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Anteil der ins Ausland ausgelagerten IT-Dienste liegt unter 30 Prozent Deutsche Firmen nutzen kostengünstiges Offshore-Potenzial nicht aus

Redakteur: Sarah Gandorfer

Eine Befragung von IT-Entscheidern großer deutscher Firmen zeigt die Ressentiments gegenüber Offshoring auf. Dabei spielen gesetzliche Vorgaben und Angst vor Kontrollverlust eine Rolle.

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Bei der Auslagerung von IT-Diensten sind die Deutschen vorsichtig.
Bei der Auslagerung von IT-Diensten sind die Deutschen vorsichtig.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Analysten von Pierre Audoin Consultants (PAC) haben im Auftrag des deutsch-indischen IT-Dienstleisters TUI Info Tec 100 IT-Entscheider in deutschen Großunternehmen zum Thema Offshoring befragt.

Deutschland liegt in diesem Bereich weit hinter englischsprachigen Ländern wie den USA oder Großbritannien. Nichtsdestotrotz haben hierzulande etwa zwei Drittel der befragten Unternehmen bereits Erfahrung mit der Nutzung von Ressourcen aus Niedriglohnländern. Mehr als ein Drittel hat zudem schon Offshore-Regionen, wie Indien, China oder Brasilien, für die Leistungserbringung eingesetzt. Andere bevorzugen vorerst noch osteuropäische Nachbarländer und betreiben somit so genanntes „Nearshoring“.

Interessant macht die Auslagerung von IT-Diensten ins Ausland die zunehmende Reife innerhalb der Informationstechnologie und die Implementierung standardisierter Prozesse und Services. Das wiederum ermöglicht die Virtualisierung von IT-Service-Centern und damit auch deren Verteilung auf verschiedene Standorte und Länder.

IT-Dienstleistungen werden ins Ausland verlagert, um Kosten einzusparen und die hiesigen Ressourcen zu entlasten. Außerdem bekommen Unternehmen so Zugriff auf dort ansässige, spezialisierte Fachkräfte, die insbesondere in den Industrienationen immer knapper werden.

Aber nach wie vor stehen deutschsprachige Unternehmen dem Offshore-Konzept kritisch gegenüber – was jedoch nicht an den mangelnden Deutschkenntnissen der Provider liegt: 85 Prozent der befragten Unternehmen erwarten lediglich gute Englischkenntnisse.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr über die Hindernisse bei Offshoring.

Datensicherheit in Frage gestellt

Sorgen macht man sich vielmehr in Bezug auf Sicherheits-Aspekte, den Kontrollverlust und eine ungenügende Transparenz. Des Weiteren beklagten die Studienteilnehmer die mangelnde lokale Präsenz vieler Offshore-Provider.

Entsprechend werden derzeit vornehmlich die Anwendungsentwicklung sowie Systemintegrations- und Implementierungsaktivitäten in Offshore-Regionen ausgelagert. Vorbehalte gibt es hingegen bei IT-Dienstleistungen, die eine regelmäßige Kommunikation oder enge Abstimmung erfordern. Auch regulatorische Vorgaben wie Datenspeicherort und -sicherheit bilden Hindernisse.

Generell zeigt die Studie, dass es noch beträchtliches Potenzial für Offshore-Aktivitäten gibt: bei der Mehrzahl der befragten Unternehmen liegt der Offshore-Anteil heute unter 30 Prozent der gesamten IT-Leistungserbringung – wobei gleichzeitig ein deutlich höherer Anteil als „ideal“ angesehen wird.

Um dieses Potenzial auszuschöpfen, müssen sich Offshore-Anbieter aber auf die besondere Situation in Deutschland einstellen. Ein kombiniertes Onshore-Offshore-Modell wäre gut geeignet, um die Kosten- und Flexibilitätsvorteile effektiv mit einer lokalen Kundenbetreuung und der Möglichkeit zur Datenhaltung in Deutschland zu verbinden. Das helfe dem Kunden, von den Offshore-Vorteilen zu profitieren und gleichzeitig Risiken zu vermeiden oder zu minimieren, so das Fazit der Analysten. Fundament einer jeden Offshoring-Zusammenarbeit müsse ein konsequenter Fokus auf Kooperation, Kommunikation und Transparenz sein.

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