Studie von Harvard Business Review Der Wert der Cloud lässt sich schwer messen

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Cloud und Digitalisierung sind die neuen Imperative der weltweiten Geschäftswelt. Wie aber lassen sich die dadurch erreichten Einsparungen und Profite messen? Das wollte die Puls-Umfrage „Oberstes Gebot ist Transparenz“ herausfinden.

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Mit gängigen Bordmitteln in Unternehmen ist nur vage abschätzbar, welche technologischen Komponenten in einzelnen Geschäftsbereichen zu einem messbaren finanziellen Wertbeitrag führen.
Mit gängigen Bordmitteln in Unternehmen ist nur vage abschätzbar, welche technologischen Komponenten in einzelnen Geschäftsbereichen zu einem messbaren finanziellen Wertbeitrag führen.
(Bild: gemeinfrei© ds_30 / Pixabay )

Kaum ein Unternehmen, das aktuell nicht mit technologischen Investitionen seine strategischen Weichen neu stellt: Laut der Puls-Studie „Oberstes Gebot ist Transparenz – wie die Transparenz der Technologieausgaben den Wertbeitrag steigert“ von Harvard Business Review (HBR) Analytic Services haben 82 Prozent von 338 befragten Führungskräften ihre Digitalisierungsinitiativen intensiviert. Für 92 Prozent der Befragten ist der Mehrwert, der aus dem Einsatz von Technologie resultiert, von höchster Bedeutung bei Budgetplanungen.

Schätzen statt Messen ist gängige Praxis

Aber: Mit gängigen Bordmitteln in Unternehmen ist, wenn überhaupt, nur vage abschätzbar, welche technologischen Komponenten in einzelnen Geschäftsbereichen zu einem messbaren finanziellen Wertbeitrag führen - und welche Aufwendungen dem insgesamt gegenüberstehen. Und so vertrauen laut der Studie auch nur 62 Prozent den dazu verfügbaren Informationen – eine Differenz von 30 Prozent zwischen der Bedeutung der Informationen und dem Vertrauen in deren Verlässlichkeit.

Immerhin zwei Drittel sehen sich in der Lage, anhand von Geschäfts- oder Marktanforderungen zeitnah Entscheidungen zu Technologieausgaben zu treffen. Aber etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) sagt auch, dass die Informationen, auf deren Basis sie diese Entscheidungen treffen, nicht so aktuell sind, wie sie sein sollten.

Viele der Befragten berichten, dass wichtige Daten für IT-Investitionen nur schwer zu bekommen sind. Trotz der Bedeutung, die sie Informationen über den geschäftlichen Nutzen für die Entscheidungsfindung beimessen, gibt die Hälfte der Befragten an, dass sie den durch Technologieinvestitionen generierten Mehrwert nur ad hoc (31 Prozent), gar nicht (20 Prozent) oder zu bestimmten Projektmeilensteinen (16 Prozent) messen. Nur 31 Prozent gehen dieser Frage systematisch im Laufe des Jahres nach. Die am zweithäufigsten genannte Herausforderung besteht darin, dass IT-, Finanz- und Fachbereichsleiter nicht dieselbe Sicht auf Technologieausgaben haben (33 Prozent).

Metriken und integrierte Daten schaffen Klarheit

Um diese und andere Lücken zu schließen und ihre Entscheidungsfähigkeit zu verbessern, gaben die meisten (59 Prozent) Befragten an, dass sie an der Entwicklung neuer Kennzahlen und datenbasierter Prozesse zur Messung der Geschäftsergebnisse arbeiten. Eine weitere wichtige Maßnahme (46 Prozent) ist die Harmonisierung und Integration der Daten, die von der IT- und der Finanzabteilung sowie den Fachbereichen verwendet werden, um die Nachverfolgung und Prognosen von Technologieausgaben zu vereinfachen. Die gleiche Zustimmung (46 Prozent) erhielten Vorhaben, die Budgetplanung für Technologie zu verbessern, um eine größere Agilität des Unternehmens zu unterstützen.

So zieht die Studie das Fazit: Wenn Fachbereichsleiter in der Lage sind, ihre produktivsten Investitionen im Moment zu identifizieren, sind sie besser in der Lage, Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie die Mittel zuweisen, wenn neue Geschäftsanforderungen entstehen.

Methodik
Für die Studie befragte Harvard Business Review Analytic Services 338 Führungskräfte aus Nordamerika (36 Prozent), Europa (25 Prozent), Asien/Pazifik (21 Prozent), Lateinamerika (12 Prozent) und Naher Osten/Afrika (sechs Prozent).

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