertschöpfungs- und Innovationsprozesse einsetzen (48 bzw. 42 Prozent). 57 Prozent der Anbieter geben weiterhin an, dass ihre Kunden „fast immer“ oder „häufig“ auf eine Integrierbarkeit der Cloud Services mit anderen digitalen Trends wie Big Data, Social Media oder Mobile Devices drängen.

Bessere Wahrnehmung der Risiken

In den Anforderungen der Nutzer hinsichtlich Datenschutz und Compliance sehen viele Anbieter ihre größten Herausforderungen. Auch hier lässt sich ein Anstieg gegenüber der letzten Befragung feststellen (75 Prozent gegenüber 60 Prozent im Jahr 2010). Noch größer ist der Sprung beim Thema Informationssicherheit: hier stieg der Wert von 49 auf 67 Prozent. Es zeigt sich jedoch auch, dass die Anbieter ihre Cloud Services hinsichtlich Datenschutz in den vergangenen drei Jahren weiterentwickelt haben. Auf die Frage „In welchen Ländern befinden sich Ihre Rechenzentren beziehungsweise die Server, auf denen die Nutzerdaten gespeichert werden?“ antworten mittlerweile 87 Prozent mit „Deutschland“; 2010 waren es lediglich 55 Prozent.

Weiterhin hat sich gezeigt, dass die Anbieter Informationssicherheit sowie die zuverlässige Serviceverfügbarkeit weiterhin als maßgebliche Erfolgsfaktoren für die Kundenzufriedenheit sehen: So nennen 93 Prozent (2010: 88 Prozent) „Performance der Dienstleistung“ und 85 Prozent „Berücksichtigung der Compliance-Anforderungen“ (2010: 74 Prozent) als wichtigen beziehungsweise sehr wichtigen Erfolgsfaktor für ihre Angebote. Den größten Sprung in diesem Zusammenhang schaffte zudem der Aspekt „Notfallpläne“ mit einem Anstieg von 54 Prozent auf 70 Prozent. Ökonomische Aspekte wie niedrige Kosten oder flexible, verbrauchsgerechte Bezahlmodelle wie „Pay per Use“ haben indes an Bedeutung verloren.

„Die Untersuchung hat deutlich gezeigt, dass sich der deutsche Cloud Computing-Markt in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Die Nutzer erkennen zunehmend das Potenzial, das Cloud Services bieten und die Anbieter stimmen ihre Services immer besser auf die kundenseitigen Anforderungen ab. Dennoch sind die Anbieter weiterhin gefordert, Themen hinsichtlich Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance zu meistern", kommentiert Markus Vehlow, Partner bei PwC.

Die Studie lässt sich unter www.pwc.de/cloud bestellen.

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